Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - Hamburger SV

Überdosis Grün-Weiß

Ausgezeichnetes Stellungsspiel: Werders zweifacher Torschütze Hugo AlmeidaAusgezeichnetes Stellungsspiel: Werders zweifacher Torschütze Hugo Almeida

So bitter wie der „Vierkampf“ zwischen Bremern und Hamburgern mit dem DFB-Pokalaus nach Elfmeterschießen für die Elbstädter begonnen hatte, so bitter endete er mit der 0:2-Niederlage im Bundesligavergleich. Ausgeschieden in den Pokalrunden, ausgebremst in der Liga - für den HSV war Werder eine Überdosis Grün-Weiß.

Wichtige Stammkräfte fehlten auf beiden Seiten, als sich Bremen und Hamburg im Weserstadion zum letzten Akt des hanseatischen Vierteilers trafen. Nach den verloren gegangenen Entscheidungen in den Pokalwettbewerben ging es für die Gäste darum, nicht auch noch ihre hoffnungsvollen Perspektiven im Meisterschaftsendspurt von Werder ruinieren zu lassen. Für Bremen war das Abschneiden in der Bundesliga längst zweitrangig; stattdessen wurde in Sachen Personalplanung ein neues Fass aufgemacht, als ein möglicher Wechsel von Trainer Thomas Schaaf zum VfL Wolfsburg in der Presse kolportiert wurde. „Niemand muss sich Sorgen machen“, beruhigte Klaus Allofs die Werder-Anhänger, nachdem er das Thema mit dem Coach erörtert hatte. Größere Sorgen hatten die Fans auch nicht in den ersten 45 Minuten des Bundesligavergleichs zu ertragen. Bei strahlendem Sonnenschein begannen beide Teams vergleichsweise dezent; wenig erinnerte an die intensiven Begegnungen aus den Vorwochen. Der HSV verbuchte optische Feldvorteile, erste Aufregung verursachte jedoch ein von Rosenberg abgefeuerter Pfostentreffer der Gastgeber (15.). Davon aufgeschreckt legten die Hamburger einen Gang zu und hatten durch Trochowski eine gute Führungschance - per Fußabwehr klärte Tosic jedoch die brenzlige Situation (24.). Zehn Minuten später dann die Ernüchterung für die Gäste: Rosenberg entwischte Gravgaard, legte im Sechzehner quer zu Almeida - 1:0 für Bremen. Die letzten Minuten vor der Pause machte der HSV nochmals Druck und Guerrero forderte Wiese eine starke Reaktion ab, als er aus sechs Metern abzog, der Bremer Keeper jedoch blitzschnell parierte (41.).

Die zweite Hälfte war noch keine fünf Minuten alt, da fiel die Entscheidung: Werder fing einen HSV-Angriff ab, Frings und Özil trugen das Leder vors Hamburger Tor, wo Almeida genau wusste, wo er zu stehen hatte. Problemlos markierte der Portugiese seinen zweiten Treffer (49.). Die Gäste waren erschüttert und liefen in den nächsten Minuten Gefahr, einen weiteren Einschlag zu kassieren. Niemeyer, Frings und Almeida nahmen das Gästegehäuse ins Visier; auf Hamburger Seite konnte lediglich der schnelle Pitroipa sporadisch Torgefahr andeuten. In der 76. Minute verwehrte Frank Rost mit einer Fußabwehr dem eingewechselten Pizarro den Torerfolg zum 3:0. Werders Nachwuchsspieler Torsten Oehrl hatte die nächste Großchance der Gastgeber, traf nach Zuspiel von Pizarro jedoch nur den linken Pfosten (81.). Einmal musste Rost noch einen guten Schussversuch Niemeyers aus dem Winkel fischen (85.), dann war Schluss. Und der HSV erstmals seit dem zweiten Spieltag erstmals aus den internationalen Startplätzen gerutscht.

André Schulin

Spielstatistik SV Werder Bremen - Hamburger SV

SV Werder Bremen

-

Hamburger SV

2:0 (1:0)

Bundesliga 2008/2009, 31. Spieltag
10.05.2009, 17:00 Uhr
Weserstadion (Bremen), 42.100 Zuschauer
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore
1:0 Hugo Almeida 34. (Linksschuss, Rosenberg)
2:0 Hugo Almeida 49. (Rechtsschuss, Özil)
Wechsel Bremen
Claudio Pizarro
für Markus Rosenberg
(3,0)
(46.)
Torsten Oehrl
für Hugo Almeida
(―)
(68.)
Alexandros Tziolis
für Torsten Frings
(―)
(82.)
Wechsel Hamburg
Ivica Olic
für Marcell Jansen
(4,5)
(56.)
Albert Streit
für Piotr Trochowski
(3,5)
(56.)
Guy Demel
für David Jarolim
(―)
(82.)
Karten Bremen
Gelb für Peter Niemeyer
Karten Hamburg
Gelb für Guy Demel
Gelb für David Jarolim
Gelb für Jerome Boateng