Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Karlsruher SC

Ein Schützenfest für Stevens

Überragend: Rafael van der VaartÜberragend: Rafael van der Vaart

Ausgerechnet zum Abschied nach eineinhalb Jahren aus Hamburg entschädigte sich die HSV-Mannschaft mit einer starken Leistung bei Noch-Trainer Huub Stevens für die schlechten Auftritte in der Rückserie. Gegner Karlsruhe wollte da nicht den Spielverderber markieren und gab den Widerstand von Spielbeginn an auf.

Vor dem Anstoß gab es die obligatorischen Abschiedsblumen für Huub Stevens, der den HSV vor einem Jahr aus der Abstiegszone in den Europapokal geführt hatte - aber das eigentliche Geschenk hatten die Spieler für ihn vorbereitet. Von der ersten Spielminute an zeigten die Hamburger viel Einsatzfreude, schnurrten die Karlsruher in deren eigene Spielhälfte ein und erspielten sich Einschussgelegenheiten im Minutentakt, vergaben diese jedoch ebenso: Olic’ Kopfball traf nur das Außennetz (12.) und van der Vaarts Versuch wurde von KSC-Goalie Miller über die Latte gelenkt (13.). So mussten doch die Badener den Rothosen zumindest beim Torerfolg freundlich unter die Arme greifen: Im Strafraum fiel der rasende Jarolim über Eggimanns ausgestrecktem Knie, den fälligen Elfmeter verwandelte van der Vaart souverän (23.). Elf Minuten später wollten weder Franz noch Miller eine Boateng-Flanke aufnehmen, so dass sich Guerrero den Ball schnappte und diesen im Tor versenkte (34.). Beim dritten und letzten Torerfolg im ersten Spielabschnitt war keine Karlsruher Hilfestellung mehr von Nöten: Eine Boateng-Hereingabe legte van der Vaart mit der Hacke auf Guerrero ab und der Peruaner schoss die Kugel links neben Miller ins Tor (43.). Das einzige Lebenszeichen der Gäste aus dem Süden gab Kapllani ab. Der Kopfball des Stürmers knallte nur gegen den Innenpfosten (31.).

Nach der Pause wollten die Elbe-Kicker vor Saisonende noch die restlichen Kraftreserven verbrauchen. Der Gegner aus der Residenz des Rechts hatte seine Körner dagegen längst verzehrt, denn beim Auftritt in der Hansestadt gesellten sich zum passiven Spiel auch viele Fehler hinzu. So verlängerte Adoube einen Abstoß von Rost unglücklich zu van der Vaart weiter; der Kapitän bediente Guerrero und der Stürmer sorgte für seinen dritten Treffer (49.). Acht Minuten später machte Piotr Trochowski, Mitglied des vorläufigen deutschen EM-Kaders, noch einmal auf seine Qualitäten aufmerksam: Sein Distanzversuch flog an Freund und Feind vorbei ins Tor. Kurz vor Spielschluss durfte auch Top-Scorer Olic das Tore-Konto ausbauen: Der kroatische EM-Teilnehmer wurde von den KSC-Verteidigern sträflich allein gelassen und köpfte dementsprechend die Flanken von van der Vaart (78.) und Boateng (89.) platziert ins Netz ein. Am Ende tanzte sogar der sonst so ernsthafte Huub Stevens mit seinen Spielern. Grund zur Sorge hatte er an diesem Nachmittag nämlich keine, denn seine Hamburger gaben vom Anpfiff weg den Ton an und gewannen gegen überforderte Gäste auch in der Höhe mehr als verdient.

Senthuran Sivananda

Spielstatistik Hamburger SV - Karlsruher SC

Hamburger SV

-

Karlsruher SC

7:0 (3:0)

Bundesliga 2007/2008, 34. Spieltag
17.05.2008, 15:30 Uhr
HSH Nordbank Arena (Hamburg), 56.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore
1:0 Rafael van der Vaart 23. (Foulelfmeter, Franz an Jarolim)
2:0 Paolo Guerrero 34. (Linksschuss, Boateng)
3:0 Paolo Guerrero 43. (Rechtsschuss, van der Vaart)
4:0 Paolo Guerrero 49. (Rechtsschuss, van der Vaart)
5:0 Piotr Trochowski 57. (Rechtsschuss, de Jong)
6:0 Ivica Olic 78. (Kopfball, van der Vaart)
7:0 Ivica Olic 89. (Kopfball, Boateng)
Wechsel Hamburg
Miso Brecko
für Collin Benjamin
(―)
(68.)
Wolfgang Hesl
für Frank Rost
(―)
(74.)
Änis Ben-Hatira
für Paolo Guerrero
(―)
(81.)
Wechsel Karlsruhe
Florian Dick
für Godfried Aduobe
(4,5)
(63.)
Stefan Buck
für Christian Timm
(4,0)
(63.)
Massimilian Porcello
für Michael Mutzel
(―)
(81.)
Karten Hamburg
Gelb für Nigel de Jong
Karten Karlsruhe
keine