Bundesliga

Spieltag

Spielbericht VfB Stuttgart - SV Werder Bremen

Herr im eigenen Haus

Behielt beim Führungstor die Übersicht: Sami KhediraBehielt beim Führungstor die Übersicht: Sami Khedira

Kaum eine Bundesligapaarung produzierte in den letzten Jahren eine vergleichbare Torflut wie die Auseinandersetzungen der Schwaben mit den Bremern. Diese Tradition wurde fortgesetzt - zum Leidwesen der Bremer, die allerdings nicht den Einsatzwillen aufbrachten, der ein besseres Resultat gerechtfertigt hätte.

Personell konnte Bremens Coach Thomas Schaaf aus dem Vollen schöpfen. Sein Stuttgarter Pendant Armin Veh war in einer weniger komfortablen Situation, ihm standen etliche Stammkräfte nicht zur Verfügung (Pardo, Boulahrouz, Simak, Bastürk). Doch den kompakteren Eindruck vermittelten die Gastgeber, denen auch der erste Treffer, eingeleitet durch einen Steilpass von Cacau, gelang. Khedira ließ noch Werder-Keeper Wiese aussteigen und löffelte den Ball aus der Drehung ins Netz (18.). Bremens anschließend erhöhter Einsatz führte zu einer Tormöglichkeit, die Lehmann (vor Rosenberg am Ball) jedoch zunichte machte. In der 29. Minute dann der zweite Rückschlag für die Grün-Weißen: Pasanen köpfte einen Stuttgarter Eckstoß hoch und weit aus dem Strafraum heraus - allerdings genau in den Bereich, wo der aufgerückte Verteidiger Träsch lauerte. Der Stuttgarter nahm das Leder volley und hämmerte es unhaltbar für Wiese in die Maschen. Spätestens nach diesem Treffer hatten die Schwaben genügend Muße, die Gäste aus einer sicheren Abwehr heraus kommen zu lassen. Trotzdem kam Bremen dem Anschlusstreffer sehr nahe, als die Abseitsfalle der Gastgeber versagte. Erneut strebte Werder-Stürmer Rosenberg aufs VfB-Gehäuse zu und wieder war es Lehmann, dessen Herauslaufen einen erfolgreichen Abschluss des Schweden unterband. Rosenbergs Lupfer tropfte ins Toraus (39.).

Zwei frische Offensivkräfte sollten nach der Pause Bremens Spiel neue Impulse verleihen (Hunt und Sanogo für Baumann und Pizarro), die großen Torchancen produzierte jedoch wieder der VfB. Tasci (51., Kopfball rechts vorbei) und Cacau (53., Heber knapp über die Querlatte) hatten exzellente Möglichkeiten, den Vorsprung auszubauen. Im Gegenzug köpfte Rosenberg aus kurzer Distanz drüber, als Signal dessen, dass die Gäste nun stärker wurden. Ein abgefangener Werder-Eckball stand jedoch am Anfang des dritten Stuttgarter Treffers. Lehmann warf das Leder zu Träsch, der am rechten Flügel durchstartete. Seine Flanke in den Bremer Sechzehner wurde vom zentral mitgelaufenen Khedira verpasst, aber am langen Pfosten stand Hilbert ungedeckt und schoss über Wiese hinweg zum 3:0 ein (63.). Nur zwei Minuten später war der Vorsprung wieder reduziert. Diego zirkelte einen direkten Freistoß unhaltbar für Lehmann ins linke Eck, den Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor. Dann wurde die Partie ruppiger und verlor an Fahrt. Bremen hatte keine Kraft, eine Wende herbeizuführen so setzte der VfB das letzte Ausrufezeichen. Der gerade eingewechselte Lanig versetzte - zentral angespielt - zwei Bremer Abwehrspieler und schoss zum 4:1-Endstand (88.) ein.

André Schulin

Spielstatistik VfB Stuttgart - SV Werder Bremen

VfB Stuttgart

-

SV Werder Bremen

4:1 (2:0)

Bundesliga 2008/2009, 7. Spieltag
04.10.2008, 15:30 Uhr
Mercedes-Benz-Arena (Stuttgart), 55.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Herbert Fandel (Kyllburg)
Tore
1:0 Sami Khedira 18. (Rechtsschuss, Boka)
2:0 Christian Träsch 29. (Rechtsschuss)
3:0 Roberto Hilbert 63. (Rechtsschuss, Träsch)
3:1 Diego 65. (Freistoß)
4:1 Martin Lanig 88. (Rechtsschuss, Hilbert)
Wechsel VfB Stuttgart
Sebastian Rudy
für Arthur Boka
(―)
(77.)
Marijan Kovacevic
für Ludovic Magnin
(―)
(83.)
Martin Lanig
für Mario Gomez
(―)
(87.)
Wechsel Bremen
Aaron Hunt
für Frank Baumann
(4,5)
(46.)
Boubacar Sanogo
für Claudio Pizarro
(5,0)
(46.)
Hugo Almeida
für Sebastian Prödl
(―)
(79.)
Karten VfB Stuttgart
Gelb für Mario Gomez
Gelb für Arthur Boka
Gelb für Jens Lehmann
Karten Bremen
Gelb für Clemens Fritz
Gelb für Diego
Gelb für Petri Pasanen
Gelb für Aaron Hunt