Fangsicher, wach und immer verlässlich:
Das so lang ersehnte Derby war lange Zeit eine maue Nummer und litt unter geringer Risikobereitschaft beider Mannschaften. Als überraschend doch die Heimelf in Führung ging, fiel dem VfB nicht mehr viel ein. Etwas unnötig ließ sich der Deutsche Meister besiegen und wurde vom Rivalen in der Tabelle sogar überholt.
Karlsruhe begann mit zwei Veränderungen: Statt Kapllani stand Freis zum ersten Mal als einzige Spitze in der Startaufstellung, für Iashivili kam Hajnal zum Zug. Bei Stuttgart wurde Farnerud durch den wiedergenesenen Khedira ersetzt, wodurch Hitzlsperger weiter nach hinten rückte. Der VfB kam besser in die Partie. Bereits nach 40 Sekunden schoss Hitzlsperger aufs Gehäuse der Karlsruher, der Ball ging jedoch weit vorbei. In der sechsten Minute war es Gomez, der erstmals Gefahr brachte. Nach Eggimanns missglücktem Abwehrversuch konnte Miller den Schuss des Stuttgarter Stürmers noch gerade um den Pfosten lenken. In der von Beginn an intensiv geführten Begegnung war es dann erneut Miller, der einen Rückstand des KSC verhinderte, indem er gegen den allein aufs Tor zueilenden Marica den Ball zur Ecke klären konnte. Chancen blieben in der Folgezeit Mangelware. Der KSC kam nun besser ins Spiel und steigerte sich vor allem bei den Zweikämpfen im Mittelfeld. Besonders Görlitz wirkte sehr ballsicher und versuchte über die rechte Seite Druck zu entwickeln. Gegen die gut stehenden Stuttgarter, allen voran die Innenverteidigung mit Meira und Tasci, sprang jedoch nichts heraus. Mit zunehmender Spielzeit zogen sich die Schwaben weiter in die Defensive zurück und überließen dem KSC das Mittelfeld, der den sich bietenden Raum gegen Ende der ersten Halbzeit fast genutzt hätte. Timm scheiterte jedoch an Schäfer (44.), Carnell schob wenig später am Tor vorbei, danach ging es für die Teams in die Pause.
Der VfB kam druckvoller aus der Kabine und erarbeitete sich bald die erste Chance, doch Marica und im Nachschuss Khedira scheiterten am starken Miller. Kurz darauf war es jedoch der KSC, der in Führung ging. Nach einer Kontersituation flankte zunächst Carnell mit guter Übersicht auf Timm, der uneigennützig zu Hajnal passte. Bei dessen Rechtsschuss aus elf Metern war Schäfer machtlos und der Schütze damit an allen Saisontreffern der Badener beteiligt. Der VfB zeigte sich nun insgesamt aktiver als in der ersten Halbzeit und versuchte, den 0:1-Rückstand wettzumachen. Aufgrund der stabilen Karlsruher Defensive konnte er sich jedoch kaum Chancen herausspielen. Der Versuch, mit Einzelaktionen zum Ziel zu kommen, scheiterte meist bereits vor der Strafraumgrenze. In der 61. Minute war es Marica, der die nächste Möglichkeit vergab, indem er überhastet aus kurzer Distanz vorbeischoss; kurz darauf wurde er durch Ewerthon ersetzt (63.). Trainer Veh versuchte ab der 71. Minute die Offensive seines Teams zu stärken, indem er Magnin durch Boka ersetzte und wenig später Osorio aus dem Spiel nahm und mit Farnerud einen offensiven Mittelfeldspieler brachte. Diese Maßnahme verpuffte jedoch, denn die Karlsruher schafften es geschickt, das Stuttgarter Kombinationsspiel zu unterbinden, konnten ihrerseits aber ebenfalls kaum Akzente setzen. Dadurch blieben Torchancen in diesem über weite Strecken zerfahrenen Spiel Mangelware. Erst kurz vor Schluss sorgte Hitzlsperger wieder für Aufregung, doch Miller rettete in höchster Not. Den daraus resultierenden Abpraller setzte Ewerthon über das Tor. Kurz darauf pfiff der gute Schiedsrichter Merk, der zwischenzeitlich wegen eines Wespenstichs behandelt werden musste, die Begegnung ab. Stuttgart hatte über die gesamte Dauer zwar mehr Spielanteile und Torchancen gehabt, es jedoch dauerhaft versäumt, wirklich Druck auszuüben. Weil er sich dies erstaunlich abgebrüht zunutzte machte, holte der badische Rivale die drei Punkte nicht mal unverdient.
Johannes Lindenlaub
Karlsruher SC
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Tamas Hajnal | 54. | (Rechtsschuss, Timm) |
Aufstellung Karlsruhe![]() |
|
|---|---|
| Markus Miller | (1,0) |
| Andreas Görlitz | (2,5) |
| Mario Eggimann | (3,0) |
| Maik Franz | (3,0) |
| Christian Eichner | (3,5) |
| Christian Timm | (3,5) |
| Michael Mutzel | (3,5) |
| Tamas Hajnal | (2,0) |
| Godfried Aduobe | (3,5) |
| Bradley Carnell | (3,5) |
| Sebastian Freis | (4,5) |
Aufstellung VfB Stuttgart |
|
|---|---|
| Raphael Schäfer | (3,0) |
| Ricardo Osorio | (3,5) |
| Serdar Tasci | (3,0) |
| Fernando Meira | (3,0) |
| Ludovic Magnin | (2,5) |
| Roberto Hilbert | (3,5) |
| Pavel Pardo | (3,0) |
| Thomas Hitzlsperger | (4,5) |
| Sami Khedira | (3,5) |
| Ciprian Marica | (4,5) |
| Mario Gomez | (4,0) |
Wechsel Karlsruhe![]() |
|
|---|---|
| Edmond Kapllani für Sebastian Freis |
(―) (71.) |
| Martin Stoll für Maik Franz |
(―) (75.) |
| Timo Staffeldt für Michael Mutzel |
(―) (86.) |
Wechsel VfB Stuttgart |
|
|---|---|
| Ewerthon für Ciprian Marica |
(3,5) (63.) |
| Arthur Boka für Ludovic Magnin |
(―) (71.) |
| Alexander Farnerud für Ricardo Osorio |
(―) (77.) |
Karten Karlsruhe![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Godfried Aduobe |
| Gelb für | Markus Miller |
Karten VfB Stuttgart |
|
|---|---|
| Gelb für | Raphael Schäfer |
| Gelb für | Ciprian Marica |
Trainer Karlsruhe![]() |
|---|
| Edmund Becker |
Trainer VfB Stuttgart |
|---|
| Armin Veh |