Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Borussia Dortmund

Der Joker stach erneut

Sein Solo brachte die Vorentscheidung: Solomon OkoronkwoSein Solo brachte die Vorentscheidung: Solomon Okoronkwo

Lange stand die Partie zwischen den FC Bayern-Verfolgern auf des Messers Schneide, ehe eine freche Einzelaktion Okoronkwos die Berliner in einem guten Bundesligamatch auf die Siegerstraße brachte.

Gut eine halbe Minute rollte das Leder, da vibrierte bereits das Aluminium des BVB-Kastens. Ebert, der auch später gute Aktionen am rechten Flügel zeigte, hatte den Pfosten getroffen. Die Hertha blieb zwar auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit das bessere Team, doch Dortmund verteidigte geschickt, schraubte immer wieder die Geschwindigkeit der Partie herunter und verstand es so, die eifrigen Hauptstädter häufig auszubremsen. Dennoch gab es weitere brisante Szenen vor dem Tor von BVB-Schlussmann Weidenfeller, der nach Ablauf seiner Sperre seinen Kollegen Ziegler (drei Spiele ohne Gegentor) wieder abgelöst hatte. Zweimal Pantelic und Ebert waren in dieser Phase dem Führungstor zwar nahe, doch dieses fiel völlig überraschend auf der Gegenseite. Der Ex-Baseler Petric war nach 31 Minuten gut 20 Meter vor dem Berliner Tor an den Ball gekommen, zögerte nicht lange und überwand Torwart Drobny mit einem satten Linksschuss. Den Berlinern rutschte das Herz danach keineswegs in die Hose. Im Gegenteil. Sie forcierten ihre Angriffsbemühungen und hatten noch vor der Pause das 1:1 im Sack. Ein Ebert-Freistoß wurde abgefälscht, senkte sich vor dem einschussbereiten Pantelic nieder, der per Direktabnahme Weidenfeller überraschte (43.). Für die Borussen war das Remis zur Pause letztlich doch etwas schmeichelhaft.

Als die Hausherren einen Fallrückzieher von Klimowicz überstanden hatten, übernahmen sie wieder die Vorherrschaft auf dem Spielfeld. Vier Minuten nach dieser Borussen-Chance zog Pantelic gefährlich vor dem 16er ab, Weidenfeller lenkte den Ball nach links in den Lauf von Lúcio ab, der den Abpraller ins kurze Eck zur Berliner Führung einnetzte (55.). Doch die Gäste hielten sogleich dagegen, so dass sich ein flottes Hin und Her entwickelte, bei dem Klimowicz und Valdez mit gefährlichen Schüssen Keeper Drobny testeten. Dann wechselte BSC-Coach Favre seine Geheimwaffe Okoronkwo ein, der seine Joker-Fähigkeiten sogleich unter Beweis stellte. Anstatt, dass der Angreifer seinen gut postierten Spielmacher Gilberto bediente, dribbelte er sich um Kringe herum, ließ auch Weidenfeller keine Chance und schoss gekonnt zum wichtigen 3:1 ein (76.). Dortmund aber ließ auch nach dem Zwei-Tore-Rückstand nicht locker, drängte die Hausherren tief in deren eigene Hälfte zurück, kam aber erst spät zum verdienten 2:3 durch Petric, der eine schöne Vorarbeit von Buckley verwertete (89.). Zwei letzte Chancen für Buckley und Pantelic folgten in den Schlussminuten, doch es blieb beim knappen, aber über die gesamte Spielzeit gesehen, leistungsgerechten Sieg für die Hauptstädter, die damit vor dem Sonntagsspieltag die Tabellenspitze übernahmen.

Ulrich Merk

Spielstatistik Hertha BSC - Borussia Dortmund

Hertha BSC

-

Borussia Dortmund

3:2 (1:1)

Bundesliga 2007/2008, 6. Spieltag
22.09.2007, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 52.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Kempter (Sauldorf)
Tore
0:1 Mladen Petric 31. (Linksschuss, Blaszczykowski)
1:1 Marko Pantelic 43. (Rechtsschuss)
2:1 Lúcio 55. (Linksschuss, Pantelic)
3:1 Solomon Okoronkwo 76. (Rechtsschuss)
3:2 Mladen Petric 89. (Linksschuss, Buckley)
Wechsel Hertha BSC
Solomon Okoronkwo
für André Lima
(―)
(73.)
Steve von Bergen
für Lúcio
(―)
(75.)
Mineiro
für Patrick Ebert
(―)
(87.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Patrick Ebert
Gelb für Solomon Okoronkwo
Gelb für Sofian Chahed
Karten Dortmund
Gelb für Markus Brzenska