Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfL Wolfsburg - FC Energie Cottbus

Immer wieder Grafite

Ohne Zweifel der Matchwinner:
GrafiteOhne Zweifel der Matchwinner:
Grafite

Reichlich ungalant gingen die Wolfsburger diesmal in Führung, ließen sich wie schon im UEFA-Pokal von der Siegesstraße aber dann nicht mehr abbringen. Dass Cottbus eine starke erste Halbzeit absolvierte, tat am Ende nichts mehr zur Sache, da die Lausitzer von einem Stürmer, wie der VfL ihn besaß, wieder einmal nur träumen konnten.

Weiniger als zwei Tage nach der Europacup-Gala konnte es einen undankbareren Gegner für die Wölfe kaum geben, und tatsächlich machte Cottbus der Elf von Felix Magath das Leben vom Anpfiff weg so schwer wie nur möglich. Erstaunlich dabei, dass Energie nicht nur mauerte, sondern die müden Niedersachsen zunächst auch ganz anders zu ärgern verstand. Nach zwei Minuten bereits lenkte der erstmals von Anfang an spielende Jula den Ball an den Pfosten. Als fast im Gegenzug Dzeko Gerhard Tremmel zu einer Parade zwang, schien das Feuer dann fast schon erstickt. Wolfsburg aber fiel bis auf einen Misimovic-Kopfball (29.) nicht mehr viel ein, während die Gäste wie eine geölte Maschine arbeiteten und die vielleicht stärkste Auswärtshalbzeit ihrer bisherigen Saison zeigten. Kurz vor der Pause jedoch verschwor sich alles gegen die Lausitzer. Zunächst traf Kurth mit einem tollen Distanzschuss über etliche Köpfe hinweg in die Maschen; Schiedsrichter Wagner allerdings traf die harte Entscheidung, Rangelovs Abseitsstellung als aktiv zu bewerten und erkannte den Treffer nicht an (34.). Fast schon gemein nahm sich daraufhin aus, wie die Gäste zwei Minuten später statt dessen selbst ein Tor kassierten: Edin Dzeko spurtete einem Zuspiel in den Strafraum nach, hängte Pavicevic ab und ergaunerte dann, indem er sich selbst in die Waden trat, einen peinlichen Strafstoß. Der bis dahin nicht gesehene Grafite trat an und verwandelte wie üblich problemlos.

Mit der neuen Situation kam Energie nicht gut klar. In bester Absicht schworen die Gäste sich aufeinander ein und suchten nun erst recht ihr Heil im Angriff. Erstens aber fehlte ihnen dafür die Qualität, zweitens liefen sie Wolfsburg nur ins geöffnete Messer und hatten nach zehn Minuten das Spiel bereits verloren. Wieder hieß der Schütze Grafite, der sich diesmal das Tor aber wahrlich verdiente; einen Pass von Misimovic nahm der Brasilianer entschlossen in Empfang und schüttelte Pavicevic wie einen Schuljungen ab, um schließlich auch Tremmel aus vollem Lauf zu überwinden (55.). Zehn Minuten vor Abpfiff setzte der Stürmer dann noch einen drauf ­ sowohl was die Zahl seiner Treffer anging, als auch in der Art der Vollstreckung. Gut zwei Meter Vorsprung hatte Kukielka bereits auf den aus einem Luftduell abtropfenden Ball, Grafite aber angelte ihn sich trotzdem und ließ den Polen gar noch dümmer aussehen als zuvor seinen Kollegen, als er mit dem 3:0 den Sack endgültig verschnürte. Am Ende verlor Energie das Spiel insofern sogar standesgemäß und behielt nichts mehr übrig von der starken ersten Halbzeit, die nicht zuletzt einer Fehlentscheidung zum Opfer gefallen war. Wolfsburg allerdings war allein mit Grafite seinem Gegner letztlich so sehr überlegen, dass sich wohl auch auf sauberere Weise ein Heimsieg hätte einstellen mögen.

Maik Großmann

Spielstatistik VfL Wolfsburg - FC Energie Cottbus

VfL Wolfsburg

-

FC Energie Cottbus

3:0 (1:0)

Bundesliga 2008/2009, 12. Spieltag
08.11.2008, 15:30 Uhr
Volkswagen Arena (Wolfsburg), 23.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Lutz Wagner (Kriftel)
Tore
1:0 Grafite 36. (Foulelfmeter, Pavicevic an Dzeko)
2:0 Grafite 55. (Linksschuss, Misimovic)
3:0 Grafite 80. (Rechtsschuss, Dzeko)
Wechsel Wolfsburg
Makoto Hasebe
für Ashkan Dejagah
(3,5)
(46.)
Jacek Krzynowek
für Christian Gentner
(―)
(73.)
Caiuby
für Grafite
(―)
(83.)
Wechsel Cottbus
Stiven Rivic
für Dennis Sörensen
(4,0)
(63.)
Ivica Iliev
für Emil Jula
(―)
(81.)
Dusan Vasiljevic
für Ervin Skela
(―)
(87.)
Karten Wolfsburg
keine
Karten Cottbus
Gelb für Dennis Sörensen
Gelb für Daniel Ziebig