Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1899 Hoffenheim - VfL Wolfsburg

Magath ratlos

Auf seinen Treffer konnte Wolfsburg nicht mehr antworten: Chinedu ObasiAuf seinen Treffer konnte Wolfsburg nicht mehr antworten: Chinedu Obasi

Zweimal wurden die heimischen Zuschauer von den "Wölfen" ernüchtert, die auf die beiden ersten Treffer Hoffenheims schnelle Antworten parat hielten. Abgezockt legte der Aufsteiger in der zweiten Halbzeit dann nochmals vor - und diesmal hielt der Vorsprung. Beide Mannschaften gingen mit einer kämpferisch vorbildlichen Haltung in die Partie; Hoffenheims Erfolg entsprach den spielerischen Vorteilen der Gastgeber.

Das spielerische Potenzial beider Kontrahenten gab Anlass zur Hoffnung auf einen sehenswerten, offenen Schlagabtausch. Herzhaften Fußball suggerierte zudem das beiden Teams gemeinsame Logo auf der Brust („Ein Herz für Kinder“). Unterm Strich wurde das Spiel den Erwartungen auch gerecht - an Einsatz und Spannung mangelte es keinesfalls. Schon gar nicht an Toren. Es dauerte allerdings bis zur 23. Minute, dass die Gastgeber den starken Abwehrgürtel der Wolfsburger erstmals mit zählbarem Erfolg überwanden. Ibisevic - von Obasi bedient - brachte Hoffenheim in Führung, sein Schuss wurde allerdings von Costa noch abgefälscht. Drei Minuten später hatte der Bosnier einen weiteren Treffer auf dem Fuß, aber Wolfsburgs Abwehr blockte den Schuss ab. Im Gegenzug wies der VfL seine Gefährlichkeit nach. Der im Hoffenheimer Sechzehner gestrauchelte Dzeko behielt selbst im Liegen den Überblick und schaufelte das Leder zu Grafite. Mit einer Finte ließ der Brasilianer einen Hoffenheimer Verteidiger ins Leere laufen und schoss dann mit der Pieke den Ausgleich (27.). Dies war die erste wirklich sehenswerte Angriffsaktion der Gäste, die offensichtlich erst durch den Rückstand zu verstärkter Offensive motiviert wurden. Der Beweis folgte noch in der ersten Halbzeit. Mit einem perfekt getretenen Freistoßtreffer hatte Eduardo Wolfsburgs Keeper Benaglio nicht den Hauch einer Chance gelassen (37.) - nur vier Minuten später antwortete Wolfsburg mit dem 2:2-Ausgleichstreffer durch Dzeko, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie brachte.

Mit intensivem Kampf um jeden Meter Boden machten es sich die Akteure beider Teams schwer, torreife Situationen zu erarbeiten. Lange Zeit spielte sich in Strafraumnähe nichts ab - da durchbrach Hoffenheims Spielkunst das zähe Ringen. Nach perfekter Vorarbeit von Eduardo und Salihovic hatte Obasi plötzlich freie Bahn vor des Gegners Tor und der Nigerianer ließ sich die Chance zum 3:2 nicht nehmen (69.). Ein erneuter kurzfristiger Ausgleich blieb den „Wölfen“ jedoch versagt. Sie mühten sich bis Spielende vergebens um einen dritten Treffer, dem Grafite noch am nächsten kam - sein Schuss aus der 90. Minute landete jedoch nur am Außennetz. Hoffenheim unterstrich seine bisher in der Saison gezeigten Qualitäten: Torgefährlichkeit und geniale spielerische Momente in der Offensive. Dass der Aufsteiger aber auch "beißen" kann, wenn es gilt einen Vorsprung zu halten, wurde erst in der zweiten Hälfte gezeigt. Einen launigen Beitrag zum Phänomen Hoffenheim lieferte Felix Magath nach dem Spiel: "Wie man Hoffenheim stoppen kann ich ihnen nicht beantworten, denn mit mir als Verantwortlichen hat es ja leider nicht geklappt."


André Schulin

Spielstatistik 1899 Hoffenheim - VfL Wolfsburg

1899 Hoffenheim

-

VfL Wolfsburg

3:2 (2:2)

Bundesliga 2008/2009, 13. Spieltag
15.11.2008, 15:30 Uhr
Carl-Benz-Stadion (Mannheim), 26.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Tore
1:0 Vedad Ibisevic 23. (Rechtsschuss, Obasi)
1:1 Grafite 27. (Rechtsschuss, Dzeko)
2:1 Carlos Eduardo 38. (Freistoß)
2:2 Edin Dzeko 41. (Linksschuss, Costa)
3:2 Chinedu Obasi 69. (Rechtsschuss, Salihovic)
Wechsel Hoffenheim
Sejad Salihovic
für Gustavo
(―)
(66.)
Isaac Vorsah
für Carlos Eduardo
(―)
(80.)
Selim Teber
für Chinedu Obasi
(―)
(90.)
Wechsel Wolfsburg
Caiuby
für Edin Dzeko
(―)
(68.)
Ashkan Dejagah
für Makoto Hasebe
(―)
(81.)
Christian Gentner
für Zvjezdan Misimovic
(―)
(81.)
Karten Hoffenheim
Gelb für Marvin Compper
Gelb für Matthias Jaissle
Gelb für Andreas Beck
Karten Wolfsburg
Gelb für Alexander Madlung