Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Bayern München - VfB Stuttgart

Endspiel ohne Finalcharakter

Zeigte eine seiner besten Leistungen als Bayerns Nummer eins: Hans-Jörg ButtZeigte eine seiner besten Leistungen als Bayerns Nummer eins: Hans-Jörg Butt

Der Showdown zwischen dem Tabellenzweiten Bayern München und dem Dritten VfB Stuttgart am letzten Spieltag hielt nicht das, was er versprach. Die Münchner erreichten mit einem knappen Sieg in einem durchwachsenen Spiel die Champions League, die Stuttgarter zumindest die Qualifikation dafür.

Im Südschlager ging es nur zunächst um besonders viel: in den sechs Anfangsminuten bis zur Wolfsburger Führung gegen Werder Bremen ­ das Spiel in München begann eine Minute später als das in Wolfsburg ­ um eine für beide Mannschaften noch mögliche Meisterschaft und bis zur Ende der ersten Halbzeit, bevor die viertplatzierten Berliner in Karlsruhe hoffnungslos zurücklagen, um die noch fragliche Champions-League-Qualifikation. Dementsprechend nervös startete die Partie auch. Zwölf Minuten vergingen, bis Toni den ersten ernsthaften Torschuss im Spiel gegen den Außenpfosten setzte. Bezeichnend, dass die vier Minuten später für etwas bessere Münchner gefallene Führung einer misslungenen Stuttgarter Abwehraktion zu verdanken war: Boulahrouz grätschte eine flache Ribery-Hereingabe unhaltbar für den von den Bayern-Fans ausgepfiffenen Stuttgarter Schlussmann Lehmann ins kurze Toreck. Ab der 20. Spielminute begann der VfB, sich zu einem kleinen Zwischenhoch aufzuraffen, auch weil sich die Bayern in die Defensive zurückzogen, ohne aber eine sattelfeste Hintermannschaft hinzustellen. Da jedoch FCB-Schlussmann Butt aus dem Privatduell mit Stuttgarts Goalgetter Gomez zweimal als Sieger herausging (27., 41.) und die Versuche von Träsch (22.) sowie Hitzlsperger (25.) ebenfalls entschärfte, verteidigte der Rekordmeister seine Pausenführung. Und hätte diese, nachdem er in der Schlussphase der ersten Halbzeit wieder mehr Einsatz im Angriff gezeigt hatte, sogar ausbauen können: Ausgerechnet Eigentorschütze Boulahrouz schlug über eine Sosa-Hereingabe, so dass Toni aus knapp fünf Metern frei zum Abschluss kam, aber den Ball über das Tor schoss (44.). Der Italiener ließ in der Nachspielzeit eine weitere Einschussgelegenheit verstreichen.

Nach der Pause plätscherte das Spiel eine Viertelstunde vor sich hin, ehe Ribery eine Schweinsteiger-Vorlage zu van Bommel weiterleitete und der Kapitän den Ball durch die Beine Lehmanns ins Tor schob. Die vermeintliche Vorentscheidung wenig später, ein Podolski-Treffer, wurde dagegen wegen einer Abseitsstellung des Bald-wieder-Kölners in seinem letzten Bayern-Spiel zu Recht abgepfiffen (63.). Stattdessen tankte sich Gomez im direkten Gegenzug gegen die Bayern-Abwehr (Demichelis, Lucio, van Buyten) durch und überwand auch noch Butt (64.). Obwohl Stuttgart-Trainer Babbel mit Schieber einen weiteren Stürmer einwechselte (69.) und Gomez eine weitere Großchance vergab, nachdem Demichelis einen langen Ball unterlaufen hatte (73.), blies die schwäbische Schlussoffensive erstaunlich lau. Vielmehr waren die Bayern durch Lahm, dessen Schuss Lehmann parierte (89.), sogar einem weiteren Treffer näher. Die diesmal risikoscheuen Schwaben konnten nicht an die starken Leistungen der sonstigen Rückrunde anknüpfen, dem FC Bayern genügte im letzten Spiel unter der Leitung von Interimstrainer Heynckes eine ordentliche Leistung, um mit einem verdienten Sieg auch nächstes Jahr an der für Bosse und Spieler so wichtigen Champions League teilzunehmen.

Senthuran Sivananda

Die Spielstatistik FC Bayern München - VfB Stuttgart

FC Bayern München

-

VfB Stuttgart

2:1 (1:0)

Bundesliga 2008/2009, 34. Spieltag
23.05.2009, 15:30 Uhr
Allianz Arena (München), 69.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore
1:0 Khalid Boulahrouz 16. (Eigentor, Ribery)
2:0 Mark van Bommel 60. (Rechtsschuss, Ribery)
2:1 Mario Gomez 64. (Rechtsschuss)
Wechsel B. München
Andreas Ottl
für Bastian Schweinsteiger
(―)
(77.)
Miroslav Klose
für Luca Toni
(―)
(79.)
Tim Borowski
für Lukas Podolski
(―)
(88.)
Wechsel VfB Stuttgart
Elson
für Timo Gebhart
(4,0)
(60.)
Julian Schieber
für Christian Träsch
(―)
(69.)
Ciprian Marica
für Thomas Hitzlsperger
(―)
(84.)
Karten B. München
Gelb für Mark van Bommel