Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Hertha BSC - Hamburger SV

Tiefpunkt statt Trendwende

Ein Kopfballungeheuer, vor dem nur die eigene Mannschaft Angst hatte: Sascha BurchertEin Kopfballungeheuer, vor dem nur die eigene Mannschaft Angst hatte: Sascha Burchert

Friedhelm Funkels Debüt als Hertha-Trainer verlief bis zur 23. Minute nach Plan, dann brachten ein unnötiges Eigentor und zwei unglückliche Torwartaktionen den Hamburgern den Sieg. Ansonsten konnten die Gastgeber und wollten die Gäste nicht gut spielen.

Erst am Samstag vorgestellt, saß er bereits einen Tag später zum ersten Mal auf der Bank: Herthas neuer Trainer Friedhelm Funkel. Nach einem nervösen Beginn hatten seine Schützlinge ­ das einzige Mal im gesamten Spiel ­ Glück, dass Ramos eine Ebert-Ecke per Kopf zum unbewachten Friedrich ablegte und ausgerechnet der zuletzt so gescholtene Hertha-Kapitän den Ball dann erfolgreich einnickte (9.). Die frühe Hertha-Führung nahm dem Spiel aber nicht die spürbare Anspannung, dementsprechend rar waren die Strafraumszenen. Umso bitterer fiel der Ausgleichstreffer gegen die Platzelf: Denn nachdem Kakà eine harmlose lange Hereingabe von Boateng über den eigenen Schlussmann Ochs ins Tor geköpft hatte (23.), bekamen die Hanseaten mehr vom Spiel, ohne aber gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse zu werden. Deswegen musste der an muskulären Problemen leidende Ochs nicht entscheidend eingreifen, bevor er ausgewechselt werden konnte (33.). Der junge und unerfahrene Ersatzkeeper Burchert gab dagegen bei seinen ersten Bewährungsproben eine unglückliche Figur ab, auch wenn er eigentlich nicht viel falsch gemacht hatte: Der BSC-Schlussmann köpfte eine Elia-Vorlage vor Berg weg, allerdings genau zu Jarolim, und dessen Distanzversuch aus 36 Metern landete auch im Netz, weil die Berliner dem Schuss keine Verfolgung leisteten (38.). Nur wenig später klärte Burchert einen von Demel aus der eigenen Spielfeldhälfte getretenen Ball erneut mit einem Flugkopfball, Zé Roberto beförderte die ungewollte Vorlage aus 44 Metern ins verlassene Tor (40.).

Die kuriosen Treffer waren die einzigen Lichtblicke in einem ansonsten zerfahrenen Spiel. In der zweiten Halbzeit hatte der HSV weiterhin Vorteile, wollte aber nicht mit aller Macht das vierte Tor erzielen, das nicht nur die Partie entschieden, sondern auch die Tabellenführung gebracht hätte. Die Hertha war allerdings mit Ausnahme von gelegentlichen Vorstößen noch ungefährlicher, auch weil ihr neuer Trainer Funkel das Risiko scheute. Bezeichnenderweise entstand die beste Hertha-Torchance der zweiten Hälfte im Anschluss an einer Standardsituation: Kacars Schuss nach einer Ecke flog über den Querbalken (62.). Im Gegenzug musste Petric mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden (63.). So wenig die Kacar-Chance der Hertha Auftrieb gab, so wenig belastete der Petric-Ausfall den HSV. Bis zum Abpfiff gab es noch drei Torabschlüsse der Berliner: Dardais Schuss (76.) und Kacars Kopfball (78.) verfehlten das Zielgebiet, der Versuch des eingewechselten Domovchiyski erreichte zumindest Hamburgs Schlussmann Rost (84.). Auf der Gegenseite tauchte lediglich Trochowski in der Nachspielzeit einmal gefährlich auf, traf jedoch nur das Außennetz. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren gewann der Hamburger SV wieder bei der Hertha ­ das aber nur, weil der Gegner zu schwach war.

Senthuran Sivananda

Die Spielstatistik Hertha BSC - Hamburger SV

Hertha BSC

-

Hamburger SV

1:3 (1:3)

Bundesliga 2009/2010, 8. Spieltag
04.10.2009, 17:30 Uhr
Olympiastadion (Berlin), 49.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Roman Potemkin (München)
Tore
1:0 Arne Friedrich 9. (Kopfball, Ramos)
1:1 Kaká 23. (Eigentor, Boateng)
1:2 David Jarolim 38. (Rechtsschuss)
1:3 Zé Roberto 40. (Linksschuss)
Wechsel Hertha BSC
Sascha Burchert
für Timo Ochs
(4,5)
(33.)
Cesar
für Maximilian Nicu
(4,5)
(55.)
Valeri Domovchiyski
für Raffael
(―)
(70.)
Wechsel Hamburg
Piotr Trochowski
für Mladen Petric
(3,5)
(63.)
Jonathan Pitroipa
für Marcus Berg
(―)
(78.)
Mickael Tavares
für Eljero Elia
(―)
(89.)
Karten Hertha BSC
Gelb für Arne Friedrich
Gelb für Patrick Ebert
Karten Hamburg
keine