Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hamburger SV - FC Bayern München

Auf Distanz gehalten

Zeigte eine besonders starke Abwehrleistung, trieb aber auch an: Jerome BoatengZeigte eine besonders starke Abwehrleistung, trieb aber auch an: Jerome Boateng

Ein Spitzenspiel, das seinen Namen verdiente: Die Bayern machten jedoch aus ihrer Überlegenheit in der ersten Halbzeit zu wenig und konnten sich deswegen nicht beschweren, dass der HSV seine Vorteile nach der Pause nutzte und zwischen sich und dem Meisterschaftsfavoriten Nummer eins sechs Punkte legte.

Auch wenn Zé Roberto trotz einer Wadenverletzung spielen konnte, gab es in dieser Saison schon bessere Momente für den Hamburger SV, auf die Bayern zu treffen. Denn während die Hanseaten die vergangenen drei Pflichtspiele sieglos geblieben waren, hatten die Münchner ihre fünf allesamt gewonnen. Trotzdem dauerte es eine halbe Stunde und mehrere Torchancen, bis beide Mannschaften den Respekt voreinander ablegten. Dabei hätten die im ungewohnten 3-4-3-System dominierenden Bayern schon in der elften Minute den Brustlöser erzielen können, als ihre Flügelzange Ribery und Robben über die linke Außenbahn sprintete, aber der Schuss der Holländers aus spitzem Winkel am Tor vorbeirollte; 18 Minuten später scheiterte Olic an seinem ehemaligen Hintermann Rost. Der HSV rannte den kombinierenden Gästen vor der Pause meistens hinterher, trotzdem besaß er die besseren Torchancen: Petric' Kopfball flog über den Querbalken (26.), Boateng sowie Mathijsen scheiterten innerhalb von einer Minute am hervorragend parienden FCB-Torwart Butt, der Boatengs Schuss ins Toraus lenkte und den von Mathijsen mit dem Fuß abwehrte (31.).

In der zweiten Halbzeit hatten die Hausherren auch mehr vom Spiel, weil sie von den taktischen Umstellungen auf beiden Seiten profitierten: Während der HSV mit Berg für den verletzten Demel eine zweite Sturmspitze einwechselte, kehrte der FC Bayern zum 4-3-3-System zurück. Lahm spielte erstmals in dieser Spielzeit im Verein auf der linken Abwehrseite, allerdings war Breno mit seiner Aufgabe auf der anderen Seite etwas überfordert. Die ersten Einschussgelegenheiten nach dem Wiederbeginn vergab die Platzelf allerdings: Mathijsen köpfte eine Aogo-Ecke über die Latte (48.), und Butt faustete Petric' flatternden 25-Meter-Freistoß mit Mühe weg (52.). Bezeichnenderweise war der beste Torabschluss der Münchner nach der Pause dem Zufall geschuldet: Schweinsteigers Vorlage sprang eher ungewollt Olic ans Bein, aber von dort landete die Kugel bei Rost, neun Minuten bevor der Kroate gegen Gomez ausgewechselt wurde. Ausgerechnet der 35-Millionen-Neuzugang machte sechs Minuten nach seiner Einwechslung im eigenen Strafraum (!) eine unglückliche Figur, als er Zé Roberto zu wenig störte, dessen Vorlage von der linken Seite dann an vier Bayern-Spieler (van Buyten, Schweinsteiger, Badstuber, Lahm) vorbei zum alleingelassenen Petric rollte, der den Ball nur noch ins Tor zu schieben brauchte. Auch nach der Führung waren die Hamburger einem weiteren Treffer genauso nah wie die Gäste dem Ausgleich. Die Münchner Schlussoffensive brachte gegen eine sichere HSV-Deckung neben einem zu Recht nicht gegebenen Abseitstreffer von Klose (84.) nur eine weitere Chance durch Lahm zustande, der verzog jedoch vor dem Tor, weil er statt mit dem linken mit seinem besseren rechten Fuß abzog (87.).

Senthuran Sivananda

Spielstatistik Hamburger SV - FC Bayern München

Hamburger SV

-

FC Bayern München

1:0 (0:0)

Bundesliga 2009/2010, 7. Spieltag
26.09.2009, 18:30 Uhr
HSH Nordbank Arena (Hamburg), 57.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
1:0 Mladen Petric 72. (Rechtsschuss, Zé Roberto)
Wechsel Hamburg
Marcus Berg
für Guy Demel
(5,0)
(46.)
Robert Tesche
für Piotr Trochowski
(―)
(90.)
Wechsel B. München
Andreas Ottl
für Anatoliy Tymoshchuk
(4,0)
(63.)
Mario Gomez
für Ivica Olic
(―)
(66.)
Miroslav Klose
für Bastian Schweinsteiger
(―)
(81.)
Karten Hamburg
Gelb für Zé Roberto
Gelb für Dennis Aogo