Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Arminia Bielefeld - Borussia Mönchengladbach

Mit Glück und Marin

Feuertaufe im Oberhaus:
Marko Marin erzielte seine ersten beiden BundesligatoreFeuertaufe im Oberhaus:
Marko Marin erzielte seine ersten beiden Bundesligatore

Ungewöhnlich kaltschnäuzig erbeutete Gladbach auf der Alm alle Punkte und wiederholte damit sein Kunststück der letzten Jahre. Fast dauerhaft hielt Bielefeld das Tor der Gäste zwar unter Beschuss. Während die Heimelf aber auch ihre allerbesten Chancen versiebte, verfügte die Borussia über einen überragenden Youngster, der einen wunderschönen Doppelpack schnürte.

Genau vier Bundesliga-Auswärtsspiele konnte Borussia Mönchengladbach seit April 2004 für sich entscheiden - davon drei bei Arminia Bielefeld und allesamt mit einem glatten 2:0. Wie der diesjährige Coup indes zustande kam, war im Nachhinein kaum zu begreifen. Gerade im ersten Abschnitt war es fast ausnahmslos der DSC, der nicht nur das Geschehen bestimmte, sondern teilweise auch erstklassige Chancen vergab. So köpfte Halfar nach acht Minuten vorbei, ehe Wichniarek die wohl größte Möglichkeit des Spiels ausließ, indem er Schulers Zuspiel aus wenigen Metern übers Tor drosch (15.). Die Arminia drückte weiter, während Gladbach große Mühe hatte, sich zu sortieren und auch spürbar unter der sechsfach veränderten Startaufstellung litt. Wann immer es brenzlig wurde, zog Borussia den Kopf aber irgendwie aus der Schlinge oder konnte sich zumindest auf Gospodarek verlassen, der zwei weitere Chancen Wichniareks vernichtete (37./44.). Einmal zudem musste Bradley noch retten, als er ein Herzig-Zuspiel noch gerade vor Kirch abfing (30.). Das einzige Tor des ersten Abschnitts stand so tatsächlich auf dem Konto der Gäste, die gleich mit der ersten Szene erstaunlich kalt in Front gegangen waren: Marko Marin, das immer noch erst 19-jährige Großtalent, war aus 20 Metern zum Freistoß angetreten und hatte mit einem tollen Effetschuss per Innenpfosten verwandelt (6.). Als Marin nach einer halben Stunde dann auch noch die Latte traf, gehörte die Bühne auf der Alm bereits ihm. Mehr als diese zwei Szenen allerdings hatte Gladbach bis hierhin auch nicht zu bieten.

Kurz nach Wiederbeginn trat dann erstmals auch Stürmer Rob Friend auf den Plan und hätte per Kopf aus fünf Metern sogar fast das 0:2 erzielt (50.). Sich selbst offensiv zu betätigen, schien sich für Gladbach zu lohnen. Trotzdem zogen die Gäste sich wieder zurück und sahen zu, wie Arminia sich immer hilfloser für einen Ausgleich verrenkte. Erst Aigner, nach 70 Minuten für Kirch eingetauscht, durchbrach dann eine lange ereignislose Phase, köpfte aber ebenfalls am Kasten vorbei (76.). Vier Minuten später machte Gladbach dann ernst. Schon Baumjohann, ebenfalls frisch in der Partie, hätte kurz zuvor beinahe getroffen. Passender aber war, dass wieder Marin das Tor erzielte, da der Nationalspieler schon bis hierhin der beste Borusse gewesen war und seine Prachtleistung damit nun noch garnierte. Rob Friend, der beim Zuspiel ungestraft im Abseits stand, wurde im Selbstversuch zunächst noch geblockt. Marin nahm das Leder darauf zurück und tickte es elegant nach einem kurzen Solo vorbei an Freund und Feind ins lange Eck (80.). Erneut siegten die Fohlen damit auf der Alm mit 2:0 und dankten es wieder einem hoffnungsvollen Talent. Beim letzten Mal war es Marcel Jansen gewesen.

Maik Großmann

Spielstatistik Arminia Bielefeld - Borussia Mönchengladbach

Arminia Bielefeld

-

Borussia Mönchengladbach

0:2 (0:1)

Bundesliga 2008/2009, 12. Spieltag
08.11.2008, 15:30 Uhr
Schüco-Arena (Bielefeld), 24.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tore
0:1 Marko Marin 6. (Freistoß)
0:2 Marko Marin 80. (Linksschuss)
Wechsel Bielefeld
Stefan Aigner
für Oliver Kirch
(―)
(72.)
Markus Bollmann
für Rüdiger Kauf
(―)
(80.)
Karten Bielefeld
Gelb für Markus Schuler
Gelb für Nico Herzig
Karten M´gladbach
Gelb für Marko Marin
Gelb für Uwe Gospodarek