Kein Sieger, keine Tore und ein Spielgeschehen, das mit dem Prädikat „ordentliches Bundesliganiveau“ passend umschrieben ist. Die Gäste verfehlten mit dem Remis ihr Ziel, Platz drei aus eigener Kraft vor den Bayern zu verteidigen. Für die noch auf die Europa League hoffenden Hamburger verschlechterte sich die Lage dramatisch.
Glück für den HSV, dass Ya Konans Kopfballspiel nicht zu den herausragenden Talenten des Ivorers zählt. Ansonsten hätte es bereits in der 8. Minute eine Führung der Gäste geben müssen, doch Hannovers freistehender Stürmer platzierte den Ball aus sieben Metern deutlich über den Kasten. Auch als Abdellaoue nach einem schnellen Konter zentral durchbrach und Rost noch aussteigen ließ, lag ein Treffer der Niedersachsen in der Luft. Diekmeier konnte den Querpass Abdellaoues mit gutem Einsatz vor dem mitgelaufenen Rausch noch abfangen und die bedrohliche Situation bereinigen (15.). Von den Gastgebern ging in der ersten Halbzeit trotz größerer Spielanteile keine Torgefahr aus, derweil die 96er noch zwei Torabschlüsse zustande brachten, die für Rost indes leichte Beute waren.
Ein 16-Meter-Schuss von Rausch (51., ganz knapp rechts vorbei) schien anzudeuten, dass der Handlungsstrang des ersten Spielabschnitts fortgesetzt werden würde - doch dem war nicht so. Die Gastgeber wurden zwingender. Nachdem Elia sich auf dem linken Flügel durchgesetzt hatte und den Ball flach nach innen passte, hielt Petric den Fuß einfach rein und lenkte das nunmehr eine gefährliche Bogenlampe beschreibende Leder in Richtung des rechten Pfostens um - nicht viel fehlte diesem Kunstschuss am krönenden Einschlag (55.). Wenig später musste Zieler die Arme rettend hochreißen, um einen aufs Tor gedrückten Linksschuss Petrics zu parieren (60.). Hannover antwortete in dieser spannenden Phase der Partie mit vielversprechenden Kontern, denen allerdings ebenfalls kein erfolgreicher Abschluss beschieden war. Die beste Gelegenheit vergab Ya Konan, als er nach einem Steilpass von Stindl hauchdünn am linken Pfosten vorbei zielte (75.). In der deutlich lebhafteren zweiten Hälfte spielten beide Nordrivalen noch weitere Chancen heraus. Es blieb jedoch beim torlosen Unentschieden, das dem Spielverlauf angemessen war. Hamburgs Chancen, Platz fünf noch zu erreichen, wurden allerdings geschmälert. Der vor dem Anpfiff nur drei Zähler betragende Rückstand wuchs auf fünf Punkte an, da Mainz seine Heimspielchance gegen Gladbach genutzt hatte. Für Hannover brachte die Partie die unangenehmen Konsequenzen einer Verletzung Abdellaoues sowie die Gelb-Sperren von Ya Konan und Pinto für das nächste Spiel mit sich.
André Schulin