Bundesliga

Spieltag

Spielbericht MSV Duisburg - FC Bayern München

Kein Happy-End für Duisburg

Schickte mit seinen zwei Toren Duisburg in die Zweite Liga: Lukas PodolskiSchickte mit seinen zwei Toren Duisburg in die Zweite Liga: Lukas Podolski

Sie wollten keine Wettbewerbsverzerrung betreiben, hatten die Bayern nach dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft verkündet und prompt Arminia Bielefeld im Heimspiel am Mittwoch mit 2:0 geschlagen. Das Auswärtsspiel beim stark abwärtsbedrohten MSV Duisburg stand unter derselben Maxime.

Schon nach drei Minuten ließ der Meister den Ankündigungen Taten folgen: Andreas Ottl nutzte eine zu kurze Abwehr von Duisburgs Tararache und schoss aus rund 25 Metern zur 1:0-Führung der Bayern ein. Lediglich kurz flackerte beim MSV in der ersten Halbzeit Gegenwehr auf, doch Tararache zögerte beim Versuch, seinen Fehler wieder gut zu machen, viel zu lange und wurde letztlich von Sagnol am Torabschluss gehindert (6.). In der Folge spielte fast ausnahmslos der FC Bayern, bei dem Trainer Ottmar Hitzfeld sich den Luxus geleistet hatte, neben den ohnehin verletzten Lucio, Altintop und Klose, auch die leicht angeschlagenen Ribéry und Toni zuhause zu lassen. Dafür kam Jan Schlaudraff zu seinem ersten Einsatz von Beginn an. Duisburg fand weiterhin überhaupt nicht in die Begegnung. Die Münchener spielten dagegen leichtfüßigen Sommerfußball, als würden sie ein Trainingsspiel an der Säbener Straße absolvieren. Dementsprechend schnell fielen die nächsten Tore. In der 18. Minute bediente Mark van Bommel mit einer präzisen Flanke den völlig frei stehenden Lukas Podolski, der keine Probleme hatte, aus rund acht Metern einzuköpfen. Nur zwei Minuten später war erneut Podolski zur Stelle: Sosa scheiterte zunächst noch aus spitzem Winkel am gut reagierenden Torwart Tom Starke, der Abpraller fiel jedoch erneut Podolski vor die Füße, der von der Strafraumgrenze mit links ins leere Tor einschoss. Beim 3:0 blieb es bis zur Halbzeitpause. Die Bayern schalteten einen Gang zurück und ließen die Duisburger kommen, denen jedoch nichts einfiel, womit sie die gut stehenden Bayern auch nur ansatzweise in Bedrängnis hätten bringen können.

Mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedete das Duisburger Publikum seine Mannschaft und empfing sie auch zum Anpfiff der zweiten Halbzeit mit Pfiffen. Eine Unmutsbekundung, die offenbar Wirkung zeigte. In der 48. Minute griff Ottl Tararache nicht energisch genug an, dieser fasste sich ein Herz, zog aus rund 23 Metern ab und setzte den Ball präzise in den linken Torwinkel von Oliver Kahn. Sofort war wieder Leben in der Partie und vor allem in den bis dahin viel zu teilnahmslosen Duisburgern, die nun viel entschlossener zu Werke gingen und die Bayern besser unter Druck setzten. Für den Anschlusstreffer zum 2:3 benötigten die Zebras dennoch eine gehörige Portion Glück: Zunächst scheiterte Schlaudraff in der 53. Minute mit einem zwar laschen, aber dennoch gefährlich gegen die Laufrichtung platzierten Kopfball an Starke, der den Ball gerade noch von der Linie kratzte und auch den Nachschuss von Podolski abwehrte. Im Gegenzug drang Daun über rechts in den Strafraum der Bayern ein und schoss aus spitzem Winkel gegen van Buytens Knie, von wo der Ball wieder zu Daun und schließlich in hohem Bogen über den völlig chancenlosen Oliver Kahn hinweg als Bogenlampe ins Tor prallte. Die Partie war in der Folge deutlich temporeicher als in der ersten Halbzeit, Duisburg kämpfte nun wieder und hatte mehr Spielanteile, Chancen blieben jedoch Mangelware. Erst mit den Einwechslungen von Kroos und Zé Roberto für Schlaudraff und van Bommel übernahmen die Münchener wieder die Regie und kamen zu einigen guten Möglichkeiten. Direkt nach seiner Hereinnahme legte Kroos quer auf Schweinsteiger, der jedoch ebenso am guten Starke scheiterte, wie unmittelbar danach Podolski auf Pass von Ottl (74.). In der 81. Minute stand Podolski erneut in aussichtsreicher Position vor dem Tor. Die Rückgabe von Schweinsteiger konnte er stark bedrängt aber nicht verwerten. Zwei Minuten später sorgte schließlich José Ernesto Sosa für ein Kuriosum. Podolski hatte der Ball schön abgelegt, Sosa stand nicht einmal fünf Meter vor dem Tor völlig frei, schaffte jedoch das Kunststück, den Ball daneben zu setzen. Danach rettete Starke noch zweimal vor Kroos, der sich den Ball zu weit vorgelegt hatte, und dem einköpfbereiten Demichelis (86., 88.). So blieb es letztlich beim insgesamt verdienten Sieg der Bayern, weil Duisburg vor allem in der ersten Hälfte zu wenig getan hatte. Duisburgs Trainer Rudi Bommer wollte den Abstieg jedoch nicht an dieser Niederlage festmachen: „Wir haben es letztlich nicht heute aus der Hand gegeben, es waren viele andere Dinge, die dazu geführt haben, dass wir nun abgestiegen sind.“ Ottmar Hitzfeld hingegen war froh, dass es am Ende noch zum Sieg gereicht hatte und mahnte seine Mannschaft auch vor der letzten Begegnung gegen Hertha BSC, die Konzentration aufrecht zu halten: „Wir haben eine Verantwortung den anderen Mannschaften und auch unseren Fans gegenüber.“

Fabian Jonas

Spielstatistik MSV Duisburg - FC Bayern München

MSV Duisburg

-

FC Bayern München

2:3 (0:3)

Bundesliga 2007/2008, 33. Spieltag
10.05.2008, 15:30 Uhr
MSV-Arena (Duisburg), 31.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
0:1 Andreas Ottl 3. (Rechtsschuss)
0:2 Lukas Podolski 18. (Kopfball, van Bommel)
0:3 Lukas Podolski 20. (Linksschuss, Sosa)
1:3 Mihai Tararache 48. (Linksschuss, Maicon)
2:3 Markus Daun 54. (Linksschuss)
Wechsel Duisburg
Claudiu Niculescu
für Maicon
(―)
(67.)
Bojan Vrucina
für Markus Daun
(―)
(76.)
Markus Neumayr
für Olivier Veigneau
(―)
(84.)
Wechsel B. München
Zé Roberto
für Mark van Bommel
(―)
(73.)
Toni Kroos
für Jan Schlaudraff
(―)
(73.)
Christian Lell
für Marcell Jansen
(―)
(82.)
Karten Duisburg
Gelb für Mihai Tararache
Karten B. München
Gelb für Mark van Bommel