Unruheherd im 16er der Ex-Kollegen: Nelson ValdezNach zuletzt wieder drei Heimunentschieden und zuvor zehn von zwölf möglichen Punkteteilungen vor eigenem Publikum in dieser Saison unterstrich der BVB gegen ausgelaugt wirkende Bremer seine kuriose Heimstärke und schickte die Gäste mit einer Elfmeterniederlage nach Hause.
Torverhinderung erschien als Maß aller Dinge vor allem in der Anfangsphase einer von Beginn an intensiv ausgetragenen Partie zwischen zwei Mannschaften, die sich im Niemandsland des Tabellenmittelfeldes festgesetzt hatten. Dabei hätte es den Kontrahenten gut zu Gesicht gestanden, ohne Druck nach oben oder unten, einfach einmal wieder den Freiheiten offensiven Fußballspiels zu widmen. Mit dem vorsichtigen Taktieren, dem frühen Zerstören und der zurückhaltenden Kreativität aber hatten Eigenschaften das Spiel im ersten Durchgang so fest im Griff, dass für Feinschmeckerfußball kein Raum verblieb. Drei Torchancen blieben zur Pause als kleine Erinnerungsfetzen im Gedächtnis, die von Frei, Kehl und Pizarro mehr oder weniger klanglos ausgelassen wurden. Verantwortung für einen risikoreich vorzutragenden Vorwärtsgang wollten ansonsten jedoch weder Diego und Özil auf der einen, beziehungsweise Hajnal und Tinga auf der anderen Seite übernehmen. Das 0:0 zur Halbzeit blieb somit ohne Alternative.
Zumindest die Borussen zeigten unmittelbar nach dem Seitenwechsel einen Bewusstseinswandel und taten einiges mehr für den Sinn eines Fußballmatches, nämlich den Torerfolg zu suchen. Und tatsächlich wurde Valdez dreimal so gut im Strafraum seiner Ex-Kollegen angespielt, dass es jeweils streng nach Strafstoß roch, denn Mertesacker (48.) und zweimal Boenisch (60., 63.) mussten zu Mitteln greifen, die zumindest grenzwertig waren. Beim dritten Foul an Valdez blieb der Elfmeterpfiff dann auch erstmals nicht aus und Alexander Frei verwandelte die Chance vom Punkt ohne Skrupel zur 1:0-Führung für den längst deutlich aktiveren BVB. Die folgenden Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen, aber ließen Valdez & Co. im letzten Drittel der Partie jedoch allesamt aus, während sich Werder mit einer einsamen Torchance, fünf Minuten vor Schluss, begnügte, die Pizarro allerdings geradezu fahrlässig verschenkte. Ein erneutes Remis hätte dem Spielverlauf aber auch kaum entsprochen, denn die Klopp-Truppe hatte sich zumindest aufgrund der zweiten Hälfte für den 1:0-Erfolg qualifiziert.
Ulrich Merk
Borussia Dortmund
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Alexander Frei | 64. | (Foulelfmeter, Boenisch an Valdez) |
Aufstellung Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Roman Weidenfeller | (2,5) |
| Patrick Owomoyela | (3,5) |
| Neven Subotic | (3,0) |
| Felipe Santana | (3,0) |
| Dédé | (2,5) |
| Tinga | (4,0) |
| Sebastian Kehl | (3,5) |
| Florian Kringe | (4,0) |
| Tamas Hajnal | (3,5) |
| Nelson Valdez | (3,0) |
| Alexander Frei | (2,5) |
Aufstellung Bremen |
|
|---|---|
| Tim Wiese | (2,5) |
| Sebastian Prödl | (3,5) |
| Per Mertesacker | (3,0) |
| Petri Pasanen | (3,5) |
| Sebastian Boenisch | (4,0) |
| Alexandros Tziolis | (4,0) |
| Peter Niemeyer | (3,5) |
| Mesut Özil | (4,0) |
| Diego | (4,5) |
| Claudio Pizarro | (4,5) |
| Hugo Almeida | (5,0) |
Wechsel Dortmund![]() |
|
|---|---|
| Nuri Sahin für Florian Kringe |
(―) (79.) |
| Jakub Blaszczykowski für Alexander Frei |
(―) (79.) |
| Marcel Schmelzer für Dédé |
(―) (86.) |
Wechsel Bremen |
|
|---|---|
| Daniel Jensen für Peter Niemeyer |
(―) (66.) |
| Aaron Hunt für Alexandros Tziolis |
(―) (77.) |
| Martin Harnik für Sebastian Prödl |
(―) (77.) |
Karten Bremen |
|
|---|---|
| Gelb für | Daniel Jensen |
| Gelb für | Tim Wiese |
Trainer Dortmund![]() |
|---|
| Jürgen Klopp |
Trainer Bremen |
|---|
| Thomas Schaaf |