Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - VfL Bochum

Bittere Pleite

Bochums erfolgreicher Joker: Dennis GroteBochums erfolgreicher Joker: Dennis Grote

Die Liste der Spielerausfälle beim HSV hatte sich vor dem Heimspiel gegen Bochum noch einmal verlängert (Zé Roberto und Boateng), was die Hanseaten jedoch nicht daran hinderte, nahezu über die gesamten 90 Minuten zu dominieren. Am Ende stand der vermeintliche Favorit jedoch einmal mehr mit leeren Händen da.

Die Hamburger übernahmen sogleich die Initiative, spielten recht zügig nach vorne und hätten durch Elia bereits nach sechs Minuten in Front gehen können, doch der Niederländer schoss einen von Heerwagen abgewehrten Ball neben das Gäste-Tor. Besonders Trochowski zeigte sich spielfreudig, trieb sein Team an, doch im Abschluss versagten er und sein Kollege Jansen innerhalb der ersten Viertelstunde. Bochum suchte sein Heil in reiner Abwehrarbeit, offenbarte dabei aber auch immer wieder Durchlässigkeiten. Doch die Hausherren kamen nur vereinzelt zu gefährlichen Szenen vor Heerwagens Gehäuse, der vor allem mit einem Trochowski-Freistoß Schwierigkeiten hatte und von Glück reden konnte, dass ein Kopfballtor von Mathijsen aufgrund eines Fouls von Elia an dem VfL-Keeper nicht gewertet wurde. Zu diesem Zeitpunkt war bereits über eine halbe Stunde gespielt, der HSV durchgehend drückend überlegen, aber der Spielstand immer noch 0:0. Gegen Ende von Halbzeit eins ließen die Hamburger etwas nach und Bochum gelang tatsächlich der erste Torschuss, doch Sestak verfehlte den Kasten des unbeschäftigten Rost von der Strafraumgrenze um Zentimeter (38.).

Hamburg nahm den Faden nach Wiederbeginn jedoch erneut auf und drängte die Gäste wieder stärker zurück, erzwang allerdings vorerst nur zwei weitere Halbchancen durch Elia in Minute 55 und 63, die auch nicht wirklich befriedigen konnten. Langsam aber stetig stellten sich die Bochumer immer besser auf hanseatischen Angriffswellen ein, die kontinuierlich an Druck verloren. Zu hastig, zu ungenau wurde das Team von Bruno Labbadia, wenn es in Strafraumnähe kam, so dass der VfL sich immer besser auf die mittlerweile sehr durchsichtigen Manöver der Gastgeber einzustellen wusste. Hätte allerdings Prokoph in der 74. Minute nicht auf der Torlinie gerettet, wäre Tesche doch noch mit einem Kopfball nach einem Aogo-Eckstoß erfolgreich gewesen. So aber fiel das entscheidende Tor dieser Partie wie aus dem Nichts auf der Gegenseite und stellte das Spiel auf den Kopf. Über rechts hatte sich in der 77. Minute Sestak gegen den ausrutschenden Mathijsen durchgesetzt, nach innen geflankt, wo Grote - vom leicht verletzten Demel nicht mehr rechtzeitig abgedeckt - völlig frei die Kugel über die Linie drückte. Die Hamburger rollten in der Schlussphase zwar noch Angriff um Angriff gegen die VfL-Abwehrwand, doch bis auf zwei Freistöße von Tesche und Aogo, die Heerwagen entschärfte, fehlte es an brisanten Möglichkeiten, so dass es beim Überraschungserfolg für die erstmals in dieser Saison auswärts siegreichen Bochumer blieb.

Ulrich Merk

Spielstatistik Hamburger SV - VfL Bochum

Hamburger SV

-

VfL Bochum

0:1 (0:0)

Bundesliga 2009/2010, 13. Spieltag
22.11.2009, 17:30 Uhr
HSH Nordbank Arena (Hamburg), 53.800 Zuschauer
Schiedsrichter: Günter Perl (München)
Tore
0:1 Dennis Grote 77. (Rechtsschuss, Sestak)
Wechsel Hamburg
Tunay Torun
für Tolgay Arslan
(4,0)
(61.)
Marcus Berg
für Piotr Trochowski
(―)
(73.)
Maximilian Beister
für Guy Demel
(―)
(89.)
Wechsel Bochum
Dennis Grote
für Mimoun Azaouagh
(3,0)
(34.)
Roman Prokoph
für Joel Epalle
(3,5)
(46.)
Vahid Hashemian
für Stanislav Sestak
(―)
(90.)
Karten Hamburg
Gelb für Tunay Torun
Karten Bochum
Gelb für Roman Prokoph
Gelb für Philipp Heerwagen