Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hannover 96 - VfL Wolfsburg

Meisterliche Wölfe

Dreifacher Torschütze: Edin Dzeko, Teil des überragenden Wolfsburger SturmduosDreifacher Torschütze: Edin Dzeko, Teil des überragenden Wolfsburger Sturmduos

Es war wohl Teil des Hannoveraner Plans, die Angriffsmaschinerie der Wölfe durch eigene Offensivaktivitäten zu beeinträchtigen. Eine halbe Stunde lang konnte dem Spiel deshalb ein "Open end" bescheinigt werden. Dann schlug sich Wolfsburgs Entschlossenheit, gepaart mit einer eiskalten Chancenverwertung, siegbringend nieder. Eine mögliche Meisterschaftsfeier der Wölfe am nächsten Spieltag nahm festere Konturen an.

Ein Niedersachsen-Derby war das Spiel Hannover gegen Wolfsburg nur in untergeordneter Bedeutung. Vor allem ging es um die Frage: Kann der VfL dem Druck im Titelkampf und Fernduell mit den Bayern standhalten? Magaths Akteure wollten die Antwort gleich vom Anpfiff an mit ihrer offensiven Gangart positiv beantworten, doch die 96er hatten nicht vor, den teilnahmslosen Beobachter abzugeben. Mit ein wenig Fortune hätten sie die Führung vorlegen können, doch Krzynoweks abgefälschter Freistoß aus der 10. Minute prallte vom Innenpfosten des VfL-Gehäuses zurück ins Feld. Wolfsburg hatte wenige Minuten später mehr Glück - und das Können Dzekos auf seiner Seite. Unmittelbar vor dem Sechzehner der 96er, in zentraler Position, nahm er eine Flanke Hasebes mit der Brust an und hämmerte das Leder aus der Drehung per Dropkick unerreichbar für Enke in den Winkel (14.). Ein Traumtor, mit dem Hannovers Albtraum begann. Fahrenhorst musste früh verletzt heraus (19.) und VfL-Keeper Benaglio machte eine klasse Aktion der Roten zunichte, als er Brugginks Gewaltschuss - nach prima Zusammenspiel mit Balitsch - akrobatisch parierte (26.). Ein Doppelschlag Grafites (33. und 36.) gab der Partie endgültig ihre Richtung vor: Beide Male wurde der Brasilianer über links im Strafraum der 96er angespielt und legte den Ball überlegt und technisch perfekt an Enke vorbei ins Netz. Jedem war klar, dass die Entscheidung bereits vor der Pause gefallen war.

In den ersten 45 Minuten konnte trotz der deutlichen Gästeführung noch von einem Schlagabtausch gesprochen werden, nach dem Wechsel nicht mehr. Der VfL blieb hoch motiviert und hielt die Zügel in der Hand, derweil Hannover kaum noch ein anderes Ziel als Schadensbegrenzung anpeilen durfte. Zudem war es nicht besonders glücklich, dem Senior im Team, „Tanne“ Tarnat, kurz vor dem Spiel mitzuteilen, dass dies sein letztes Heimspiel für die Roten und eine Vertragsverlängerung abgelehnt worden war. Eine verunglückte Flanke Stajners, die auf dem Querbalken des VfL-Tores aufsetzte (66.), markierte Hannovers gefährlichste Torsituation. Wolfsburg hatte mehr zu bieten: Einmal mehr stellte Misimovic seine Vorbereiter-Qualitäten unter Beweis, als er in der 54. Minute von rechtsaußen in den freien Raum flankte und der mitgelaufene Dzeko locker zum 4:0 einnickte. In dieser Szene war der Bosnier völlig unbedrängt. Dass er aber auch trotz Begleitschutz nicht zu bremsen war, bewies er mit dem abschließenden Kopfballtreffer zum 5:0 (79.). Hasebe hatte geflankt, Vinicius sich im Luftkampf vergebens eingesetzt und Dzeko seinen 25. Saisontreffer erzielt.

André Schulin

Spielstatistik Hannover 96 - VfL Wolfsburg

Hannover 96

-

VfL Wolfsburg

0:5 (0:3)

Bundesliga 2008/2009, 33. Spieltag
16.05.2009, 15:30 Uhr
AWD-Arena (Hannover), 49.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Tore
0:1 Edin Dzeko 14. (Rechtsschuss, Hasebe)
0:2 Grafite 33. (Linksschuss, Dzeko)
0:3 Grafite 36. (Rechtsschuss, Gentner)
0:4 Edin Dzeko 54. (Kopfball, Misimovic)
0:5 Edin Dzeko 80. (Kopfball, Hasebe)
Wechsel Wolfsburg
Ashkan Dejagah
für Christian Gentner
(3,0)
(65.)
Yoshito Okubo
für Zvjezdan Misimovic
(―)
(73.)
Jan Simunek
für Grafite
(―)
(81.)
Karten Hannover
Gelb für Hanno Balitsch
Gelb für Frank Fahrenhorst
Gelb für Vinicius Bergantin