Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Bayern München - Arminia Bielefeld

Eine starke Hälfte reichte

Vom Bankdrücker zum Matchwinner: Lukas PodolskiVom Bankdrücker zum Matchwinner: Lukas Podolski

Bayerns Pflichterfolg über Bielefeld war eine schwere Geburt: Gegen sich einmauernde Ostwestfalen spielte die Platzelf in der ersten Halbzeit nicht nur mit der falschen Taktik, sondern auch viel zu behäbig und danach, als die Schlagzahl stimmte, fehlte lange Zeit das Glück.

Für die erste Überraschung sorgte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann schon vor dem Anpfiff: Obwohl Topscorer Toni (Rippenprellung) erneut verletzt ausfiel, verlor dessen Ersatzmann Podolski nach zwei schwächeren Auftritten seinen Interimsstammplatz. Stattdessen probierten die Bayern ­ auch im Hinblick auf das anstehende Champions-League-Spiel in Florenz ­ eine neue Taktikvariante aus. Jedoch ging das bei der vergangenen Europameisterschaft von Holländern, Russen und der DFB-Elf erfolgreich praktizierte 4-2-3-1-System in der Klinsmann'schen Form nicht auf: Nach schwungvollen Anfangsminuten, in denen Borowski (4.) und Schweinsteiger (6.) die Führung nur knapp verpassten, fehlten den Münchenern die Ideen, um das Arminen-Bollwerk zu knacken. Die zwischenzeitliche Bayern-Führung war genauso wie der Ausgleich einer Standardsituation zu verdanken: DSC-Goalie Eilhoff parierte zwar Riberys Freistoß, aber den Nachschuss von Schweinsteiger wehrte Bollmann genau zu Klose ab, der aus zehn Metern einschoss (25.). Nur fünf Minuten später holte die Arminia jedoch zum Gegenschlag aus: Wichniarek schickte Tesche steil, der dann von Demichelis im Sechszehner von den Beinen geholt wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte ausgerechnet der Vorlagengeber Wichniarek sicher (30.).

Nach der Pause ruderte FCB-Trainer Klinsmann zurück und setzte mit den Einwechslungen von Lukas Podolski und Toni Kroos wieder aufs bewährte 4-4-2-System. Im alten Gerüst fühlten sich auch die frischen Bayern-Kräfte pudelwohl. Der Gastgeber belagerte in der zweiten Halbzeit von der ersten Spielminute an den gegnerischen Strafraum. Die Bielefelder kamen nach dem Ausgleichstreffer zu keinem einzigen Torschuss mehr. Dem entscheidenden Gnadenstoß standen jedoch lange Bielefelds Schlussmann Eilhoff und das Aluminium im Wege: Der DSC-Goalie wehrte innerhalb von Sekunden die Versuche von Klose und Kroos ab, den Nachschuss von Podolski blockte Bollmann ab (61.). Zudem klatschte ein Lucio-Kopfball an die Latte (67.) und ein weiterer Nicker von Klose an den Pfosten (74.). Ausgerechnet im Anschluss an einen der raren Arminen-Versuche, so etwas wie einen Entlastungsangriff zu inszenieren, stach der Meister erfolgreich zu: Van Bommel gewann den Ball während der Bielefelder Vorwärtsbewegung; über Klose kam die Kugel zu Podolski, dessen Zuspiel drückte Ribery über die Linie (77.). Der Franzose holte noch eine Rote Karte gegen Tesche (83.), nachdem dieser ihn brutal von hinten umgegrätscht hatte, und schindete gegen Kauf einen Elfmeter heraus. Die Ausführung des Strafstoßes überließ er jedoch Lukas Podolski, der Eilhoff keine Abwehrchance ließ (84.). Obwohl der Sieg gegen einen ersatzgeschwächten Gast schwer erkämpft war, durften die Bayern mit dem Resultat zufrieden sein und Übungsleiter Klinsmann konnte nach der Dreierkette eine weitere Taktikvariante von seiner Liste streichen.

Senthuran Sivananda

Spielstatistik FC Bayern München - Arminia Bielefeld

FC Bayern München

-

Arminia Bielefeld

3:1 (1:1)

Bundesliga 2008/2009, 11. Spieltag
01.11.2008, 15:30 Uhr
Allianz Arena (München), 69.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore
1:0 Miroslav Klose 25. (Rechtsschuss)
1:1 Artur Wichniarek 30. (Foulelfmeter, Demichelis an Tesche)
2:1 Franck Ribery 77. (Linksschuss, Podolski)
3:1 Lukas Podolski 84. (Foulelfmeter, Kauf an Ribery)
Wechsel B. München
Lukas Podolski
für Bastian Schweinsteiger
(2,0)
(46.)
Toni Kroos
für Andreas Ottl
(2,0)
(46.)
José Sosa
für Franck Ribery
(―)
(85.)
Wechsel Bielefeld
Tobias Rau
für Markus Schuler
(―)
(66.)
Rüdiger Kauf
für Nils Fischer
(―)
(73.)
Stefan Aigner
für Thorben Marx
(―)
(81.)
Karten B. München
Gelb für Andreas Ottl
Karten Bielefeld
Gelb für Nico Herzig
Gelb für Rüdiger Kauf
Gelb für Nils Fischer
Gelb für Jonas Kamper
Gelb für Artur Wichniarek
Rot für Robert Tesche (83.)