Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen

Fataler Einbruch

Offensiv und torgefährlich wie lange nicht mehr: Thorsten FringsOffensiv und torgefährlich wie lange nicht mehr: Thorsten Frings

Eine derartige Abfuhr, die in der Höhe der Hinrundenklatsche in Bremen entsprach, war wahrlich nicht vorhersehbar. Bremen war personell geschwächt und Frankfurt noch auf Punkte angewiesen, um die Klasse endgültig sichern. Dass ein bis dahin offenes Spiel durch einen Platzverweis in einer solch krassen Art und Weise kippte, war selten zu beobachten.

Der Anfang war verhalten, dann aber nahmen beide Mannschaften das Fußballspielen auf und boten den Zuschauern im Stadion einen attraktiven Schlagabtausch an. Die Eintracht konnte sich schließlich mit einem Sieg ihrer Abstiegssorgen entledigen, während die ohne ihre etatmäßige Innenverteidigung Mertesacker/Naldo sowie Diego (verletzt) angetretenen Werderaner in der Liga keinem Platzierungs-Druck mehr ausgesetzt waren. Nach einer knappen Viertelstunde leitete Meier das Leder per Kopf zu Fenin weiter und bereitete damit Frankfurts erste gute Tormöglichkeit vor. Dem Kopfball des Tschechen mangelte es allerdings an Wucht und Präzision. Nun entspann sich jedoch ein abwechslungsreiches Match. Meier (23.) und Fenin (36.) hatten Frankfurts Führung jeweils auf dem Fuß, doch im ersten Fall rettete Boenisch für den bereits geschlagenen Wiese und gegen Fenins Schuss setzte der Bremer Schlussmann persönlich sein Können ein. Die Gäste ließen sich mit eigenen Chancen auch nicht lumpen, Özil und Pizarro verpassten jedoch ebenfalls einen Torerfolg im ersten Durchgang.

Mit dem bis dahin recht ausgeglichenen Spielverlauf nahm es in der 50. Minute ein jähes Ende. Ochs zog gegen Özil die Notbremse - Rot für den Frankfurter und Strafstoß für die Bremer waren die zwangsläufige Folge. Der mit offensiven Aufgaben betraute Frings schnappte sich die Pille und überwand den chancenlosen Pröll mit einem knallharten Schuss. Dass er es auch aus größerer Distanz kann, bewies Frings nur fünf Minuten später: Pizarros Ablage verwandelte er aus 18 Metern zum 2:0 für die Grün-Weißen, die sich plötzlich einem reichlich konfusen Gastgeber gegenüber sahen. Frankfurt fiel nach dem Platzverweis von Ochs fast aus dem Leim - und die Gegentreffer wie reife Früchte. Tziolis (60.) und Pizarro (63.) legten zeitnah nach und der eingewechselte Almeida stellte mit einem Freistoßhammer aus etwa 25 Metern in der 71. Minute den 5:0-Endstand her. Von Frankfurt kam gar nichts mehr, auch die angedachte Einwechslung des lange verletzten Amanatidis entfiel. Und das war wohl die beste Entscheidung, die auf Seiten der Hessen nach der Pause zu registrieren war.

André Schulin

Spielstatistik Eintracht Frankfurt - SV Werder Bremen

Eintracht Frankfurt

-

SV Werder Bremen

0:5 (0:0)

Bundesliga 2008/2009, 32. Spieltag
13.05.2009, 20:00 Uhr
Commerzbank-Arena (Frankfurt), 51.400 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Tore
0:1 Torsten Frings 51. (Foulelfmeter, Ochs an Özil)
0:2 Torsten Frings 56. (Rechtsschuss, Pizarro)
0:3 Alexandros Tziolis 60. (Kopfball, Özil)
0:4 Claudio Pizarro 63. (Rechtsschuss, Özil)
0:5 Hugo Almeida 77. (Freistoß)
Wechsel Frankfurt
Sebastian Jung
für Nikos Liberopoulos
(―)
(74.)
Michael Fink
für Junichi Inamoto
(―)
(79.)
Wechsel Bremen
Jurica Vranjes
für Torsten Frings
(3,5)
(59.)
Hugo Almeida
für Claudio Pizarro
(2,5)
(63.)
Niklas Andersen
für Frank Baumann
(―)
(77.)
Karten Frankfurt
Gelb für Chris
Rot für Patrick Ochs (50.)
Gelb für Habib Bellaid
Karten Bremen
Gelb für Hugo Almeida