Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Karlsruher SC - Bayer Leverkusen

Torflut in Baden

Letzter Schütze eines fulminanten Spiels:
Alexander IashviliLetzter Schütze eines fulminanten Spiels:
Alexander Iashvili

Selbst ein 3:0-Vorspung gegen einen völlig konfusen KSC reichte Bayer Leverkusen nicht zu drei Punkten. Mit einem Duseltor kamen die Badener noch vor der Pause zunächst heran und brachten es anschließend fertig, aus einem gerechten Debakel noch eine eindrucksvolle Aufholjagd zu machen. Nicht viel hätte gefehlt, und die überrumpelte Werkself hätte das Spiel sogar verloren.

Wenn je ein Team wie die Feuerwehr losgelegt hatte, dann war es Bayer 04 an diesem Bundesliga-Samstag. Karlsruhe stand kaum auf dem Platz, da wurde Helmes von Vidal auf die Reise geschickt und schoss ungeheuer kaltblütig nach nicht einmal 40 Sekunden das 0:1. Zwölf Minuten später legte Barnetta gleich den nächsten Treffer nach, der indes fälschlicherweise wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht galt. Das Unrecht glich sich wenig später aus, als Kießling seinen Gegenspieler umstieß, aber trotzdem ungestraft eine Flanke Augustos zum 0:2 einköpfen konnte (17.). Als dann auch noch Kadlec mit einem fulminanten Freistoß seinen ersten Bundesligatreffer erzielte (24.), war die Heimelf nicht nur konsterniert, sondern allein der Statistik wegen schon völlig erledigt, schließlich hatte die Werkself zuletzt stolze vier Mal in Folge gewonnen und der KSC nicht weniger als fünf Partien in Serie vergeigt. Selbst als da Silva, der etwas überraschend für Iashvili in der Startelf stand, mit einem abgefälschten Freistoß verkürzte (37.) und kurz darauf sogar noch das 2:3 auf den Fuß bekam (43.), sprach zum Seitenwechsel für die auch personell gebeutelten Badener insofern recht wenig.

Und doch sollte sich das Blatt fast noch wenden. In der ersten Viertelstunde des zweiten Durchgangs lieferte die Becker-Elf den noch immer spielfreudigen Gästen einen offenen Schlagabtausch. Sowohl Helmes (49.) als auch Kadlec (57.) hätten in dieser Phase die Entscheidung bringen können. Das Tor aber schoss Tim Sebastian, als Bayer viel zu leichtfertig mit der Abseitsfalle spielte und da Silvas Freistoßflanke plötzlich zur hundertprozentigen Möglichkeit wurde (60.). Nun war der KSC wirklich zurück und entfachte ein schon lange nicht gesehenes Feuer, auf das Leverkusen nur noch mit Kontern reagierte. Wieder verpasste Augusto den entscheidenden Schlag, als er von Miller am 2:4 gehindert wurde (66.). Schon kurz zuvor hatte Iashvili, der direkt nach dem Anschlusstor ins Spiel gekommen war, den Ausgleich auf den Fuß bekommen (62.). Zehn Minuten später dann versuchte es der Georgier mit dem Kopf und markierte unter tosendem Jubel das inzwischen völlig verdiente 3:3 (76.). Bayer wusste nun kaum noch, wie ihm geschah und verlebte noch eine reichlich bange Schlussviertelstunde. Dass immerhin ein Punkt übrig blieb, vermochte die Gäste allerdings kaum zu trösten, zumal mit dem ersten Remis der Saison schließlich auch nicht mehr zu schaffen war, was nach 24 Minuten doch schon lange besiegelt schien: der Sprung an die Spitze der Liga. Erst Hoffenheims Niederlage im Sonntagsspiel erlaubte diesen Satz nach vorn.

Maik Großmann

Spielstatistik Karlsruher SC - Bayer Leverkusen

Karlsruher SC

-

Bayer Leverkusen

3:3 (1:3)

Bundesliga 2008/2009, 12. Spieltag
08.11.2008, 15:30 Uhr
Wildparkstadion (Karlsruhe), 28.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Tore
0:1 Patrick Helmes 1. (Linksschuss, Vidal)
0:2 Stefan Kießling 17. (Kopfball, Augusto)
0:3 Michal Kadlec 24. (Freistoß)
1:3 Antonio da Silva 37. (Freistoß)
2:3 Tim Sebastian 60. (Kopfball, da Silva)
3:3 Alexander Iashvili 77. (Kopfball, Celozzi)
Wechsel Leverkusen
Pirmin Schwegler
für Renato Augusto
(―)
(67.)
Theofanis Gekas
für Patrick Helmes
(―)
(78.)
Karten Karlsruhe
Gelb für Stefano Celozzi
Karten Leverkusen
Gelb für Patrick Helmes
Gelb für Henrique
Gelb für Arturo Vidal