Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1899 Hoffenheim - VfL Bochum

Selbst geschlagen

Stockte sein Torkonto um drei Treffer auf: Stanislav SestakStockte sein Torkonto um drei Treffer auf: Stanislav Sestak

Nicht nur drei verhinderbare Gegentreffer musste die TSG verkraften, sondern auch zwei Aussetzer von Eduardo und Torwart Haas, die zu Platzverweisen führten. Somit war die Partie nach einer Stunde eigentlich auf den Kopf gestellt und zugleich bereits entschieden.

Im ersten Durchgang hatte Hoffenheim das Spiel nahezu durchgehend zumindest oberflächlich im Griff und mehr Vorteile erarbeitet. Auch die frühe Verletzung von Epalle (10., Jochbeinbruch; für ihn kam Freier) spielte der Rangnik-Elf mutmaßlich in die Karten. Da sich Bochum jedoch bis auf Sestak, der vor der Pause keine zehn Mal den Ball berührte, im Rückwärtsgang befand und Hoffenheims Angriffsbemühungen wirkungsvoll einengte, entwickelten sich nur wenige brisante Szenen vor dem Tor von VfL-Schlussmann Fernandes. Zwei Wellington-Möglichkeiten und eine für Carlos Eduardo, der knapp vorbei schoss sowie zahlreiche halbgare Versuche aus der Zweiten Reihe blieben unter dem Strich das dünne Ergebnis der überlegenen Gastgeber. Bochum verteidigte vorwiegend sattelfest, kam selbst nur einmal gefährlich vors 1899-Tor - machte dabei allerdings das einzige Tor vor der Pause und stellte die Partie geradezu auf den Kopf. Eine erste Eckballhereingabe wehrte Haas gegen Sestak noch ab, doch die folgende Ecke erwischt Ono, in dessen Schuss Sestak seinen Fuß hielt und zur Überraschung aller Anwesenden ins Netz traf (42.). Auf der Gegenseite kam Salihovic zwar endlich einmal zum Schuss, doch Fernandes rettete den 1:0-Vorsprung des VfL in die Halbzeit (44.).

Der Schock des Rückstandes schien den Hoffenheimern zu Beginn der zweiten Hälfte noch arg in den Knochen und Köpfen zu stecken, denn die Bochumer dominierten plötzlich. Zuerst vergaben Sestak und Maltritz ihre Möglichkeiten zwar noch, doch in der 55. Minute profitierte Sestak von einer missglückten Compper-Abwehr und schoss per Direktabnahme von der Strafraumgrenze ins äußerste linke Toreck. Ehe sich 1899 zur Aufholjagd aufmachen konnte, dezimierte sich der Aufsteiger völlig unnötig selbst. Bönig erhielt im Anschluss eines Zweikampfes gegen Eduardo von seinem Kontrahenten einen Nachschlag ins Gesicht, der mit Rot für den Brasilianer geahndet wurde (59.). Zwei Minuten später pflügte zu allem Übel der herauseilende Haas auch noch den durchbrechenden Sestak spektakulär über den Haufen und musste sich ebenfalls mit einer Roten Karte abfinden. Neun Hoffenheimer spielten danach zwar auch wieder auf Angriff und hatten mehr Spielanteile, doch der zahlenmäßig überlegene Gast hatte natürlich nun mehr Platz zum für Konter. Auf Vorarbeit von Freier rutschte Sestak dann auch wenig überraschend in den Ball und traf ein drittes Mal (69.). Bochum hätte durch weitere Gegenzüge die Hoffenheimer zwar noch weiter demütigen können, beließ es jedoch beim 3:0. Nach zwei guten Chancen für Ba in den Schlussminuten, die jedoch nicht zum Ehrentreffer genutzt wurden, pfiff Schiri die kuriose Auseinandersetzung ab.

Ulrich Merk

Spielstatistik 1899 Hoffenheim - VfL Bochum

1899 Hoffenheim

-

VfL Bochum

0:3 (0:1)

Bundesliga 2008/2009, 27. Spieltag
11.04.2009, 15:30 Uhr
Rhein-Neckar-Arena (Sinsheim), 30.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)
Tore
0:1 Stanislav Sestak 42. (Linksschuss, Ono)
0:2 Stanislav Sestak 55. (Rechtsschuss)
0:3 Stanislav Sestak 70. (Rechtsschuss, Freier)
Wechsel Hoffenheim
Tobias Weis
für Isaac Vorsah
(4,5)
(46.)
Marco Terrazzino
für Wellington
(4,5)
(60.)
Ramazan Özcan
für Per Nilsson
(3,5)
(62.)
Wechsel Bochum
Paul Freier
für Joel Epalle
(3,0)
(10.)
Marc Pfertzel
für Shinji Ono
(3,5)
(64.)
Dennis Grote
für Philipp Bönig
(―)
(77.)
Karten Hoffenheim
Gelb für Christoph Janker
Rot für Carlos Eduardo (59.)
Rot für Daniel Haas (61.)
Karten Bochum
Gelb für Shinji Ono
Gelb für Daniel Imhof