Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Energie Cottbus - SV Werder Bremen

Werder unrettbar

Siegtor in der Nachspielzeit:
Dimitar RangelovSiegtor in der Nachspielzeit:
Dimitar Rangelov

Auch ein überzeugendes Spiel gegen den AC Mailand hielt Bremen nicht davon ab, sich ziellos in der Lausitz zu verirren - und zwar auf längsthin typische Weise. Eine plötzliche 1:0-Führung gaben die Gäste fahrlässig sofort aus der Hand und quälten sich so lange weiter durchs Spiel, bis genau das passierte, wovor sie sich fürchteten: der entscheidende Cottbuser Konter.

Noch weit vor dem Spiel ergab sich ein neues Kapitel der unbegreiflichen Bremer Selbstzerfleischung, denn Claudio Pizarro, Werders einziger torgefährlicher Stürmer, verpasste aus privaten Gründen das Abschlusstraining und flog in harter Konsequenz daraufhin aus dem Kader. Seinen Part übernahm der insgesamt völlig wirkungslose Rosenberg. Ohnehin war das Spiel in der Lausitz nichts für Ästheten. Bis zur Pause schoss die Schaaf-Elf trotz fast permanenter Feldüberlegenheit genau zwei Mal aufs Tor (14./44.), ohne sich aber ernsthaft fürs 1:0 zu empfehlen. Im Rahmen ihrer Fähigkeiten gaben die Gastgeber hingegen die bessere Figur ab, weil sie wie erwartet sicher verteidigten und mit dem Selbstvertrauen der letzten Erfolge durchaus auch ein paar Mal zu erschrecken wussten. Zweimal Skela kam einer Cottbuser Führung dabei schon relativ nah (10./26.). Außerdem kam noch Iliev gefährlich zum Abschluss, den Werders leicht übertölpelbare Abwehr nach der Pause dann noch kennenlernen sollte.

Das Wie der folgenden Niederlage musste Bremen ohnehin zum Nachdenken zwingen. Anders als zuletzt oft erlebt gingen die Grün-Weißen zunächst sogar in Front, als Hugo Almeida die einzige gescheite Flanke von Fritz unbedrängt per Kopf in die Maschen setzte (46.). Weder aber gab der Treffer den Gästen irgendwie Auftrieb noch drückte er die Cottbuser spürbar zu Boden. Vielmehr waren sie es, die sofort aufs Gaspedal stiegen und beinahe postwendend egalisierten. Schiedsrichter Seemann bewies dabei Großmut, als er Ilievs rüden Stoß gegen Fritz nicht unterband. Weit haarsträubender aber war das Verhalten der Bremer Verteidigung, die den scheinbar ziellosen Iliev so lange ohne Widerwort aufs Tor ziehen ließ, bis dieser einfach abzog und eine Lücke zum 1:1 fand (51.). Den Bremern wiederum tat der Gegentreffer sehr wohl etwas an. Zunächst vergingen einige Minuten, ehe die Gäste sich wieder fingen und zurück in die Offensive trauten. Fast in jeder Aktion aber schwang jene Angst mit, die sich bereits in zahllosen Niederlagen dieser Saison festgesetzt hatte und die sich wie auf Zuruf noch tragisch spät dann erfüllte. Denn Cottbus, das auf genau diese eine Chance bis zum Schluss lauerte, spielte noch einen allerletzten schnittigen Konter und brauchte wie schon so viele Teams vorher nur einen durchdachten Pass, um Werders Abwehr zu blamieren. Dass Rangelovs Schuss schließlich erst von Boenisch per Querschläger ins Tor gelenkt wurde, spitzte Bremens Elend zusätzlich zu. Auch so aber ergab sich eine Niederlage, die an der Lernbereitschaft der Werderaner einmal wieder ernsthaft zweifeln ließ. Mehr als einmal schließlich hatten sie genau auf diese Weise schon versagt.

Maik Großmann

Spielstatistik FC Energie Cottbus - SV Werder Bremen

FC Energie Cottbus

-

SV Werder Bremen

2:1 (0:0)

Bundesliga 2008/2009, 21. Spieltag
21.02.2009, 15:30 Uhr
Stadion der Freundschaft (Cottbus), 14.800 Zuschauer
Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)
Tore
0:1 Hugo Almeida 46. (Kopfball, Fritz)
1:1 Ivica Iliev 51. (Rechtsschuss)
2:1 Dimitar Rangelov 90. (Rechtsschuss, Rost)
Wechsel Cottbus
Jan Rajnoch
für Ivica Iliev
(―)
(78.)
Stiven Rivic
für Ervin Skela
(―)
(82.)
Dennis Sörensen
für Dimitar Rangelov
(―)
(90.)
Wechsel Bremen
Mesut Özil
für Daniel Jensen
(―)
(67.)
Martin Harnik
für Markus Rosenberg
(―)
(72.)
Karten Cottbus
Gelb für Savo Pavicevic
Karten Bremen
Gelb für Frank Baumann
Gelb für Clemens Fritz
Gelb für Sebastian Boenisch
Gelb für Hugo Almeida