Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - 1. FC Nürnberg

Wer die Gunst der Stunde nicht nutzt...

Schoss Hertha in den Abgrund: Angelos CharisteasSchoss Hertha in den Abgrund: Angelos Charisteas

Nach der Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg schwanden die Chancen der Hertha im Abstiegskampf. Die Berliner zeigten zwar gegen die in der ersten Halbzeit indisponierten Franken ihre beste Saisonleistung, versiebten aber zu viele Chancen.

Pal Dardais 281. Bundesligaeinsatz, mit dem er Michael Sziedat als Herthas Rekordspieler ablöste, verlief bis auf das Ergebnis und die Randale nach dem Schlusspfiff eigentlich gut. In der ersten Halbzeit trafen druckvolle und zweikampfstarke Berliner auf Franken, die keine Ruhe in ihr Spiel bekamen und deswegen viele Bälle schnell verloren gaben. Einziges Manko bei den Hausherren war die von Torwart Drobny in der Vorwoche kritisierte Treffsicherheit der Stürmer: Raffaels Schussversuch aufs verlassene Tor klärte der Breno-Vertreter Maroh vor der Linie (11.), Gekas traf den linken Pfosten (16.). Der beste Nürnberger, Schlussmann Schäfer, parierte zudem Ramos‘ Schuss (17.) sowie die Kopfbälle von Raffael (21.) und Gekas (27.). Allerdings hatte er eigentlich auch einen Strafstoß verschuldet, jedoch blieb der Schiedsrichterpfiff aus, nachdem der FCN-Torwart Cicero geschubst hatte (23.). Dafür aber konnte Gekas seine dritte Torchance verwerten. Nach einer zunächst geklärten Ecke brachte Piszczek den Ball wieder in die Gefahrenzone, Ramos leitete zu Cicero weiter, der scheiterte zwar an Schäfer, der griechische Mannschaftskamerad staubte jedoch erfolgreich ab (36.).

Obwohl der Club im zweiten Durchgang besser im Geschehen war, hatte Berlin die Partie eine weitere Viertelstunde im Griff. Raffael vergab gegen Schäfer eine gute Gelegenheit zur Vorentscheidung (54.), bevor Nürnberg seine zweite Chance zum Ausgleich verwertete. In der ersten Halbzeit hatte Gündogan links am Tor vorbeigeschossen (23.). In der 61. Minute aber nickte Bunjaku eine Risse-Ecke ein, auch weil er sich durch einen Schubser grenzwertig seinem Gegenspieler Friedrich entledigte. Nach dem Ausgleich war der Club seinem Gegner ebenbürtig. Mit dem Unentschieden hätte er allerdings besser leben können als die Hertha, die deshalb alles nach vorne warf und gleichzeitig gegnerische Konter riskierte. Eine knappe Viertelstunde vor dem Abpfiff traf Bunjaku den rechten Pfosten (76.), auf der Gegenseite köpfte Wichniarek eine Friedrich-Vorlage über den Querbalken (79.). In der Nachspielzeit durchbrach dann ein Frantz-Zuspiel die aufgerückte Berliner Verteidigung, Gündogan legte quer zu Charisteas, der nur noch ins Tor einzuschieben brauchte. Nach dem Abpfiff schienen auch einige Anhänger der Bundeshauptstädter die Hoffnung auf den Klassenerhalt verloren zu haben und randalierten, unter anderem mit Fahnenstangen bewaffnet, im Innenraum des Olympiastadions.

Senthuran Sivananda

Spielstatistik Hertha BSC - 1. FC Nürnberg

Hertha BSC

-

1. FC Nürnberg

1:2 (1:0)

Bundesliga 2009/2010, 26. Spieltag
13.03.2010, 15:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 57.800 Zuschauer
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore
1:0 Theofanis Gekas 36. (Linksschuss, Cicero)
1:1 Albert Bunjaku 61. (Kopfball, Risse)
1:2 Angelos Charisteas 90. (Rechtsschuss, Gündogan)
Wechsel Hertha BSC
Maximilian Nicu
für Florian Kringe
(4,5)
(53.)
Gojko Kacar
für Pal Dardai
(―)
(67.)
Artur Wichniarek
für Lukas Piszczek
(―)
(78.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Arne Friedrich
Gelb für Raffael