Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - Bayer Leverkusen

Beide wie ausgewechselt

Hätte noch öfter treffen können:
Patrick HelmesHätte noch öfter treffen können:
Patrick Helmes

Nach dem Flop gegen Dortmund zeigte Bayer diesmal ein anderes Gesicht, packte Stuttgart von Anfang an bei den Hörnern und landete mit einem spritzigen Auftritt einen unwidersprochenen Auswärtserfolg. Die Frühform des VfB hatte offenbar getäuscht.

Der glatte Startsieg in Gladbach hatte Armin Veh so gut gefallen, dass er seine Anfangself unverändert ließ und sogar auf die Mexikaner Osorio und Pardo vertraute, die just erst von ihrem Länderkampf zurückgekehrt waren. Doch gerade Stuttgarts Abwehr hielt nun ihrem ersten Eindruck nicht stand. Bayer begann couragiert und enthemmt, kam durch Augusto direkt zu einer sehr guten Tormöglichkeit (4.). Im Gegenzug fand der VfB noch eine Antwort, als Hitzlsperger einen seiner gefürchteten Schüsse abließ (5.) ­ danach aber spielte fast nur noch die Werkself. Vor allem der Ex-Kölner Helmes war von Stuttgarts Defensive nicht zu beherrschen. Auch im Mittelfeld aber, wo Rolfes und Renato die Fäden zogen, lief das Spiel an den Schwaben fast komplett vorbei; Jan Simak kam gegen seinen Ex-Verein kaum je zur Geltung. Zweimal schon hatte Helmes dann das 0:1 auf den Fuß bekommen, als er nach einer guten halben Stunde endlich traf. Der VfB half dabei noch kräftig mit, indem Boka den schon abgefangenen Ball wieder zurückgab und Vidals Querpass auf Helmes erst ermöglichte. Dessen unpräzisen Schuss hätte Lehmann dann durchaus parieren können. Der Ball aber erwischte den Schlussmann auf dem falschen Fuß und torkelte mit ihm zusammen über die Linie (35.). Das schwache Spiel der Schwaben hatte dadurch nun eine zusätzliche Delle und wirkte auch dann nicht mehr zwingender, als Gomez noch kurz vor der Pause eine Chance zum 1:1 vergab. Im Gegenteil: Bayer führte bis hierhin eher zu knapp.

Wie in Durchgang eins gewährte Leverkusen der Heimelf genau eine Großchance - Gomez verpasste am langen Pfosten knapp - , um umso deutlicher anschließend Regie zu führen. Das Ungleichgewicht maß sich mittlerweile nicht mehr in Chancen, denn auch den Gästen gelang offensiv nicht mehr allzu viel. Stuttgart in Schach zu halten und überhaupt nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, verstand die Labbadia-Elf allerdings geschickt und konnte insofern frei auswählen, wann sie den Zeitpunkt zum entscheidenden Konter gekommen sah. Erneut Helmes hatte einen satten Schuss noch am Pfosten vorbeigesetzt, als für ihn dann der entscheidende Mann ins Spiel kam. Kaum fünf Minuten stand Theofanis Gekas auf dem Platz, als ihn eine feine Kombination über Kießling und Castro erreichte. Unbewacht zog der Grieche aus zwölf Metern ab und ließ Lehmann mit seinem trockenen Hammer keine Abwehrchance (79.). Den Schwaben fiel darauf erst recht nichts mehr ein. Mutlos und enttäuscht ließen sie die hochverdiente Niederlage geschehen und brachten sich damit in eine unschöne Lage für das anstehende Rückspiel in der UEFA-Cup-Quali. Bayer dagegen, international außen vor, hinterließ eine erste Visitenkarte der Marke Labbadia.

Maik Großmann

Spielstatistik VfB Stuttgart - Bayer Leverkusen

VfB Stuttgart

-

Bayer Leverkusen

0:2 (0:1)

Bundesliga 2008/2009, 2. Spieltag
23.08.2008, 15:30 Uhr
Mercedes-Benz-Arena (Stuttgart), 48.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Mainz)
Tore
0:1 Patrick Helmes 35. (Linksschuss, Vidal)
0:2 Theofanis Gekas 79. (Linksschuss, Castro)
Wechsel Leverkusen
Pirmin Schwegler
für Tranquillo Barnetta
(3,5)
(62.)
Theofanis Gekas
für Patrick Helmes
(―)
(74.)
Sascha Dum
für Renato Augusto
(―)
(82.)
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Pavel Pardo
Karten Leverkusen
Gelb für Simon Rolfes
Gelb für Constant Djakpa
Gelb für Stefan Kießling
Gelb für Gonzalo Castro