Sogar ihm fehlte das Selbstvertrauen:
Zwar stimmte bei Werder Bremen dieses Mal die Leistungsbereitschaft, aber die Offensive der Hanseaten konnte Bochums Abwehrbollwerk einfach nicht durchbrechen. So brachte die Nullnummer nach dem wahrscheinlichen Champions-League-Vorrundenaus in diesem Jahr auch die Qualifikation für den nächstjährigen Wettbewerb immer mehr außer Reichweite.
Trotz der jüngsten 0:3-Heimschlappe in der Champions League gegen Panathinaikos Athen blieb das befürchtete Großreinemachen in der Werder-Startelf aus: Neben dem gegen die Griechen gesperrten Frings rückten nur Almeida und Boenisch für Rosenberg und Prödl neu ins Team. Die Bremer waren vom Anpfiff weg auf Wiedergutmachung aus und stürmten daher wütend nach vorn. Einzig der finale Pass kam nicht bis zum neuen Sturmduo Almeida/Pizarro durch. Da Schiedsrichter Aytekin den Gästen nach einem Zupfer von Fuchs an Pizarro einen Elfmeter vorenthielt (7.), Özil das Zielgebiet knapp verfehlte (5.) und Frings aus guter Schussposition am Ball vorbei säbelte (23.), ging es mit einem für die Bochumer etwas glücklichen Gleichstand in die Pause. Deren Abwehr bekam Werders Angriffswelle erst ab der Schlussphase des ersten Abschnittes allmählich in den Griff, ehe sogar erste Entlastungsangriffe starteten. Mieciel etwa drückte ein Fuchs-Zuspiel knapp über die Latte (37.), worauf der Vorlagengeber wenige Minuten später nach einem Foul von Pizarro verletzt ausgetauscht werden musste (43.).
In der zweiten Halbzeit dann verdiente sich die Platzelf das Unentschieden: Bremen blieb zwar feldüberlegen, jedoch versuchte der VfL den Gästen auch im Angriff die Stirn zu bieten und wurde bis kurz vor dem Abpfiff noch wirklich gefährlich. Dabrowskis Schuss lenkte SVW-Goalie Wiese gerade so eben über den Querbalken (76.) und Yahias Kopfball flog knapp am Tor vorbei (79.). Bis dahin hatten sich auf der Gegenseite die Werderaner immer wieder in der Bochumer Abwehrmauer vor dem Strafraum festgerannt. Den Hanseaten fehlte das Selbstvertrauen, um ein varianten- und risikoreicheres Spiel aufzuziehen. Bezeichnend, dass selbst Bremens vermeintlich stärkster Spieler, Diego, statt aus guter Ausgangslage den Abschluss zu suchen einen Fehlpass spielte (71.). Bei den wenigen Chancen besaßen die Grün-Weißen zudem kein Glück: Baumann traf das Außennetz (58.) und Naldos Hochgeschwindigkeits-Freistoß (104 km/h) krachte gegen die Latte (62.). Am Ende verlor der Vizemeister allerdings nicht nur zwei Zähler, sondern zusätzlich noch Mesut Özil, der nach einem Tritt ins Gesäß vom VfL-Kapitän Zdebel folgerichtig die Rote Karte sah (84.). Die Punkteteilung ging in Ordnung, denn die Schaaf-Elf hatte trotz des aktiveren Spiels den Sieg nicht verdient, weil ihre Offensive insgesamt zu ideenlos agierte.
Senthuran Sivananda
VfL Bochum
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| --- |
Aufstellung Bochum![]() |
|
|---|---|
| Daniel Fernandes | (2,5) |
| Marc Pfertzel | (3,5) |
| Anthar Yahia | (2,0) |
| Marcel Maltritz | (3,0) |
| Philipp Bönig | (3,5) |
| Christoph Dabrowski | (3,5) |
| Tomasz Zdebel | (3,0) |
| Christian Fuchs | (3,5) |
| Mimoun Azaouagh | (4,0) |
| Sinan Kaloglu | (4,5) |
| Marcin Mieciel | (3,5) |
Aufstellung Bremen |
|
|---|---|
| Tim Wiese | (2,5) |
| Petri Pasanen | (3,5) |
| Per Mertesacker | (3,5) |
| Naldo | (2,0) |
| Sebastian Boenisch | (3,5) |
| Torsten Frings | (3,5) |
| Frank Baumann | (3,0) |
| Mesut Özil | (4,5) |
| Diego | (3,5) |
| Claudio Pizarro | (3,5) |
| Hugo Almeida | (4,0) |
Wechsel Bochum![]() |
|
|---|---|
| Joel Epalle für Christian Fuchs |
(3,0) (43.) |
| Vahid Hashemian für Mimoun Azaouagh |
(4,0) (64.) |
| Daniel Imhof für Sinan Kaloglu |
(―) (78.) |
Wechsel Bremen |
|
|---|---|
| Markus Rosenberg für Hugo Almeida |
(―) (80.) |
Karten Bochum![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Tomasz Zdebel |
Karten Bremen |
||
|---|---|---|
| Gelb für | Claudio Pizarro | |
| Rot für | Mesut Özil | (84.) |
Trainer Bochum![]() |
|---|
| Marcel Koller |
Trainer Bremen |
|---|
| Thomas Schaaf |