Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Köln - VfL Wolfsburg

VfL erst am Ende souverän

Gelungener Einstand beim VfL: Obafemi MartinsGelungener Einstand beim VfL: Obafemi Martins

Bis zur 73. Spielminute waren die Kölner gegen den Meister mehr als im Soll. Dann aber drehte Wolfsburg per Doppelschlag ein Spiel, dass für den Favoriten lange Zeit unbefriedigend verlief.

Die Geißböcke gingen von Beginn an vehement in die Zweikämpfe und ließen den favorisierten Gast nicht zur Entfaltung kommen. Wenig verwunderlich deshalb auch, dass die erste Torchance für Köln anfiel, doch Ehret traf nach einer scharfen Brecko-Hereingabe nur das Außennetz (10.). Das aufwendige Spiel der Heimelf behagte den Wolfsburgern auch im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs gar nicht, allerdings hielt die Abwehr des Meisters den Kölner Sturmdrang in Grenzen, Torchancen blieben so gut wie aus. Es musste bis in die letzte Viertelstunde vor der Pause gewartet werden, ehe es wieder brenzlig vor den Torgehäusen wurde. Zuerst verpasste Mohamad ein rechtzeitiges Abspiel auf Podolski (32.), dann kam auch der erstarkte VfL zu Möglichkeiten: Grafite war zweimal dicht vor dem Führungstreffer und Gentner vergab per Kopfball.

Ein Aussetzer von Madlung verhalf vier Minuten nach der Pause dann aber doch überraschend den Kölnern zum 1:0. Der Nationalspieler ließ eine ungefährlich wirkende Vorlage von Petit in Sturmzentrum passieren, die Ehret überraschend erlief, am heraus eilenden Benaglio vorbeispitzelte und auch noch in letzter Konsequenz über die Torlinie drückte (49.). Wolfsburg nahm den Weckruf an und übernahm unmissverständlich die Vorherrschaft. Nach einer Riesenchance für Grafite, der nach 54 Minuten aus kurzer Entfernung das Tor verpasste, hatten die selten konternden Kölner aber noch einmal die große Möglichkeit zur Sensation, doch Podolski verfehlte aus halblinker Position das Tor um einen Meter (68.) und sein perfektes Comeback in Köln. In der 73. und 74. Minute kippte das Spiel dann richtig heftig. Zuerst rutschte Dzeko am zweiten Pfosten in eine flache Riether-Flanke und glich aus. Dann prallte Womé der Ball nach einer Schäfer-Flanke so unglücklich vom Hinterkopf, dass Montragon völlig überrascht zu spät reagierte und das Spielgerät nur noch aus dem Tor holen konnte. Kölns Trainer Soldo brachte mit Ishiaku und Novakovic zwar in der Schlussphase noch zwei weitere Angreifer, doch der VfL ließ nichts mehr anbrennen und hätte durch Grafite bereits auf 3:1 erhöhen können. Der Brasilianer machte es allerdings vier Minuten später besser, kombinierte sich mit Martins durch die FC-Deckung und legte für den Neuzugang auf, der sich abschließend in seiner ersten Partie für Wolfsburg gleich mit einem Tor vorstellte und somit einen perfekten Einstand hinlegte (87.). Lange Zeit sah es gegen die kampfstarken Kölner allerdings nicht nach diesem zuletzt so souveränen Ergebnis für den Favoriten aus.

Ulrich Merk

Spielstatistik 1. FC Köln - VfL Wolfsburg

1. FC Köln

-

VfL Wolfsburg

1:3 (0:0)

Bundesliga 2009/2010, 2. Spieltag
15.08.2009, 18:30 Uhr
RheinEnergieStadion (Köln), 48.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore
1:0 Fabrice Ehret 49. (Linksschuss, Freis)
1:1 Edin Dzeko 73. (Linksschuss, Riether)
1:2 Pierre Womé 74. (Eigentor, Schäfer)
1:3 Obafemi Martins 87. (Rechtsschuss, Grafite)
Wechsel FC Köln
Manasseh Ishiaku
für Kevin Pezzoni
(―)
(76.)
Milivoje Novakovic
für Pierre Womé
(―)
(84.)
Wechsel Wolfsburg
Obafemi Martins
für Karim Ziani
(3,0)
(63.)
Cristian Zaccardo
für Christian Gentner
(―)
(87.)
Ashkan Dejagah
für Edin Dzeko
(―)
(90.)
Karten FC Köln
Gelb für Lukas Podolski
Karten Wolfsburg
keine