Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hannover 96 - Hansa Rostock

Hansa vor dem Abstieg

Der Joker sprach Hansas Todesurteil:
Jan RosenthalDer Joker sprach Hansas Todesurteil:
Jan Rosenthal

„Das war unsere letzte Chance. Jetzt ist es vorbei“, erklärte Hansa Rostocks Mittelfeldspieler Djordje Cetkovic nach der vorentscheidenden und völlig berechtigten 0:3-Pleite bei Hannover 96. Während sich Frank Pagelsdorf nach Spielende nur in Phrasen verlor, wussten Hansas mitgereiste Fans schon Bescheid: „2. Liga - Hansa ist dabei“, skandierten sie und quittierten den Auftritt ihrer Mannschaft mit einem bitterbösen Pfeifkonzert.

Zu zaghaft agierten die Gäste vor 35.400 Zuschauern und ergaben sich fast kampflos ihrem Schicksal. Zwar bemühte sich Hansa von Beginn an mitzuspielen, offenbarte jedoch deutliche Schwächen im Aufbau. Die wenigen Torchancen entsprangen eher dem Zufall als einem gradlinigen Offensivspiel. So auch in der vierten Minute, als Hansas Kapitän Enrico Kern völlig frei vor 96-Torwart Robert Enke auftauchte, den Ball jedoch neben das Tor stolperte. Die Gastgeber kamen erst nach knapp zehn Minuten besser ins Spiel und hatten auch gleich die erste Chance zur Führung, doch Hansa-Keeper Jörg Hahnel konnte den Schuss von Mike Hanke abwehren. Hannover 96 übernahm jetzt immer mehr die Kontrolle und wurde nach 18 Minuten belohnt. So konnte Hahnel zwar den Kopfball von Jiri Staijner noch an die Querlatte lenken, musste dann jedoch zusehen, wie Hanno Balitsch den Abpraller aus zwei Metern in die Maschen nickte. Die Roten setzten sofort nach. Nach einem Kopfball von Szabolcs Huszti bewahrte allein Hahnel seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand (21.). Völlig unverhofft ergab sich dann die Möglichkeit zum Ausgleich. Erneut Kern aber vergab sie kläglich, als er nach schöner Vorarbeit von Cetkovic aus zwölf Metern über das verlassene Tor schoss.

Nicht einmal 120 Sekunden nach der Pause sorgte dann der für Balitsch eingewechselte Jan Rosenthal für die Vorentscheidung. Der Stürmer nutzte seine erste Chance nach erneuter Vorarbeit von Stajner und ließ Hahnel mit einem Flachschuss keine Abwehrmöglichkeit. Per Kopf gelang demselben Rosenthal dann kurz vor Schluss noch sein zweiter Treffer (87.), nachdem zuvor Hanke (62.) eine gute Möglichkeit vergeben hatte. Hansa erzeugte zu dieser Zeit nur noch Mitleid und musste froh sein, sein Schicksalsspiel nicht noch höher zu verlieren. „So lange rechnerisch noch etwas möglich ist, werden wir alles versuchen“, erklärte nach dem Spiel Frank Pagelsdorf, räumte aber auch ein: „Wir planen schon seit längerem zweigleisig.“ Hannover dagegen durfte nunmehr wieder nach oben blicken und sich trotz völlig verkorkster Rückrunde noch Hoffnung auf das internationale Geschäft über den Umweg UI-Cup machen. Davon allerdings wollte Hannovers Keeper Robert Enke nichts wissen: „Wir wollen noch zwei gute Spiele abliefern, aber für Platz sechs wird es wohl nicht mehr reichen.“

Benjamin Apitius

Spielstatistik Hannover 96 - Hansa Rostock

Hannover 96

-

Hansa Rostock

3:0 (1:0)

Bundesliga 2007/2008, 32. Spieltag
06.05.2008, 20:00 Uhr
AWD-Arena (Hannover), 35.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore
1:0 Hanno Balitsch 19. (Kopfball, Stajner)
2:0 Jan Rosenthal 47. (Rechtsschuss)
3:0 Jan Rosenthal 87. (Kopfball, Huszti)
Wechsel Hannover
Jan Rosenthal
für Hanno Balitsch
(2,0)
(41.)
Benjamin Lauth
für Jirí Stajner
(―)
(73.)
Gaetan Krebs
für Arnold Bruggink
(―)
(82.)
Wechsel Rostock
Amir Shapourzadeh
für Zafer Yelen
(4,0)
(59.)
Victor Agali
für Kai Bülow
(4,5)
(59.)
Karten Hannover
Gelb für Christian Schulz
Karten Rostock
Gelb für Tobias Rathgeb
Gelb für Orestes
Gelb für Fin Bartels