Bundesliga

Spieltag

Spielbericht SV Werder Bremen - Hannover 96

Nordderby ohne Tore

Nur bei Ecken gefährdet, ansonsten stark: Florian FromlowitzNur bei Ecken gefährdet, ansonsten stark: Florian Fromlowitz

Der noch nicht identifizierten Viruserkrankung Robert Enkes geschuldet nahm Florian Fromlowitz den Platz zwischen Hannovers Pfosten ein. Gegen die in den zweiten 45 Minuten stärker drückenden Bremer lieferte er eine starke Partie ab.

Wie gute Nachbarn, die sich vor einem gemeinsamen Grillabend zu einem freundschaftlichen Kick verabreden, gestalteten Werder und die 96er den ersten Teil des Nordderbys im Weserstadion. Man tat sich nicht weh - dass Frings und Djakpa Gelbe Karten kassierten, war unglücklichen Zusammenstößen geschuldet. In Sachen Fairness war also nichts zu beanstanden - wohl aber die mangelnde Leidenschaft, das verschleppte Spieltempo und die Chancenarmut auf beiden Seiten. Jedes Team konnte nur eine einzige gute Tormöglichkeit geltend machen: Hannovers Chahed leitete die gefährlichste Aktion der Gäste ein, als er den Ball von rechts hart in den Bremer Sechzehner schoss. Stajner nahm das Leder volley und lenkte es direkt aufs Werdertor - aber Wiese parierte mit gutem Reflex (6.). Die Gastgeber benötigten eine Standardsituation, um die 96er in Verlegenheit zu bringen. Marins Eckstoß erwischte Pizarro per Kopf und visierte das rechte Toreck an; da stand allerdings Chahed und köpfte das Leder heraus (10.). Einmal landete der Ball tatsächlich im Netz: Djakpas Treffer, nach Zusammenspiel mit Stajner, fiel jedoch aus Abseitsposition und wurde deshalb zurecht nicht gewertet (33.).

Ihre Torgefährlichkeit bei Eckstößen wiesen die Grün-Weißen gleich nach Wiederanpfiff erneut nach: Wieder war Fromlowitz ohne Abwehrchance, als Cherundolo Mertesackers Kopfball - nach Özils Ecke - vor der Linie klären musste (46.). Aber Werder wurde nun zunehmend auch aus dem Spiel heraus druckvoller. Borowski, von Bargfrede gut eingesetzt, verzog von der Strafraumkante (50.) und Marin, in seiner besten Szene, scheiterte mit einem Distanzschuss an Fromlowitz (53.). Der Enke-Ersatz reagierte zudem zweimal prächtig, als Werder eine Doppelchance erspielte. Frings hatte einen präzisen Steilpass in den Sechzehner auf Pizarro getreten, der seinen Bewacher versetzte, sich aber den starken Reflexen des 96-Keepers bei zwei Schussversuchen beugen musste (58.). Klasse Rettungstaten lieferte Fromlowitz auch anschließend gegen die links durchgebrochenen Özil und Pizarro ab (71.). Hannover tauchte zunächst kaum vor Wiese auf, hatte bei einem schnellen Gegenstoß über Konan Ya allerdings eine Abschlusschance, bei der Wiese sich ganz lang strecken musste (75.). In den Schlussminuten bot sich beiden Nordklubs noch die Chance, einen Dreier herauszuholen - einen späten K.o. hätte jedoch keiner verdient. Gut nachbarschaftlich trennte man sich also 0:0 und hatte in der zweiten Spielhälfte eine Leistung angeboten, der immerhin noch ordentliches Bundesliganiveau zugestanden werden konnte. Werder hatte sich gesteigert und Tormöglichkeiten erarbeitet; Hannovers Abwehr stand jedoch untern Strich solide und konnte, bei Bedarf, auf Fromlowitz vertrauen.

André Schulin

Spielstatistik SV Werder Bremen - Hannover 96

SV Werder Bremen

-

Hannover 96

0:0 (0:0)

Bundesliga 2009/2010, 5. Spieltag
13.09.2009, 15:30 Uhr
Weserstadion (Bremen), 34.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore
---
Wechsel Bremen
Aaron Hunt
für Marko Marin
(3,5)
(62.)
Marcelo Moreno
für Philipp Bargfrede
(―)
(73.)
Wechsel Hannover
Mario Eggimann
für Hanno Balitsch
(3,5)
(59.)
Valdet Rama
für Konstantin Rausch
(―)
(72.)
Karten Bremen
Gelb für Torsten Frings
Gelb für Tim Borowski
Karten Hannover
Gelb für Constant Djakpa