Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - VfL Bochum

Werder-Wahn

Mit Mut zum Risiko den Sieg erzwungen: Thorsten FringsMit Mut zum Risiko den Sieg erzwungen: Thorsten Frings

Bremens Fans brauchten auch im Spiel gegen den VfL Bochum starke Nerven. Sie bekamen das volle Werder-Paket: Eine fragwürdige Defensivleistung rang mit spektakulären Angriffsaktionen. Gewinner war die Offensive.

Die Pokal-Belastungen (Europa League und DFB-Pokal) veranlassten Werder-Coach Thomas Schaaf zu einem enormen Umbau. Gegenüber dem Valencia-Spiel standen sechs neue Akteure in der Startelf. An der Abwehrschwäche änderte das nichts. Die Gäste aus Bochum - im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel ebenfalls stark verändert (vier Positionen) - kamen relativ billig zur 1:0-Führung. Prokoph führte das Leder auf der rechten Seite und passte es zu Sestak, der sich zwischen die Bremer Innenverteidiger hindurch wuselte und Werder-Schlussmann Wiese mit einem platzierten Abschluss versetzte (14.). Spielerisch blieben die Gastgeber vieles schuldig. Torchancen entstanden bestenfalls nach Standards; Zwingendes sprang jedoch selbst dabei nicht heraus. Bochum präsentierte sich als kompakte Einheit und hatte mit der knappen Pausenführung einen nicht unverdienten Zwischenstand erreicht.

Mit den Wechseln - Pizarro und Özil kamen sofort zum Wiederanpfiff, Frings ersetzte später den verletzten Borowski - erhöhten die Bremer die Qualität des Spiels. In der 51. Minute war das Glück allerdings erforderlich, als Fuchs' Freistoßkracher aus 16 Metern am rechten Pfosten vorbei flog. Doch dann ein Highlight des nun dramatisch werdenden Matches: Naldo schickte aus dem Mittelfeld kommend eine hohe Flanke an den Bochumer Sechzehner, die Pizarro aus dem Lauf volley neben den linken Pfosten ins Gästetor schoss (58.). Schlagartig wechselten nun die Torraumszenen. Dedic ließ in der 61. Minute mit zu schwachem Abschluss die erneute VfL-Führung aus; nur zwei Minuten später holte er das Versäumte mit einem feinem Lupfer über Wiese hinweg jedoch nach. Holtby hatte die starke Vorarbeit geleistet. Wieder sah Werders Abwehr nicht gut aus, aber in der Vorwärtsbewegung klappte es bei den Norddeutschen mittlerweile wie geölt. Bargfrede bediente mit einem gut getimten Diagonalpass den halbrechts im Gästesechzehner lauernden Marin. Der an diesem Tag wieder überzeugende Offensivkünstler legte sich das Leder zurecht und stellte den über Heerwagen gelupften 2:2-Ausgleich her (65.). Die tristen ersten 45 Minuten waren längst vergessen, und Frings krönte das am Ende denkwürdige Spiel zugunsten der Gastgeber. Einen aus dem Bochumer Sechzehner heraus geschlagenen, hohen Ball schickte er aus knapp 30 Metern Torentfernung volley dahin zurück, wo er herkam. Von Mavraj noch abgefälscht schlug die Kugel zum 3:2-Sieg ein (81.). Die aufregenden Szenen hatten sich damit aber mitnichten erledigt: Wiese mit zwei großartigen Reaktionen (89.) bei einer Bochumer Doppelchance und Boenischs Rettungstat auf der Linie in der Nachspielzeit ließen die Zuschauer erst zur Ruhe kommen, nachdem die letzte Sekunde der Partie verstrichen war.

André Schulin

Spielstatistik SV Werder Bremen - VfL Bochum

SV Werder Bremen

-

VfL Bochum

3:2 (0:1)

Bundesliga 2009/2010, 27. Spieltag
20.03.2010, 15:30 Uhr
Weserstadion (Bremen), 36.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Diez)
Tore
0:1 Stanislav Sestak 14. (Rechtsschuss, Prokoph)
1:1 Claudio Pizarro 58. (Rechtsschuss, Naldo)
1:2 Zlatko Dedic 63. (Linksschuss, Holtby)
2:2 Marko Marin 65. (Linksschuss, Bargfrede)
3:2 Torsten Frings 81. (Rechtsschuss)
Wechsel Bremen
Claudio Pizarro
für Markus Rosenberg
(3,0)
(46.)
Mesut Özil
für Daniel Jensen
(3,0)
(46.)
Torsten Frings
für Tim Borowski
(―)
(78.)
Wechsel Bochum
Paul Freier
für Zlatko Dedic
(―)
(69.)
Diego Fernando Klimowicz
für Roman Prokoph
(―)
(86.)
Vahid Hashemian
für Stanislav Sestak
(―)
(86.)
Karten Bremen
Gelb für Tim Borowski
Gelb für Naldo
Gelb für Claudio Pizarro
Karten Bochum
keine