Sein Treffer setzte dem Spektakel die Krone auf: Adam SzalaiEinen Drei-Tore-Rückstand umzubiegen ist ungewöhnlich. Aus den Mienen der Wolfsburger, die im Heimspiel gegen Mainz eine solche Rarität in der Rolle des Düpierten erlebten, war deshalb zunächst nur ungläubiges Staunen zu entdecken.
Das Kopfschütteln der Wolfsburger hielt noch lange nach Spielschluss an. „So etwas habe ich weder als Spieler noch als Trainer erlebt“, erklärte Steve McClaren, der sich einen kleineren Wutausbruch genehmigte und gegen Spielende die Werbebande malträtierte. Dabei hatte es hervorragend für die „Wölfe“ begonnen. Neuzugang Diego, der die Mittelfeldposition des abwanderungswilligen Misimovic besetzte, fand schnell die Bindung zu seinen Mitspielern und ließ nach Zuspiel Dzekos den ersten torgefährlichen Schuss aufs Mainzer Gehäuse ab (20., knapp rechts vorbei). Die Initialzündung für einen Wolfsburger Sturmlauf war gegeben und Torjäger Dzeko stellte binnen fünf Minuten eine wegweisend erscheinende 2:0-Führung her (23. und 28.). Der Bosnier war auch Ausgangspunkt des nächsten Treffers, indem er durch sein frühes Attackieren einen Fehlpass von Svensson provozierte. Diego nahm das Leder auf, umkurvte Wetklo und schob zum 3:0 ein (30.) - ein Debakel für die Gäste drohte. Der 1:3-Anschlusstreffer, Rasmussen fälschte einen Schuss Sotos ab, schien nur ein kleiner Schönheitsfleck (39.).
Dass dem nicht so war, wurde nach Wiederanpfiff schnell deutlich. Die 05er hatten sich durch den hohen Rückstand nicht einschüchtern lassen. Holtbys feine Vorarbeit verwertete Soto in der 48. Minute zum 2:3 - und schon war wieder alles drin. Erstaunlicherweise ignorierten die Gastgeber die veränderte Lage. Mainz blieb somit am Drücker und bejubelte in der 58. Minute den 3:3-Ausgleichstreffer, den der eingewechselte Schürrle aus der Distanz ins rechte Toreck gesetzt hatte. Erst jetzt kam Wolfsburg aus der Reserve und produzierte einige Halbchancen (65., Dzeko/68., Grafite). Den Schlusspunkt setzten jedoch die Gäste. Szalai, zentral vor Benaglios Kasten angespielt, ließ Kjaer mit einer einfachen Körpertäuschung ins Leere laufen und traf aus der Drehung zum 4:3 (86.). Die Sensation war perfekt.
André Schulin
VfL Wolfsburg
| Tore | |||
|---|---|---|---|
| 1:0 | Edin Dzeko | 23. | (Linksschuss) |
| 2:0 | Edin Dzeko | 28. | (Linksschuss, Mandzukic) |
| 3:0 | Diego | 30. | (Linksschuss) |
| 3:1 | Morten Rasmussen | 39. | (Linksschuss, Soto) |
| 3:2 | Elkin Soto | 48. | (Linksschuss, Holtby) |
| 3:3 | Andre Schürrle | 58. | (Rechtsschuss, Polanski) |
| 3:4 | Adam Szalai | 86. | (Rechtsschuss, Zábavník) |
Aufstellung Wolfsburg![]() |
|
|---|---|
| Diego Benaglio | (4,0) |
| Sascha Riether | (3,5) |
| Simon Kjaer | (5,5) |
| Andrea Barzagli | (4,5) |
| Marcel Schäfer | (4,0) |
| Josué | (5,0) |
| Cicero | (5,0) |
| Karim Ziani | (4,0) |
| Diego | (3,0) |
| Mario Mandzukic | (3,5) |
| Edin Dzeko | (2,5) |
Aufstellung Mainz |
|
|---|---|
| Christian Wetklo | (3,0) |
| Radoslav Zábavník | (4,0) |
| Bo Svensson | (5,0) |
| Nikolce Noveski | (3,0) |
| Christian Fuchs | (4,0) |
| Miroslav Karhan | (4,0) |
| Eugen Polanski | (3,5) |
| Elkin Soto | (2,5) |
| Lewis Holtby | (2,0) |
| Morten Rasmussen | (3,5) |
| Sami Allagui | (5,0) |
Wechsel Wolfsburg![]() |
|
|---|---|
| Grafite für Mario Mandzukic |
(4,5) (62.) |
| Fabian Johnson für Karim Ziani |
(4,5) (62.) |
| Ashkan Dejagah für Cicero |
(―) (87.) |
Wechsel Mainz |
|
|---|---|
| Andre Schürrle für Sami Allagui |
(3,0) (46.) |
| Adam Szalai für Morten Rasmussen |
(3,5) (61.) |
| Niko Bungert für Lewis Holtby |
(―) (75.) |
Karten Wolfsburg![]() |
|
|---|---|
| Gelb für | Mario Mandzukic |
| Gelb für | Diego |
| Gelb für | Edin Dzeko |
Karten Mainz |
|
|---|---|
| Gelb für | Eugen Polanski |
| Gelb für | Elkin Soto |
| Gelb für | Adam Szalai |
Trainer Wolfsburg![]() |
|---|
| Steve McClaren |
Trainer Mainz |
|---|
| Thomas Tuchel |