Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC St. Pauli - SV Werder Bremen

Geisterspiel verhindert, den Abstieg wohl nicht

Stellte einmal mehr seinen Wichtigkeit für Werder heraus: Claudio PizarroStellte einmal mehr seinen Wichtigkeit für Werder heraus: Claudio Pizarro

Nach der Niederlage gegen Werder Bremen hatte der FC St. Pauli zum ersten Mal in dieser Saison die Rote Laterne inne. Während die Bremer den Klassenerhalt fast schon in trockene Tücher brachten, wurde es für die Freibeuter im Tabellenkeller immer düsterer.

Die Partie wäre fast in die Geschichtsbücher der Ersten Bundesliga eingegangen - als erstes Geisterspiel. Denn dazu hatte der DFB den FC St. Pauli zunächst verdonnert, als Strafe für den Bierbecher-Wurf auf den Linienrichter im vergangenen Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (0:2). Aber die Paulianer konnten in der Berufung die Sanktion noch abmildern, so dass die Anhänger ihre warmen Abschiedsgrüße an Trainer Stanislawski, der unter der Woche seinen Wechsel zur TSG Hoffenheim bekanntgegeben hatte, doch noch loswurden. Seine Mannschaft ließ den Coach dagegen erst einmal im Stich. In der ersten Viertelstunde spielten nur die Bremer. Der am meisten beschäftigte Freibeuter war in der Anfangsphase Torwart Pliquett. Dabei hatte er seinen Platz in der Startformation nur den Verletzungen von Hain (Arm gebrochen) und Kessler (Muskelverletzung) zu verdanken. Der Schlussmann wirkte jedoch etwas unsicher und war bei einem Pizarro-Schuss schon geschlagen, aber der Pfosten rettete für ihn (13.). Fünf Minuten später verletzte sich Boll nach einem Foul von Marin so schwer, dass er ausgewechselt werden musste. Umso befreiender war es daher für die Platzelf, dass sie mit ihrem ersten Torschuss gleich in Führung ging. Nach einer zunächst abgewehrten Standardsituation verloren die Gäste das Spielgerät zu schnell wieder, und Mertesacker kümmerte sich lieber um Asamoah, anstatt Bartels ins Abseits zu stellen. Der ehemalige Rostocker traf dann ins kurze Eck (29.). Pauli kämpfte sich nun ins Spiel und hätte mit dem zweiten Torschuss fast den zweiten Treffer erzielt. Aber nachdem Wiese der Ball aus der Hand gerutscht war, schob Asamoah die Kugel am verwaisten Gehäuse vorbei (43.).

Aus der Pause kamen die Werderaner wieder mit mehr Schwung. Zunächst hatten die Gäste noch Pech, dass erst nach einem Foul von Bruns an Mertesacker der Elfmeterpfiff ausblieb und in derselben Spielszene Wagner den Pfosten traf (46.). Lediglich vier Zeigerumdrehungen später ließ jedoch Lechner Bargfrede in den Strafraum marschieren, und den Querpass des Bremers drückte St. Paulis Verteidiger Thorandt über die eigene Torlinie. Das 1:1 war der Startschuss zu einem offenen Schlagabtausch. Denn danach nahmen beide Mannschaften den Sieg ins Visier. Im direkten Gegenzug an den Bremer Ausgleichstreffer lief Asamoah alleine aufs gegnerische Tor zu, aber scheiterte an Wiese (52.). Zehn Minuten später drosch Takyi die Kugel über den Querbalken. Stattdessen platzte der Knoten auf der Gegenseite bei Werder. Pizarro köpfte Frings' Ecke ein, weil Gunesch zu spät kam (73.). Nur kurze Zeit später konterten die Bremer gegen eine zu weit vorgerückte Pauli-Abwehr erfolgreich. Pizarro lief alleine aufs Tor zu, legte den Ball am herausstürzenden Pliquett vorbei und schob ins leere Gehäuse ein (75.). Damit war der Widerstand der Hausherren endgültig gebrochen, und Werder brauchte den Vorsprung nur noch ins Ziel zu tragen.

Senthuran Sivananda

Spielstatistik FC St. Pauli - SV Werder Bremen

FC St. Pauli

-

SV Werder Bremen

1:3 (1:0)

Bundesliga 2010/2011, 31. Spieltag
23.04.2011, 15:30 Uhr
Millerntorstadion (Hamburg), 24.500 Zuschauer
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Tore
1:0 Fin Bartels 29. (Rechtsschuss, Gunesch)
1:1 Markus Thorandt 50. (Eigentor, Bargfrede)
1:2 Claudio Pizarro 73. (Kopfball, Frings)
1:3 Claudio Pizarro 75. (Rechtsschuss, Marin)
Wechsel St. Pauli
Dennis Daube
für Fabian Boll
(4,0)
(18.)
Marius Ebbers
für Charles Takyi
(―)
(66.)
Deniz Naki
für Florian Bruns
(―)
(74.)
Wechsel Bremen
Aaron Hunt
für Philipp Bargfrede
(―)
(69.)
Dominik Schmidt
für Sandro Wagner
(―)
(89.)
Karten St. Pauli
Gelb für Fin Bartels
Gelb für Matthias Lehmann
Karten Bremen
keine