Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg

Immer wieder Gomez

Das war sein Spiel:
Mario GomezDas war sein Spiel:
Mario Gomez

Wenige Tage nach dem Verlust ihres Trainers kassierten die Wölfe gleich die höchste Pleite der gesamten Saison und hatten am Ende Mühe, sich überhaupt auf dem Thron zu halten. Stuttgart legte los wie die Feuerwehr und ließ sich auch vom plötzlichen Anschlusstor nur ganz kurz beirren. Da Mario Gomez mal wieder traf wie er wollte, stiegen die Schwaben mit einem 4:1-Kantersieg schließlich ganz groß ins Titelrennen ein.

Kaum war das Spielgerät frei, schlug auf dem Rasen der Blitz ein: Hilbert auf Träsch, Träsch in die Mitte, wo Mario Gomez in die Luft stieg und nach 28 Sekunden ins Tor traf ­ mit dem schnellsten Treffer der Saison lag der Verfolger mit 1:0 vorn. Selbst den sonst so nervenstarken Wölfen schlug dieses Ereignis klar erkennbar auf den Magen. Hätte Benaglio nicht so aufmerksam pariert, Gomez hätte gleich im nächsten Versuch schon wieder geknipst; überhaupt legte Stuttgart eine bärenstarke Anfangsphase hin. Als sich der VfL dann doch nach einer Weile befreite und durch Dzeko auch einen ersten Schuss abfeuerte (17.), gab die Heimelf sofort die passende Antwort. Ein Traumpass des herausragenden Hitzlsperger hebelte die Abwehr aus, so dass Cacau vor dem Tor nur noch querlegen musste, um Gomez zum 2:0 zu verhelfen (20.). Nun entwickelte sich die Partie zu einem würdigen Spitzenspiel. Wolfsburg wurde wütend und hängte sich erheblich mehr rein, was zur Folge hatte, dass sich nun auf beiden Seiten die Torchancen häuften. In dieser Phase lag noch eher zwar das 3:0 in der Luft, trotzdem aber war das Spiel bald wieder offen, weil Lehmann an einem Freistoß vorbeiflog und Dzeko trotz kurzer Reaktionszeit die Klasse besaß, das Leder am langen Pfosten über die Linie zu lenken (37.). Mit Chancen durch Schäfer (44.) und Hitzlsperger (45.) ging eine aufwühlende Halbzeit bei einem etwas merkwürdigen Zwischenstand schließlich zu Ende.

Etwas mehr als eine Viertelstunde durften die Gäste noch hoffen, sich die Schwaben in der Tabelle vom Hals zu halten ­ am Ende aber hätte es sie beinahe vom Thron gekippt. Dass es noch so übel ausging, war ein bisschen die Schuld von Cristian Zaccardo. Hätte er nach 54 Minuten nicht am leeren Tor vorbeigeschossen, zumindest ein Remis wäre für die Wölfe wohl noch greifbar gewesen. So aber hieß der Mann des Spiels Mario Gomez. Schon nach einer Stunde hätte er das 3:0 markieren können, scheiterte allerdings an Benaglio. Drei Minuten später dann holte er die Vorentscheidung nach, als er Simunek nach einem Zuspiel von Khedira mit einer simplen Körpertäuschung narrte und aus 13 Metern vollendete. Am Ende war es ein Stück weit auch Zufall, dass immer derselbe Mann ins Tor traf, zumal auch Cacau (70.) und speziell der eingewechselte Marica, der aus kurzer Distanz an die Latte traf (79.), noch weiter hätten erhöhen können. Als trotzdem auch das 4:1 auf das Konto von Gomez ging (76.), war dies nicht zuletzt ein Ausdruck einer überragenden mannschaftlichen Form. Einen nicht einmal desolaten Tabellenführer kegelte der VfB so schließlich mit voller Wucht aus der Bahn und schaltete sich drei Runden vor Schluss der Saison endgültig und offiziell ins Titelrennen ein. Zwei große Vorzüge für den Endspurt machten die Schwaben bereits in diesem Spiel geltend: ein perfekt eingespieltes Team und einen Torjäger von internationalem Format.

Maik Großmann

Spielstatistik VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg

VfB Stuttgart

-

VfL Wolfsburg

4:1 (2:1)

Bundesliga 2008/2009, 31. Spieltag
09.05.2009, 15:30 Uhr
Mercedes-Benz-Arena (Stuttgart), 55.700 Zuschauer
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore
1:0 Mario Gomez 1. (Kopfball, Träsch)
2:0 Mario Gomez 20. (Rechtsschuss, Cacau)
2:1 Edin Dzeko 37. (Rechtsschuss, Gentner)
3:1 Mario Gomez 63. (Linksschuss, Khedira)
4:1 Mario Gomez 76. (Kopfball, Lanig)
Wechsel VfB Stuttgart
Martin Lanig
für Timo Gebhart
(2,5)
(46.)
Ciprian Marica
für Mario Gomez
(―)
(78.)
Jan Simak
für Sami Khedira
(―)
(83.)
Wechsel Wolfsburg
Ashkan Dejagah
für Zvjezdan Misimovic
(5,0)
(37.)
Cristian Zaccardo
für Sascha Riether
(5,5)
(39.)
Yoshito Okubo
für Peter Pekarik
(―)
(73.)
Karten Wolfsburg
Gelb für Edin Dzeko