Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - VfL Wolfsburg

Turbulenzen in der Schlussphase

Tor- und verhinderter Elfmeterschütze: Herthas CiceroTor- und verhinderter Elfmeterschütze: Herthas Cicero

Die Berliner enttäuschten im ersten Durchgang auf der ganzen Linie, setzten sich dann allerdings mit 2:1 ab. Am Ende teilten sich die Mannschaften gerechterweise die Punkte.

Die Begegnung war noch keine 60 Sekunden alt, da lag Wolfsburg auch schon in Führung. Nach einem katastrophalen Fehlpass von Gojko Kacar und einer Vorlage Gentners musste sich Grafite zunächst Hertha-Schlussmann Drobny geschlagen geben. Bei der anschließenden Misimovic-Ecke übersprang Kapitän Ricardo Costa dann aber Stein und Cicero und köpfte aus acht Metern zum bisher schnellsten Saisontor ein. Völlig verunsichert durch den Rückstand, leisteten sich die Hausherren zahlreiche Ungenauigkeiten und waren im Spiel nach vorne extrem ungefährlich. Die einzige Ausnahme gab es in der 34. Minute, als Kacar von der fleißigen Neuverpflichtung Andrej Voronin auf die Reise geschickt wurde und von der Grundlinie auf Pantelic zurücklegte, der mit seinem Drehschuss jedoch an Benaglio scheiterte. Die Berliner konnten sich glücklich schätzen, dass auch das Abschlussverhalten des aggressiven und spielfreudigen VfL stark verbesserungsbedürftig war: Grafite ließ Simunic innerhalb des Strafraums wie einen Anfänger aussehen, schoss dann allerdings hauchdünn vorbei (9.) und ein Kopfballaufsetzer Misimovics landete in den Fängen von Jaroslav Drobny (31.).

Die zweite Hälfte begann wie die erste: Die Niedersachsen drückten auf die Tube und kamen zu einer vorzüglichen Möglichkeit durch Grafite, der es schaffte, die Kugel aus kürzester Entfernung neben das Gehäuse zu setzen (49.). Der fahrlässige Umgang mit den Chancen sollte sich rächen, denn in der 57. Minute köpfte Kacar nach einem Freistoß Eberts den Ausgleich. Damit ließ der Serbe nicht nur seinen Patzer vor dem 0:1 vergessen, sondern verlieh seinen Farben auch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Für die Wolfsburger wurde es vor allem immer dann brenzlig, wenn die Favre-Truppe über ihren rechten Mittelfeldspieler Patrick Ebert angriff. In der 63. Minute nahm Pantelic eine Hereingabe des 21-Jährigen mit der Brust an, fand anschließend jedoch nicht an Benaglio vorbei. Als wenige Augenblicke später die nächste Ebert-Flanke ins Zentrum segelte, schenkte Costa der Hertha mit einem Handspiel einen Elfmeter. Obwohl er die letzten drei Strafstöße verschossen hatte und Neuzugang Cicero als erster Schütze vorgesehen war, schnappte sich Marko Pantelic den Ball ­ und setzte ihn neben den linken Pfosten (64.). Nach 85 Minuten konnte sich der Stürmer aber rehabilitieren, indem er Cicero bediente, der aus fünf Metern zu seinem ersten Saisontreffer einnickte. Damit war das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen, denn von Bergen ließ sich von Santana das Spielgerät abluchsen und musste mitansehen, wie Sascha Riether auf Pass des eingewechselten Dzeko das 2:2 markierte (90.). In der Nachspielzeit hätte Schäfer die Gäste beinahe sogar noch zum Sieg geschossen, doch Drobny beendete die Veranstaltung mit einer Klasseparade.

Christian Brackhagen

Spielstatistik Hertha BSC - VfL Wolfsburg

Hertha BSC

-

VfL Wolfsburg

2:2 (0:1)

Bundesliga 2008/2009, 4. Spieltag
13.09.2008, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 38.900 Zuschauer
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Tore
0:1 Ricardo Costa 1. (Kopfball, Misimovic)
1:1 Gojko Kacar 57. (Kopfball, Ebert)
2:1 Cicero 85. (Kopfball, Pantelic)
2:2 Sascha Riether 90. (Rechtsschuss, Dzeko)
Wechsel Hertha BSC
Fabian Lustenberger
für Patrick Ebert
(―)
(81.)
Lukas Piszczek
für Gojko Kacar
(―)
(82.)
Maximilian Nicu
für Raffael
(―)
(86.)
Wechsel Wolfsburg
Jonathan Santana
für Josué
(3,5)
(46.)
Daniel Reiche
für Christian Gentner
(―)
(70.)
Edin Dzeko
für Ashkan Dejagah
(―)
(80.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Patrick Ebert
Gelb für Cicero
Karten Wolfsburg
keine
Besondere Vorkommnisse: Pantelic verschießt Handelfmeter (64.) - am Tor vorbei (Handspiel Costa)