An ihm lag es nicht:
Auch im letzten Spiel der Vorrunde konnte Hannover nicht beweisen, in der Tabelle verkehrt einsortiert zu sein. Einen betont unauffälligen Gast hatten die Roten zwar weitgehend im Griff, verpassten nach einer erquälten Führung einmal wieder aber den entscheidenden Schlag. Kaum glich die Arminia dann aus, war 96 mit seinem Latein auch am Ende.
Nachdem Florian Fromlowitz wie befürchtet für seinen Platzverweis gesperrt worden war, stand Dieter Hecking vor einem ausgemachten Torwartproblem. Einen besseren Gegner, als seine Nummer Drei zu erproben, konnte sich Hannovers Trainer indes kaum wünschen. Genau einmal wurde Morton Jensen im ersten Abschnitt gefordert und stand dabei souverän seinen Mann, als er den durchgebrochenen Halfar am 1:1 hinderte (34.). Dass 96 zu diesem Zeitpunkt führte, lag am Tschechen Jiri Stajner, der die packendste Phase des ganzen Spiels mit dem 1:0 gekrönt hatte (32.). Kurz vor diesem Treffer hatten die Roten sich noch böse erzürnt, weil sie bereits Brugginks Freistoß aus spitzem Winkel über der Torlinie meinten, Schiedsrichter Fleischer die Sache aber anders sah. Viel mehr als jenes Kopfballtor nach einer Ecke brachte Hannover im ersten Durchgang indes auch nicht zustande, sondern scheiterte mit seinem oft hilflosen Spiel immer wieder an Bielefelds Abwehr. Überlegen war die Hecking-Elf somit zwar optisch, keineswegs aber drückend.
Noch immer überraschend glich Arminia nach einer Stunde dann zwar aus, trotzdem schien Hannover aufgrund einer völlig verschlafenen Anfangsviertelstunde auch angemessen bestraft. Entscheidend war hierbei ein Traumpass von Halfar, der es Kauf ermöglichte, mit langen Schritten aufs Tor zu marschieren und schließlich dem mitgelaufenen Wichniarek das 1:1 aufzulegen (59.). 96 stand nun wie der Ochs vorm Berg. Eher hätte Bielefeld noch ein zweites Tor erzielt, wie etwa bei einem Konter über Marx (64.), als dass die Roten eine Antwort gefunden hätten. Als die Gäste wiederum erkannten, dass von Hannover nicht mehr viel zu erwarten war, gaben sie ihre Konterhaltung auf und spielten ganz offen sogar auf einen Sieg. Mit viel Glück entgingen die Niedersachsen somit noch einer Pleite, als erneut Wichniarek in der Schlussphase noch zwei große Chancen vergab (82./88.). Fast musste Arminia sich am Ende daher ärgern, viel zu spät seinen Sparmodus verlassen und sich am ersten Auswärtsdreier versucht zu haben. Die Hecking-Elf allerdings hatte noch etwas mehr verspielt, nämlich erstens eine ausbaufähige Führung und zweitens weiteren Kredit bei den Fans.
Maik Großmann
Hannover 96
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Jirí Stajner | 32. | (Kopfball, Bruggink) |
| 1:1 | Artur Wichniarek | 59. | (Linksschuss, Kauf) |
Aufstellung Hannover![]() |
|
|---|---|
| Morten Jensen | (3,5) |
| Steven Cherundolo | (4,5) |
| Frank Fahrenhorst | (3,5) |
| Konstantin Rausch | (3,5) |
| Christian Schulz | (2,5) |
| Bastian Schulz | (4,0) |
| Jirí Stajner | (3,0) |
| Jan Rosenthal | (4,5) |
| Arnold Bruggink | (4,0) |
| Szabolcs Huszti | (4,5) |
| Mike Hanke | (4,5) |
Aufstellung Bielefeld |
|
|---|---|
| Dennis Eilhoff | (2,5) |
| Michael Lamey | (3,0) |
| Andre Mijatovic | (3,5) |
| Markus Bollmann | (3,5) |
| Markus Schuler | (4,0) |
| Rüdiger Kauf | (2,5) |
| Oliver Kirch | (4,5) |
| Robert Tesche | (4,5) |
| Thorben Marx | (4,0) |
| Artur Wichniarek | (2,5) |
| Daniel Halfar | (4,0) |
Wechsel Hannover![]() |
|
|---|---|
| Jan Schlaudraff für Szabolcs Huszti |
(―) (70.) |
| Mario Eggimann für Christian Schulz |
(―) (71.) |
| Mikael Forssell für Jan Rosenthal |
(―) (80.) |
Wechsel Bielefeld |
|
|---|---|
| Christopher Katongo für Daniel Halfar |
(―) (83.) |
Karten Hannover![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Konstantin Rausch |
Karten Bielefeld |
|
|---|---|
| Gelb für | Markus Schuler |
Trainer Hannover![]() |
|---|
| Dieter Hecking |
Trainer Bielefeld |
|---|
| Michael Frontzeck |