Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Karlsruher SC - Hamburger SV

HSV vom KSC entwaffnet

Begrub Hamburgs Hoffnungen auf die Tabellenführung: Sebastian FreisBegrub Hamburgs Hoffnungen auf die Tabellenführung: Sebastian Freis

Auch wenn die Steigerung der Karlsruher alle Anerkennung verdiente und sie zurecht die drei Punkte feierten ­ das Hauptverschulden an der bemerkenswerten Spielentwicklung musste sich der HSV zuschreiben, der den Vorteil einer überlegenen Spielanlage nebst einer 2:0-Führung verschluderte.

Ein Doppelpass schockte die Gastgeber und trieb KSC-Keeper Markus Miller beinahe zur Weißglut: Guerrero hatte Engelhardt in der HSV-Hälfte das Leder weggeschnappt, war nebst Spielgerät in die gegnerische Hälfte eingedrungen und fand in Jarolim einen freistehenden Anspielpartner. Mutterseelenallein durfte der Peruaner dann an die Strafraumkante vorpreschen - was sein tschechischer Teamkollege wohlwollend zur Kenntnis nahm und den Ball gerne wieder hergab. Guerrero konnte sich die Ecke aussuchen und überwand den chancenlosen Miller mit einem platzierten Schuss ins lange Eck (7.). Routiniert bauten die Hamburger auf der recht simpel erworbenen frühen Führung auf und bestimmten den Spielverlauf. Weitere Möglichkeiten der Gäste durch Petric (17., Volleyschuss) und Pitroipa (25., über den Kasten) waren fein herausgespielt, blieben jedoch erfolglos. Karlsruhe konnte sich erst spät freimachen und produzierte nur eine nennenswerte Chance: In der 40. Minute wurde Freis steil in die Gasse geschickt ­ doch HSV-Schlussmann Frank Rost hatte den Braten gerochen, stürzte heraus und klärte rechtzeitig.

Ein herrlicher Treffer Benjamins schien zu Beginn der zweiten 45 Minuten eine Vorentscheidung gebracht zu haben. Vorbereiter war erneut Jarolim, der sich im linken Sechzehnerbereich bis zur Grundlinie durchgespielt hatte. Seinen perfekt getimten Rückpass nahm Benjamin direkt und zwirbelte die einen Bogen beschreibende Pille in den linken oberen Torwinkel (48.). Die Freude über den Treffer mag den Hamburgern noch im Hinterkopf herumgespukt haben, als der KSC zum Gegenschlag ausholte. Ein schwerer Ausnahmefehler des bei einer Flanke von Görlitz über den Ball säbelnden HSV-Abwehrspielers Gravgaard ermöglichte dem zentral im Sechzehner postierten Freis die Anschlusschance, die er sich nicht nehmen ließ (49.). Plötzlich erwachte der Kampfgeist der Badener und kurz darauf waren die verblüfften Hanseaten zum zweiten Mal geschlagen: Federico wurde am Sechzehner angespielt, drehte sich und haute Rost den 2:2-Ausgleich rein. Nun kam Feuer ins Spiel - und Farbe. Eine Unbeherrschtheit von Petric, der den ihn haltenden Engelhardt zu Boden schubste, führte zunächst zu einer Unterzahl der Gäste (76., Rote Karte), die jedoch ab der 82. Minute wieder aufgehoben wurde, als Engelhardt wegen Foulspiels (Gelb-Rot) ebenfalls das vorzeitige Aus ereilte. Die Kuriosität des Spielverlaufs gipfelte in der Nachspielzeit, als die Karlsruher das Blatt sogar noch komplett wendeten. Freis köpfte die von der rechten Seite hereingetragene Freistoßflanke Stindls zum 3:2-Endstand zugunsten der Gastgeber ein.

André Schulin

Spielstatistik Karlsruher SC - Hamburger SV

Karlsruher SC

-

Hamburger SV

3:2 (0:1)

Bundesliga 2008/2009, 19. Spieltag
07.02.2009, 15:30 Uhr
Wildparkstadion (Karlsruhe), 28.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore
0:1 Paolo Guerrero 7. (Rechtsschuss, Jarolim)
0:2 Collin Benjamin 48. (Linksschuss, Jarolim)
1:2 Sebastian Freis 49. (Rechtsschuss, Görlitz)
2:2 Giovanni Federico 53. (Linksschuss, da Silva)
3:2 Sebastian Freis 90. (Kopfball, Stindl)
Wechsel Hamburg
Albert Streit
für Paolo Guerrero
(3,5)
(62.)
Karten Karlsruhe
Gelb für Tim Sebastian
Gelb für Antonio da Silva
Gelb-Rot für Marco Engelhardt (82.)
Gelb für Dino Drpic
Karten Hamburg
Gelb für Marcell Jansen
Rot für Mladen Petric (76.)
Gelb für Piotr Trochowski
Gelb für Paolo Guerrero
Gelb für Guy Demel