Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Borussia Dortmund

Hütte voll, Punkte weg

Als seine Mannschaft ins Wackeln geriet, war er ein starker Rückhalt: Roman WeidenfellerAls seine Mannschaft ins Wackeln geriet, war er ein starker Rückhalt: Roman Weidenfeller

Hertha spielte druckvoll und gut - leider, aus Sicht der Berliner, nur phasenweise. Dortmund nutzte die Pausen im Spiel des Gastgebers konsequent aus und stürzte den Tabellenführer.

Der Erfolg verfehlte seine Wirkung nicht: Herthas Heimstärke, verbunden mit der Übernahme der Tabellenführung, hatte die Zuschauer mobilisiert und den Berlinern ein ausverkauftes Haus beschert, ohne dass Zuschauermagnet FC Bayern der Gegner wäre. Der hieß Borussia Dortmund - und verdarb der Hertha den frühlingshaften Nachmittag gründlich. Dabei waren die Voraussetzungen so schlecht nicht für die Gastgeber: Voronin, dessen Einsatz aufgrund eines Nasenbeinbruchs (im Länderspiel der Ukraine gegen England) fraglich war, traute sich sogar zu, ohne schützende Maske aufzulaufen und der aus disziplinarischen Gründen vorübergehend suspendierte Ebert wurde begnadigt und wieder integriert. Trotzdem - es lief nicht rund beim Tabellenführer. Man stand viel zu weit weg vom Gegner und gewährte den Schwarz-Gelben erstaunlich viel Freiraum, den die Gäste dankend annahmen. Hajnal (8.) und Santana (20.), dessen Kopfball Drobny glänzend parierte, hatten das sich anbahnende Unheil für die Berliner schon angedeutet - doch der Schweizer Frei war es, der seinem Landsmann und Hertha-Trainer Lucien Favre die bittere Pille verabreichte. Hajnal hatte aus dem Mittelfeld heraus einen hohen Ball an die Strafraumgrenze gespielt, den Frei erlief und am chancenlosen Drobny vorbei ins lange Eck schoss (25.). Hertha hatte diesen Weckruf offensichtlich gebraucht, denn erst ab jetzt spielte die Mannschaft so, wie es von einem Gastgeber und Tabellenführer zu erwarten war. Bis zur Pause heizten Ebert, Raffael, Cicero und Co. den Dortmundern dermaßen ein, dass diese mit der 1:0-Pausenführung sehr zufrieden sein durften. Weidenfeller wurde mit seinen Reflexen zum besten BVBler dieser Phase, hatte in der 41. Minute jedoch auch das Glück des Tüchtigen, als Rodnei nur an die Querlatte köpfte.

Die Hertha konnte nach Wiederanpfiff ihre druckvolle Gangart nicht adäquat fortsetzen - traf stattdessen aber ins Schwarze: Über halblinks spazierte Raffael mit dem Ball am Fuß durch die Dortmunder Reihen, passierte eine "Slalomstange" nach der anderen und ließ abschließend auch Weidenfeller keine Chance: 1:1 nach feinem Solo des Brasilianers (54.). Alles paletti für die Berliner? Denkste! Statt den Rückenwind des Treffers auszunutzen, ruhte sich die Hertha erst einmal aus - und der BVB mobilisierte frischen Angriffsdruck. Erneut gingen zwei Warnschüsse, durch Valdez und Hajnal (56., 58.), dem Gästetreffer voraus, den Kehl, nach Flanke von Dede, schließlich per Kopf unterbrachte (63.). Lucien Favre reagierte mit einem Mannschaftslifting (3 Neue in der 67. Minute) und tatsächlich kippten die Kräfteverhältnisse auf dem Platz wieder zugunsten der Gastgeber. Ein schmerzhafter Konter der Schwarz-Gelben schuf in der 82. Minute jedoch klare Verhältnisse: Einen 1:3-Rückstand konnten die Berliner - auch mit der großen Kulisse im Hintergrund - nicht mehr wettmachen. Drobny hatte einen Schuss Sahins nicht kontrolliert abwehren können und Valdez setzte das Leder per Drehschuss in den Kasten. Herthas Tabellenführung war dahin.

André Schulin

Spielstatistik Hertha BSC - Borussia Dortmund

Hertha BSC

-

Borussia Dortmund

1:3 (0:1)

Bundesliga 2008/2009, 26. Spieltag
04.04.2009, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 74.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
0:1 Alexander Frei 25. (Linksschuss, Hajnal)
1:1 Raffael 54. (Rechtsschuss)
1:2 Sebastian Kehl 63. (Kopfball, Dédé)
1:3 Nelson Valdez 82. (Rechtsschuss, Sahin)
Wechsel Hertha BSC
Gojko Kacar
für Pal Dardai
(―)
(67.)
Marko Pantelic
für Maximilian Nicu
(―)
(67.)
Valeri Domovchiyski
für Patrick Ebert
(―)
(67.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Andrej Voronin
Karten Dortmund
Gelb für Tamas Hajnal