Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Bayern München - VfL Wolfsburg

Attraktiver Bundesligastart

Wirbelte auf seinem geliebten linken Flügel: Franck RiberyWirbelte auf seinem geliebten linken Flügel: Franck Ribery

Wolfsburg war gegen den zunächst dominierenden FCB eine Halbzeit lang so gut wie nicht vorhanden - aufgrund dessen ist Bayerns 2:1-Erfolg eine verdiente Drei-Punkte-Ausbeute der Gastgeber zum Saisonstart. In der an Höhepunkten reichen zweiten Hälfte hätten die Niedersachsen allerdings die Partie drehen können.

Etliche, als gesetzt vermutete Akteure, fehlten in den Startformationen beider Teams: Robben, Olic (beide verletzt) sowie der bei van Gaal in Ungnade gefallene Demichelis bei den Bayern, Friedrich (verletzt), Grafite und Misimovic bei den „Wölfen“. Den Münchnern bereitete das Fehlen der erwähnten Spieler kein Problem, sie drückten die Gäste mit großem läuferischen Einsatz und Ballsicherheit in die Defensive. Die Überlegenheit führte in der 9. Minute zum Erfolg. Müller und Kroos lupften das Leder im Doppelpass technisch perfekt durch die Wolfsburger Abwehr und gegen Müllers platzierten Abschluss ins linke Eck war Benaglio machtlos. Die Gäste erhielten keine Gelegenheit zur Entfaltung und hatten in der 25. Minute Glück, dass Müller nach guter Vorarbeit Riberys nur über das VfL-Tor schoss. Erst danach konnten sich die „Wölfe“ einer längeren Phase Ballbesitzes erfreuen - Bayerns Keeper Butt allerdings keine ernsthafte Prüfung abfordern. Das einzige Manko der Münchner hingegen war, dass ihre Dominanz nicht in weitere Torchancen umgesetzt wurde. Ein Schuss Contentos aus ungünstigem Winkel blieb bis zur Pause die einzige Situation, in der Benaglio sich strecken musste (41.).

Wolfsburg stellte zur zweiten Halbzeit um. Nicht nur personell - Misimovic kam für Pekarik - und taktisch, sondern auch im Kopf. Offensichtlich war Steve McClarens Pausenansprache angekommen. Die Gäste überrumpelten die verblüfften Bayern nahezu mit einer Fülle guter Tormöglichkeiten: 47., Pfostenschuss durch Mandzukic, 48. und 50., Dzeko knapp rechts vorbei, und in der 51. Minute konnte Butt nach einem Missverständnis mit van Buyten gerade noch vor Dzeko retten. Zwischendurch konnte nur Ribery, der zweimal an Benaglios Reaktionen scheiterte (49. und 53.) für bayrische Gefahrenmomente sorgen. Misimovic, der enorm viel Zug in Wolfsburgs Offensive brachte, holte dann einen Eckstoß heraus, den er selbst ausführte. Das Leder kam zu Dzeko, der per Kopf zum nun nicht mehr überraschenden 1:1-Ausgleich traf (55.). Die Brennpunkte wechselten ständig - das Spiel gewann an Dramatik. Siegchancen waren aufgrund der Spielanteile mittlerweile beiden Teams zuzusprechen, aber die Bayern hatten gegen Ende der Partie, oft angetrieben durch Ribery, der sich auf links packende Zweikämpfe mit Riether lieferte, noch etwas zuzulegen. Dass ihr Siegtreffer in der Nachspielzeit fiel, war natürlich glücklich. Es war allerdings ein schönes Tor: Schweinsteiger drückte eine Wolfsburgs Sechzehner überbrückende Flanke Riberys am rechten Pfosten volley über die Linie.

André Schulin

Die Spielstatistik FC Bayern München - VfL Wolfsburg

FC Bayern München

-

VfL Wolfsburg

2:1 (1:0)

Bundesliga 2010/2011, 1. Spieltag
20.08.2010, 20:30 Uhr
Allianz Arena (München), 69.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Tore
1:0 Thomas Müller 9. (Rechtsschuss, Kroos)
1:1 Edin Dzeko 55. (Kopfball, Misimovic)
2:1 Bastian Schweinsteiger 90. (Rechtsschuss, Ribery)
Wechsel B. München
Mario Gomez
für Miroslav Klose
(―)
(73.)
Danijel Pranjic
für Toni Kroos
(―)
(73.)
Wechsel Wolfsburg
Zvjezdan Misimovic
für Peter Pekarik
(3,0)
(46.)
Ashkan Dejagah
für Karim Ziani
(―)
(77.)
Grafite
für Mario Mandzukic
(―)
(88.)
Karten B. München
Gelb für Mark van Bommel
Karten Wolfsburg
Gelb für Peter Pekarik
Gelb für Cicero
Gelb für Andrea Barzagli