Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Energie Cottbus - VfB Stuttgart

Verschieden effizient

Seinem Volltreffer rannte Cottbus vergeblich hinterher:
Roberto HilbertSeinem Volltreffer rannte Cottbus vergeblich hinterher:
Roberto Hilbert

Überhaupt in Führung zu liegen, war für die Schwaben noch nach einer Stunde recht schmeichelhaft, doch betrieb Cottbus seinen gewaltigen Aufwand wie in Heimspielen üblich letztlich völlig umsonst. Mit zwei kalten Kontern entschied der VfB die Begegnung somit gar deutlich noch für sich und stopfte Energie wieder zurück in den Keller.

Der Überraschungserfolg in Mönchengladbach hatte Cottbus ein wenig von seinem Druck genommen. Kaum auf dem Platz, kehrte bei den Lausitzern aber wieder Ernüchterung ein, da Roberto Hilbert die Partie gleich mit einem Prachtschuss in den Winkel eröffnete (4.). Nun praktizierten die Gäste, was gerade die Prasnikar-Elf auf fremden Plätzen gemeinhin mit Vorliebe tut und legten sich vor dem eigenen Tor auf die Lauer. Gut zurecht kamen die Schwaben mit der Konterstellung allerdings nicht, da Cottbus es sehr schnell verstand, sie bedrohlich hinten einzuschnüren. Schon Iliev (14.) und Cagdas (15./19.) scheiterten erst am Stuttgarter Schlussmann; dabei war Energies stärkerer Abschnitt des ersten Durchgangs sogar noch der zweite, in dem Khedira einmal für den patzenden Lehmann in die Bresche sprang (32.) und vor allem Sörensen das 1:1 schier erzielen musste, als er im letzten Moment von Boulahrouz noch gestoppt werden konnte. Trotz zweier ordentlicher Konterchancen für den VfB waren die 14.000 Zuschauer mit ihrer Mannschaft daher soweit zufrieden, da sie die zwar ersatzgeschwächte, aber keineswegs schwache Elf aus Stuttgart zumindest kämpferisch bis hierhin klar übertraf.

Wie eng die Begegnung in Wahrheit verlief, zeigte sich noch deutlicher dann zu Beginn des zweiten Durchgangs. Zunächst war es der VfB, der fast wieder für eine kalte Dusche gesorgt hätte und nacheinander durch Cacau und Jan Simak (im Nachschuss) hervorragende Möglichkeiten vergab. Danach war wieder Cottbus am Drücker. Nachdem schon Angelov für Kurth gekommen war, erhöhte Bojan Prasnikar mit Jula für Sörensen das Risiko weiter und wähnte sein Team auch kurz vor dem Durchbruch. Eine ganze Reihe von guten Chancen war die Folge, von denen Joker Jula die mit Abstand beste vergab, als er aus 17 Metern den Ball an die Latte nagelte, worauf er einen Meter vor dem Strich ins Feld zurück sprang (61.). Dünner als in diesem Moment konnte die Stuttgarter Führung nicht mehr werden, und so schwärmten die Schwaben nun aus, um den Spuk zu beenden. Simak nach einem Fabelpass von Cacau (63.) und gleich darauf Khedira mit einem Distanzschuss machten aus einem kippenden Spiel so binnen fünf Minuten noch einen scheinbar deutlichen Auswärtssieg und ließen den tapferen Lausitzern von ihrem großen Kampf nichts mehr übrig. Während die Schwaben mit dem zweiten Erfolg im zweiten Spiel unter der Leitung Markus Babbels damit allmählich an die Oberfläche kamen, rutschte Cottbus wieder zurück in jene Zone, aus der es sich gerade erst mühsam herausgekämpft hatte.

Maik Großmann

Spielstatistik FC Energie Cottbus - VfB Stuttgart

FC Energie Cottbus

-

VfB Stuttgart

0:3 (0:1)

Bundesliga 2008/2009, 16. Spieltag
06.12.2008, 15:30 Uhr
Stadion der Freundschaft (Cottbus), 13.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Mainz)
Tore
0:1 Roberto Hilbert 4. (Rechtsschuss, Marica)
0:2 Jan Simak 63. (Rechtsschuss, Cacau)
0:3 Sami Khedira 68. (Rechtsschuss, Cacau)
Wechsel Cottbus
Stanislav Angelov
für Marco Kurth
(4,5)
(46.)
Emil Jula
für Dennis Sörensen
(3,5)
(56.)
Branko Jelic
für Ivica Iliev
(―)
(81.)
Wechsel VfB Stuttgart
Martin Lanig
für Jan Simak
(―)
(67.)
Julian Schieber
für Ciprian Marica
(―)
(80.)
Elson
für Roberto Hilbert
(―)
(85.)
Karten Cottbus
Gelb für Marco Kurth
Gelb für Timo Rost
Gelb für Cagdas Atan
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Arthur Boka
Gelb für Ciprian Marica