Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Nürnberg - 1899 Hoffenheim

Ibisevic ärgert den Club

Sicherte Hoffenheims Sieg: Vedad IbisevicSicherte Hoffenheims Sieg: Vedad Ibisevic

Nach fünf Spielen ohne Sieg holte sich 1899 Hoffenheim drei Punkte in Nürnberg. Die Clubberer mussten in den zweiten 45 Minuten zu zehnt auskommen und erwiesen sich dabei als überfordert, den 0:1-Rückstand wettzumachen. Ibisevic erhöhte auf 2:0, und Nürnberg konnte froh sein, nicht noch mehr Gegentore gefangen zu haben.

Die Szene aus der Anfangsphase, in der sich Club-Coach Dieter Hecking wegen eines heftigen Bodychecks von Babel gegen Chandler zu einem Disput mit dem Gästestürmer hinreißen ließ (7.), deutete bereits an, dass in diesem Spiel keine Samthandschuhe getragen wurden. Etliche Male prallten beispielsweise diverse Ellbögen an die Köpfe von Gegenspielern, so dass die finale Strecke von sechs Gelben und zwei Roten Karten unterm Strich nicht verwundern konnte, auch wenn über die einzelnen Situationen gestritten werden durfte. So erregten sich die Nürnberger nicht ganz zu Unrecht, nachdem ein Foulspiel von Ibisevic an Wollscheid im Mittelfeld nicht geahndet wurde und der Bosnier in der fortlaufenden Szene per Kopf zum 1:0 traf (39.). Nur vier Minuten später ärgerten sich die Gastgeber erneut über den Unparteiischen, weil Dr. Drees ein Einsteigen Chandlers gegen Salihovic mit der Roten Karte bestrafte. Eine Entscheidung, die hart, aber nicht völlig unberechtigt erschien. Spielerisch hatten die ersten 45 Minuten enttäuscht. Nürnbergs beste Gelegenheit resultierte aus einer fulminanten Direktabnahme Didavis, die - aus immerhin 25 Metern Torentfernung abgefeuert - Hoffenheims Keeper Starke alles abverlangte (36.).

Nach Wiederbeginn war von Nürnberg kaum noch etwas zu sehen. Heckings dezimierte Mannschaft überließ den Gästen die Spielführung und zwangsläufig rückte ein weiterer Hoffenheimer Treffer eher in den Bereich des Erwartbaren, als dass die Franken hätten den Ausgleich herstellen können. Vorsahs Kopfball knapp über die Querlatte war eine ernsthafte Warnung (50.), auch Ibisevics Vorstoß, bei dem der Bosnier anstatt abzuspielen aus spitzem Winkel an Außennetz traf (52.), hätte bereits das 2:0 bringen können. Als sich Johnson auf der linken Seite jedoch durchsetzte und vors Nürnberger passte, kam Ibisevic schneller an den Ball als sein Gegenspieler und vollstreckte aus kurzer Distanz zum zweiten Mal (56.). Eine Reaktion der Clubberer blieb aus. Hoffenheim brachte den Vorsprung ohne Mühe über die Zeit und hätte bei besserer Chancenverwertung höher gewinnen können. Und Compper hätte sich seinen rustikalen Einsatz gegen Pekhart in der Verlängerung besser erspart. Als letzter Mann postiert, sah er den roten Karton, was angesichts des deutlichen Vorsprungs überflüssig war.

André Schulin

Spielstatistik 1. FC Nürnberg - 1899 Hoffenheim

1. FC Nürnberg

-

1899 Hoffenheim

0:2 (0:1)

Bundesliga 2011/2012, 16. Spieltag
10.12.2011, 15:30 Uhr
easyCredit-Stadion (Nürnberg), 36.000 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Mainz)
Tore
0:1 Vedad Ibisevic 39. (Kopfball, Johnson)
0:2 Vedad Ibisevic 56. (Linksschuss, Johnson)
Wechsel Nürnberg
Markus Feulner
für Christian Eigler
(3,5)
(46.)
Albert Bunjaku
für Alexander Esswein
(―)
(68.)
Almog Cohen
für Daniel Didavi
(―)
(68.)
Wechsel Hoffenheim
Daniel Williams
für Sebastian Rudy
(―)
(66.)
Boris Vukcevic
für Vedad Ibisevic
(―)
(75.)
Tobias Weis
für Ryan Babel
(―)
(84.)
Karten Nürnberg
Gelb für Christian Eigler
Gelb für Tomas Pekhart
Gelb für Timmy Simons
Rot für Timothy Chandler (43.)
Karten Hoffenheim
Gelb für Ryan Babel
Gelb für Vedad Ibisevic
Gelb für Andreas Beck
Rot für Marvin Compper (90.)