Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hannover 96 - 1899 Hoffenheim

96 nur 25 Minuten auf Augenhöhe

Leitete die Wende ein: Sejad SalihovicLeitete die Wende ein: Sejad Salihovic

Auch die Niedersachsen mussten sich letztlich einem Angriffswirbel beugen, der sich immer öfter anschickt, die Bundesliga mit seiner beeindruckenden Offensivkraft aufzumischen. Nur in den ersten 25 Minuten nach der Pause schien 96 das Blatt noch wenden zu können.

Probleme, offensiv von Beginn an Fuß zu fassen, hatten beide Teams in der ersten Viertelstunde. Einzig ein Eduardo-Freistoß sorgte für etwas Aufregung. Aber dieser auch nur, weil Enke-Ersatz Fromlowitz nachfassen musste (12.). Dennoch schälte sich heraus, dass der Ball bei 1899 fortan weitaus flüssiger lief und Torchancen für den Aussteiger nicht ausblieben. Die beste hatte Demba Ba, doch sein Linksschuss zischte am langen Eck vorbei (18.). Hannovers Antworten erschöpften sich in Fernschüssen von Bruggink, die jedoch keine Gefahr brachten. Ein weiträumiger Doppelpass brachte das erfrischender angreifende Gästeteam dann in der 36. Minute in Front. Ibisevic hatte Beck am rechten Flügel eingesetzt und dessen Flanke nach einem Spurt vors 96-Tor aus vollem Lauf verwertet. Echte Torchancen hatte bis zur Pause auch weiterhin nur das Team von Ralf Rangnick, doch auf ein weiteres Erfolgserlebnis musste noch gewartet werden.

Zunächst war nämlich die Hecking-Elf dran, die nach der Pause mit Stajner für den enttäuschenden Schlaudraff aufgelaufen war und offensiv plötzlich überaus rührig wurde. Nach einer Huszti-Ecke lag der Ball dann auch im Tor der Gäste. 1899 hatte Christian Schulz am zweiten Pfosten "vergessen", dessen Aufsetzer Haas in seinem Gehäuse nicht mehr entscheidend abwehren konnte (48.). Die Partie sprang nun hin und her, mit leichten Vorteilen für Hoffenheim, doch die nächste Bude gelang wieder den Niedersachsen: Über Huszti flog der Ball von links in den Strafraum, Bruggink ließ geschickt durch und Stajner wuchtete das Spielgerät unhaltbar ins kurze Eck (64.). Die Gäste aber ließen sich nicht beirren. Nach einem wegen Foulspiels nicht anerkannten Ibisevic-Tor, eine Minute nach dem 1:2, warf Rangnick den überraschend nicht in der Startelf befindlichen Salihovic in die Partie und löste ein Offensiverdbeben aus. Der Bosnier schoss erstmals nach 70 Minuten in Richtung Fromlowitz, dieser ließ abprallen und Obasi staubte zum 2:2 ab. Das 3:2 für 1899 übernahm Salihovic selbst. Von der Strafraumgrenze sauste sein Schuss wie ein Strich ins rechte Toreck (72.). Hannover war geschockt, während die Gäste wie aufgedreht weiter stürmten. 80. Minute: Salihovic auf Ba, der Fromlowitz durch die Hosenträger zum 4:2 einschoss. 83.: Kombination der drei 1899-Angreifer auf den Torschützen Ibisevic, der eiskalt zu seinem 9. Saisontor zum 5:2 traf. Der gefrustete Bruggink rasierte dann noch Salihovic vom Rasen und musste verdientermaßen etwas früher vom Feld (85.). Die faszinierende Art und Weise des Hoffenheimer Erfolgs blieb zuletzt aber dann doch wohl eher in den Köpfen der Zuschauer.

Ulrich Merk

Spielstatistik Hannover 96 - 1899 Hoffenheim

Hannover 96

-

1899 Hoffenheim

2:5 (0:1)

Bundesliga 2008/2009, 8. Spieltag
18.10.2008, 15:30 Uhr
AWD-Arena (Hannover), 42.300 Zuschauer
Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)
Tore
0:1 Vedad Ibisevic 36. (Rechtsschuss, Beck)
1:1 Christian Schulz 48. (Linksschuss, Huszti)
2:1 Jirí Stajner 64. (Rechtsschuss, Huszti)
2:2 Chinedu Obasi 70. (Rechtsschuss, Salihovic)
2:3 Sejad Salihovic 72. (Linksschuss, Eduardo)
2:4 Demba Ba 80. (Linksschuss, Salihovic)
2:5 Vedad Ibisevic 83. (Rechtsschuss, Obasi)
Wechsel Hannover
Jirí Stajner
für Jan Schlaudraff
(3,5)
(46.)
Mario Eggimann
für Vinicius Bergantin
(4,0)
(54.)
Mike Hanke
für Hanno Balitsch
(―)
(75.)
Wechsel Hoffenheim
Sejad Salihovic
für Gustavo
(―)
(67.)
Isaac Vorsah
für Carlos Eduardo
(―)
(75.)
Christoph Janker
für Vedad Ibisevic
(―)
(86.)
Karten Hannover
Gelb für Szabolcs Huszti
Rot für Arnold Bruggink (85.)
Karten Hoffenheim
Gelb für Andreas Beck
Gelb für Gustavo