Sein Treffer brachte Berlin den zwölften Saisonsieg: RaffaelHertha fokussierte sich auf die Defensivarbeit und stach vorne eiskalt zu. Hätte Bielefeld gegen Dortmund nicht unentschieden gespielt, sondern gewonnen, wäre der Abstieg für die Nürnberger nicht mehr zu verhindern gewesen. So blieb ihnen trotz der 0:1-Pleite ein Funken Hoffnung.
Nach vier Partien ohne Niederlage und dem lebenswichtigen Dreier im Kellerduell gegen Duisburg hatte man den Tabellen-16ten einigermaßen selbstbewusst erwartet. Zunächst spielte der Club tatsächlich sehr engagiert und besaß durch 18-Meter-Schüsse von Mintal (2.) und Saenko (12.) sowie einen Charisteas-Kopfball (6.) vielversprechende Möglichkeiten. Doch anstatt am Drücker zu bleiben, ließen sich die Gäste von den vergebenen Chancen herunterziehen, so dass zunehmend die alte Hilflosigkeit in den Vordergrund trat. In der 26. Minute kam dann auch noch eine gehörige Portion Pech dazu, als Schiedsrichter Babak Rafati ein glasklares Handspiel von Berlins Innenverteidiger Simunic im Strafraum ungeahndet ließ. Wenig später verzeichneten auch die im Klassenspiegel jenseits von Gut und Böse stehenden Hauptstädter, die in der ersten halben Stunde äußerst passiv agierten und sich nur hin und wieder in die Offensive aufmachten, ihre erste Gelegenheit. Gojko Kacar köpfte nach einer Ecke aber wenige Zentimeter am Pfosten vorbei (33.). Damit war die Angriffslust der Berliner geweckt. Ein Tor fiel vor dem Wechsel allerdings nicht mehr, da Raffael (39.) und Mineiro (41.) bei ihren Versuchen die Genauigkeit vermissen ließen und Kacar einen Freistoß aus dem Halbfeld knapp verpasste (43.).
Im zweiten Durchgang verlegte sich das Favre-Team wieder aufs Kontern. Nürnberg bemühte sich zwar, produzierte aber viele leichte Fehler im Aufbau und kam deshalb nur ganz selten in die Nähe des gegnerischen Kastens. Am heftigsten kratzte Ivan Saenko am Führungstreffer, der das Spielgerät über Hertha-Schlussmann Drobny lupfte, ehe ihn von Bergen doch noch ausbremste (64.). Elf Zeigerumdrehungen darauf schlugen die Berliner dann eiskalt zu: Piszczek verlängerte einen Abschlag von Drobny per Kopf in den Lauf von Raffael, der sich gegen Pinola behauptete und ins linke Eck einschoss. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Pokalsieger in der Zweiten Liga, weil Bielefeld und Cottbus vorne lagen. Und es kam noch bitterer für den Club: Als Charisteas von Simunic im 16-Meter-Raum gefoult wurde, blieb Rafatis Pfeife wieder stumm (80.). Allerdings hätte der Unparteiische 180 Sekunden zuvor nach einem Vergehen von Pinola an Raffael auch auf der anderen Seite einen Elfmeter verhängen können. In den Schlussminuten probierten die Gäste noch einmal alles und hatten in Gestalt des eingewechselten Robert Vittek auch den Ausgleich auf dem Fuß, doch Drobny lenkte den Volleyschuss des Slowaken mit einer Glanztat über die Latte (88.).
Christian Brackhagen
Hertha BSC
Aufstellung Hertha BSC![]() |
|
|---|---|
| Jaroslav Drobny | (3,0) |
| Arne Friedrich | (3,5) |
| Steve von Bergen | (3,5) |
| Josip Simunic | (5,0) |
| Rudolf Skacel | (4,0) |
| Raffael | (2,5) |
| Fabian Lustenberger | (4,5) |
| Gojko Kacar | (3,0) |
| Mineiro | (3,5) |
| Lukas Piszczek | (4,5) |
| Marko Pantelic | (4,5) |
Aufstellung Nürnberg |
|
|---|---|
| Daniel Klewer | (3,5) |
| Lars Jacobsen | (4,5) |
| Andreas Wolf | (3,0) |
| Jacques Abardonado | (5,0) |
| Horacio Javier Pinola | (4,5) |
| Tomás Galásek | (3,5) |
| Marek Mintál | (5,0) |
| Marco Engelhardt | (4,0) |
| Angelos Charisteas | (4,5) |
| Jan Koller | (4,0) |
| Ivan Saenko | (5,5) |
Wechsel Hertha BSC![]() |
|
|---|---|
| Pal Dardai für Fabian Lustenberger |
(4,0) (65.) |
| Valeri Domovchiyski für Marko Pantelic |
(―) (76.) |
| Sofian Chahed für Raffael |
(―) (88.) |
Wechsel Nürnberg |
|
|---|---|
| Zvjezdan Misimovic für Marek Mintál |
(3,5) (50.) |
| Robert Vittek für Marco Engelhardt |
(―) (76.) |
Karten Hertha BSC![]() |
|
|---|---|
| keine |
Karten Nürnberg |
|
|---|---|
| Gelb für | Robert Vittek |
Trainer Hertha BSC![]() |
|---|
| Lucien Favre |
Trainer Nürnberg |
|---|
| Thomas von Heesen |