Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - Karlsruher SC

KSC schlug sich selbst

Vom Joker zum Siegtor bedient:
Joris MathijsenVom Joker zum Siegtor bedient:
Joris Mathijsen

Karlsruhes Kampfgeist und die eigene Ideenlosigkeit stellten Hamburg vor ein unvermutet großes Problem und ergaben ein Spiel, welches ebenso gut mit einem Auswärtserfolg hätte enden können. Als zumindest ein 1:1 dann gesichert schien, erlaubten sich die Gäste aber den entscheidenden Fehler und ließen in der letzten Minute ihre Beute noch aus der Hand.

Zweimal baute Martin Jol seine Startelf vom 2:2 in München um, verzichtete aber überraschend noch auf Neuzugang Petric, der zunächst nur auf der Bank Platz nahm. Edmund Becker dagegen schraubte trotz des Startsiegs auch an seiner Offensive. Einer der Neuen, Sebastian Freis, konnte die Badener direkt auch in Front bringen, als er nach sechs Minuten ein Zuspiel von Kennedy erhielt (7.). Ohnehin begann der KSC stark, stand hinten sicher und schwärmte gelegentlich gern auch zu Kontern aus, die weit gefährlicher aussahen als die biederen Angriffsversuche der Heimelf. Nach 17 Minuten war es erneut Sebastian Freis, der das 0:1 auf den Fuß bekam, diesmal aber am aufmerksamen Rost scheiterte. Hamburg fehlte bis hierhin nicht nur ein Lenker, sondern in vielen Szenen auch Konzentration und Geduld. Für das plötzliche 1:0 brauchte es daher schon Karlsruher Hilfe: Atoubas Flanke wäre vermutlich ins Leere gegangen. Erst Sebastians Querschläger machte sie dann aber doch so gefährlich, dass sie in hohem Bogen auf den überraschten Markus Miller zuflog und zufällig direkt in den Winkel fiel (33.). Neun Minuten vorher hatte Miller die bislang einzige HSV-Chance vereitelt, als er sich erst Olic und dann Guererro in den Weg warf ­ dennoch stand das Pausenergebnis in keinem Verhältnis.

Mit Wiederbeginn wurden die taktischen Fesseln gelockert. Karlsruhe riskierte nun mehr und verschob seine Front ein wenig vorwärts, was die Heimelf unweigerlich in eine Konterrolle zwang. Nach einer knappen Stunde fiel auf diese Weise fast das 2:0, als Olic von Pitroipa in Szene gesetzt, im letzten Moment von Franz aber noch am Abschluss gehindert wurde. Noch immer verdient fiel statt dessen dann der 1:1-Ausgleich: Ein scharfer Pass da Silvas brachte wieder einmal Freis in Position, der diesmal stumpf, aber genau genug in die Mitte schoss, um Frank Rost mit einem Tunnel zu schlagen (67.). Hamburg kam nun mächtig ins Schwitzen und war sich nicht zu schade, seine Antwort in einer Schwalbe zu suchen, die sowohl Ivica Olic als auch dem protestierenden Miller eine Gelbe Karte einhandelten. Echte Torchancen ließen die Badener wiederum nicht zu. So schickte Martin Jol wenig später dann doch noch Mladen Petric aufs Feld und drückte damit auch den entscheidenden Knopf. Erst trat der Kroate einen Freistoß, der sich aus 20 Metern fast in die Maschen senkte (82.). Dann, als der KSC sein Remis schon so gut wie gesichert meinte, erschlich Petric seiner Mannschaft noch eine allerletzte Ecke, die er selbst noch per Kopf auf Mathijsen zu dessen entscheidendem Schuss zum 2:1 bugsierte. Sekunden vor Abpfiff wurde Karlsruhe so doch noch geschlagen und haderte weniger mit der unberechtigten Ecke als mit der eigenen Schlafmützigkeit, die dem eigentlich hochverdienten Punktgewinn im Weg stand.

Maik Großmann

Spielstatistik Hamburger SV - Karlsruher SC

Hamburger SV

-

Karlsruher SC

2:1 (1:0)

Bundesliga 2008/2009, 2. Spieltag
23.08.2008, 15:30 Uhr
HSH Nordbank Arena (Hamburg), 50.700 Zuschauer
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Tore
1:0 Tim Sebastian 33. (Eigentor, Atouba)
1:1 Sebastian Freis 67. (Rechtsschuss, da Silva)
2:1 Joris Mathijsen 90. (Rechtsschuss, Petric)
Wechsel Hamburg
Mladen Petric
für Jonathan Pitroipa
(―)
(72.)
Änis Ben-Hatira
für Ivica Olic
(―)
(83.)
Tunay Torun
für Piotr Trochowski
(―)
(89.)
Wechsel Karlsruhe
Christian Timm
für Sebastian Freis
(―)
(75.)
Edmond Kapllani
für Joshua Kennedy
(―)
(83.)
Martin Stoll
für Antonio da Silva
(―)
(89.)
Karten Hamburg
Gelb für Ivica Olic
Gelb für Nigel de Jong
Karten Karlsruhe
Gelb für Christian Eichner
Gelb für Maik Franz
Gelb für Markus Miller