Seine Einwechslung war spielentscheidend: Ruud van NistelrooyAls alles auf eine Führung der dominierenden Stuttgarter hindeutete, warf die Verpflichtung Ruud van Nistelrooys erste Rendite für den Hamburger SV ab. Mit Eiseskälte schloss der Holländer zwei kurz aufeinander folgende Chancen der Gäste zum 3:1-Sieg ab.
Dass ein einzelner Spieler für einen Klub von großer Bedeutung sein kann, ist immer wieder zu beobachten. Ob Ruud van Nistelrooy für den HSV einen solchen Status auf Dauer darstellt, muss sich zeigen. Zweifellos war es jedoch sein Einsatz als Joker im Gastspiel der Hanseaten beim VfB, der das Spiel zu Gunsten der „Rothosen“ kippte. Immerhin konnten die Hamburger noch ohne den holländischen Neueinkauf die 1:0-Führung hinlegen. Demels weiter Pass auf Berg ermöglichte dem Schweden in zentraler Position vor dem Stuttgarter Tor die Gelegenheit, den ersten Treffer der Partie zu markieren. Trotz der nahe stehenden Tasci und Delpierre zog Berg entschlossen und unhaltbar für Lehmann durch - 1:0 für die Gäste (23.). Der Rückstand weckte die Stuttgarter auf, die nun wesentlich engagierter das Heft in die Hand und Hamburgs Tor unter Beschuss nahmen. Rost bekam bis zum Halbzeitpfiff genug zu tun, Gegentreffer zu vermeiden. Ein gefährlicher Freistoß Trochowskis zwang auch Lehmann zu einer sehenswerten Parade (45.), aber die Gastgeber hatten weitaus mehr Torchancen kreiert.
Stuttgarts Überlegenheit zahlte sich zeitig nach Wiederbeginn aus. Hleb spielte auf links am Hamburger Strafraum einen schnurgeraden Rückpass zu Träsch, den der Stuttgarter Abwehrspieler direkt aufs Hamburger Tor weiterlenkte - Rost hatte keine Chance, an den aufs rechte Eck gehämmerten Ball heranzukommen (55.). Auch wenn der HSV gelegentliche Gegenstöße vortrug war der VfB nun eindeutig Herr im eigenen Haus. Das Blatt schien sich klar zu Gunsten der Schwaben zu wenden, da schickte Bruno Labbadia den Hamburger Sensationstransfer der Winterpause, Ruud van Nistelrooy, ins Rennen (65.). Zehn Minuten benötigte der Goalgetter, seinen Torinstinkt zu beweisen. Rozehnals Freistoß war Ausgangspunkt des 2:1-Führungstreffers. Jansen verlängerte die Flanke per Kopf und van Nistelrooy platzierte das Leder aus sieben, acht Metern Torentfernung überlegt im Kasten der Schwaben. Äußerst souverän schloss der Niederländer auch den nächsten Angriff der Gäste ab, der das Spiel entschied. Über Tesche und Berg kam der Ball zum Torjäger, der Lehmann erneut keine Abwehrchance ließ (77.). Stuttgart war bedient, die Siegeserie gerissen.
André Schulin
VfB Stuttgart
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 0:1 | Marcus Berg | 23. | (Rechtsschuss, Demel) |
| 1:1 | Christian Träsch | 55. | (Rechtsschuss, Hleb) |
| 1:2 | Ruud van Nistelrooy | 75. | (Linksschuss, Tesche) |
| 1:3 | Ruud van Nistelrooy | 77. | (Rechtsschuss, Berg) |
Aufstellung VfB Stuttgart![]() |
|
|---|---|
| Jens Lehmann | (3,0) |
| Stefano Celozzi | (4,0) |
| Serdar Tasci | (4,5) |
| Matthieu Delpierre | (4,5) |
| Cristian Molinaro | (3,0) |
| Timo Gebhart | (4,0) |
| Christian Träsch | (2,5) |
| Sami Khedira | (3,5) |
| Aliaksandr Hleb | (3,0) |
| Ciprian Marica | (4,5) |
| Pavel Pogrebnyak | (4,5) |
Aufstellung Hamburg |
|
|---|---|
| Frank Rost | (2,0) |
| Guy Demel | (4,0) |
| David Rozehnal | (3,5) |
| Joris Mathijsen | (3,0) |
| Dennis Aogo | (3,0) |
| Piotr Trochowski | (4,0) |
| Thomas Eduardo Rincon | (3,5) |
| David Jarolim | (3,0) |
| Marcell Jansen | (3,5) |
| Marcus Berg | (2,5) |
| Mladen Petric | (4,0) |
Wechsel VfB Stuttgart![]() |
|
|---|---|
| Zdravko Kuzmanovic für Aliaksandr Hleb |
(4,0) (56.) |
| Roberto Hilbert für Timo Gebhart |
(3,0) (56.) |
| Arthur Boka für Cristian Molinaro |
(―) (90.) |
Wechsel Hamburg |
|
|---|---|
| Tunay Torun für Dennis Aogo |
(4,0) (31.) |
| Ruud van Nistelrooy für Mladen Petric |
(1,0) (65.) |
| Robert Tesche für Piotr Trochowski |
(3,0) (65.) |
Karten VfB Stuttgart![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Ciprian Marica |
Karten Hamburg |
|
|---|---|
| Gelb für | David Jarolim |
Trainer VfB Stuttgart![]() |
|---|
| Christian Gross |
Trainer Hamburg |
|---|
| Bruno Labbadia |