Erfüllte seine Jokerrolle perfekt: CaioNach zuletzt zwei Erfolgen schwächelte die KSC-Offensive ausgerechnet wieder gegen einen Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt. Ein Jokertor und eine starke Defensivleistung reichten den Frankfurtern, um sich vorerst wieder etwas von den Abstiegsrängen abzusetzen.
Der massiv aufgebaute Deckungsverbund der Hessen erschien den Hausherren von Beginn an wie ein Buch mit sieben Siegeln. Das optisch deutlich überlegene Becker-Team fand aus dem Spiel heraus kaum eine Lücke, kam einzig durch da Silvas Freistoß nach sieben Minuten zu einem direkten Torschuss, den Pröll aber sicher abtötete. Frankfurt probierte es seinerseits mit billigen langen Pässen, die es der Badener Hintermannschaft aber nicht schwer machten, den Überblick zu behalten. Somit kam es Laufe des ersten Durchgangs nur noch zu einigen Halbchancen der Hausherren, die Pröll jedoch nicht einmal zum Eingreifen zwangen, da alle Versuche neben oder über seinem Gehäuse landeten. Die Zuschauer mussten sich in Ermangelung vernünftiger Tormöglichkeiten also an intensiv geführten Zweikämpfen, die vorwiegend in der Frankfurter Hälfte geführt wurden, erwärmen. Mehr als eine zähe Nullnummer war bis zur Pause deshalb nicht drin.
Da sich vor allem bei den Gästen wenig Kreatives nach vorne entwickelt hatte, reagierte Coach Funkel und brachte den von den Fans geforderten Caio, um seine Offensive etwas zu stimulieren. Bevor die zweite Halbzeit allerdings beginnen konnte, mussten die Spieler auf Geheiß von Schiedsrichter Weiner wieder in die Kabine, da Eintracht-Fans Leuchtkugeln auf das Spielfeld geschossen hatten. Nach neun Minuten tauchten die Aktiven wieder aus den Katakomben auf, denn der Beschuss war eingestellt worden. Mit dem ersten gelungenen Angriffszug der Gäste, es waren inzwischen 54 Minuten reine Spielzeit vergangen, gingen diese dann auch prompt durch ihren Joker in Front. Der Brasilianer hatte ein Zuspiel von Ochs abgenommen und die Kugel unhaltbar in den rechten Giebel bugsiert. Ein Klassetor. Zwar hatten die Karlsruher vier Minuten später ebenfalls eine erste Großchance durch Federico im Angebot, doch der Rückkehrer aus Dortmund verfehlte sein Ziel überaus knapp. Insgesamt taten sich die Gastgeber nach dem Rückstand aber doch weiterhin sehr schwer gegen die gut gestaffelte Eintracht-Defensive, deren Konter zudem frecher und konzentrierter angelegt waren, auch mehr Torgefahr ausstrahlten. Die Ausbeute des KSC blieb dürftig. Alle Schüsse landeten neben dem Tor von Pröll, der weiterhin nicht gefordert wurde. Der 1:0-Erfolg Frankfurts war am Ende dann auch verdient, weil der KSC sein Offensiv-Dilemma in dieser Partie erneut nicht zu überwinden verstand.
Ulrich Merk
Karlsruher SC
Aufstellung Karlsruhe![]() |
|
|---|---|
| Markus Miller | (3,5) |
| Andreas Görlitz | (3,0) |
| Dino Drpic | (3,0) |
| Stefan Buck | (4,5) |
| Stefano Celozzi | (3,0) |
| Christian Timm | (4,5) |
| Marco Engelhardt | (4,0) |
| Antonio da Silva | (3,0) |
| Giovanni Federico | (5,0) |
| Lars Stindl | (3,5) |
| Sebastian Freis | (5,0) |
Aufstellung Frankfurt |
|
|---|---|
| Markus Pröll | (3,0) |
| Patrick Ochs | (3,0) |
| Marco Russ | (3,0) |
| Habib Bellaid | (4,0) |
| Nikola Petkovic | (4,5) |
| Mehdi Mahdavikia | (5,0) |
| Michael Fink | (3,5) |
| Junichi Inamoto | (3,5) |
| Benjamin Köhler | (3,5) |
| Nikos Liberopoulos | (4,0) |
| Martin Fenin | (4,0) |
Wechsel Karlsruhe![]() |
|
|---|---|
| Mahir Saglik für Christian Timm |
(4,0) (57.) |
| Alexander Iashvili für Lars Stindl |
(―) (76.) |
| Edmond Kapllani für Marco Engelhardt |
(―) (79.) |
Wechsel Frankfurt |
|
|---|---|
| Caio für Nikola Petkovic |
(2,5) (46.) |
| Markus Steinhöfer für Mehdi Mahdavikia |
(―) (75.) |
| Alexander Meier für Nikos Liberopoulos |
(―) (89.) |
Karten Karlsruhe![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Antonio da Silva |
| Gelb für | Mahir Saglik |
Karten Frankfurt |
|
|---|---|
| Gelb für | Nikola Petkovic |
| Gelb für | Mehdi Mahdavikia |
| Gelb für | Nikos Liberopoulos |
Trainer Karlsruhe![]() |
|---|
| Edmund Becker |
Trainer Frankfurt |
|---|
| Friedhelm Funkel |