Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - Hertha BSC

Diego schritt spielfreudig voran

Ihn hatten plötzlich alle wieder lieb: DiegoIhn hatten plötzlich alle wieder lieb: Diego

War nach den letzten Nackenschlägen der Bremer von einem unmotiviertem, ja unbelehrbarem Team die Rede, das vor allem im Defensivbereich große Mängel offenbarte, war davon gegen die Berliner Hertha nur noch wenig auszumachen.

Die Stachel der Kritiker müssen die Hanseaten dann doch nicht so tief getroffen haben wie vorab vermutet. Jegliche Verunsicherung schien wie weggeblasen. Werder trumpfte von der ersten Minute an gegen die in Bremen immer wieder gern vernaschten Berliner auf, als hätte es die letzten Wochen und vier Spiele ohne Dreier nicht gegeben. Vor allem der gescholtene Diego schwang sich früh zur Spiel bestimmenden Figur auf. Sein Schuss in der 14. Minute wurde von Herthas Torwart-Debütanten Gäng gegen den Körper von Kacar abgewehrt und prallte von dort erstmals über die Torlinie der Gäste. Das Eigentor beflügelte die Hausherren zusätzlich. Hertha gelang kaum Entlastung, verlor den Ball immer wieder in der Startphase der angestrebten Gegenangriffe. Das akrobatische 2:0 per Seitfallzieher von Diego, der einen Heber von Özil grandios verarbeitete, war der nächste Höhepunkt des Werder-Auftritts. Auch im weiteren Verlauf fanden die bislang so auswärtsstarken Hauptstädter offensiv nicht statt, verzeichneten nicht einen Torschuss und durften sich glücklich schätzen, dass sie vor der Pause nur noch das 0:3 kassierten. Rosenberg konnte sich als Vollstrecker eintragen lassen, nachdem er im Anschluss an einen Eckstoß im undurchsichtigen Torraumgewühl den Überblick behielt und die Kugel ins Gehäuse stocherte (42.).

Nach dem Seitenwechsel war der Schwung bei den Bremern allerdings weitestgehend verflogen. Erst als die Gäste auf ihrer rechten Deckungsseite den Ball vertändelten und Diego blitzschnell Pizarro einsetzte, lag der Ball erneut im Hertha-Kasten (60.). Der deutliche Vorsprung ließ die Heimelf allerdings zu locker werden. Hertha spielte plötzlich mit Druck, saugte die Abspielfehler von Frings & Co. auf und kam nicht unverdient zum Anschlusstreffer durch Cicero, der Voronins Freistoßvorlage einköpfte (68.). Übermäßige Initiativen folgten nach diesem Treffer jedoch nicht mehr. Eine Reihe Halbchancen wurden zwar noch von den Bremern herausgespielt, doch erst ein weiteres Tor von Pizarro in der 85. Minute ließ nochmals aufhorchen. Baumanns Flanke hatte der Peruaner völlig freistehend per Kopf versenkt. Auch in dieser Höhe ging Werders Sieg in Ordnung. Anzeichen eines Comebacks hatte der Bremer Auftritt vor allem im ersten Durchgang.

Ulrich Merk

Die Spielstatistik SV Werder Bremen - Hertha BSC

SV Werder Bremen

-

Hertha BSC

5:1 (3:0)

Bundesliga 2008/2009, 11. Spieltag
01.11.2008, 15:30 Uhr
Weserstadion (Bremen), 40.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)
Tore
1:0 Gojko Kacar 14. (Eigentor, Diego)
2:0 Diego 20. (Linksschuss, Özil)
3:0 Markus Rosenberg 42. (Rechtsschuss, Mertesacker)
4:0 Claudio Pizarro 60. (Rechtsschuss, Diego)
4:1 Cicero 68. (Kopfball, Voronin)
5:1 Claudio Pizarro 85. (Kopfball, Baumann)
Wechsel Bremen
Aaron Hunt
für Mesut Özil
(―)
(76.)
Boubacar Sanogo
für Markus Rosenberg
(―)
(82.)
Jurica Vranjes
für Diego
(―)
(88.)
Wechsel Hertha BSC
Kaká
für Marc Stein
(5,0)
(63.)
Fabian Lustenberger
für Gojko Kacar
(―)
(72.)
Valeri Domovchiyski
für Maximilian Nicu
(―)
(79.)
Karten Bremen
Gelb für Sebastian Prödl
Gelb für Torsten Frings
Karten Hertha BSC
keine