Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1899 Hoffenheim - Hertha BSC

Hoffenheim ohne Killerinstinkt

Gab wieder eine Kostprobe seiner Schusstechnik zum besten: Sejad SalihovicGab wieder eine Kostprobe seiner Schusstechnik zum besten: Sejad Salihovic

Fußball verkehrt: In Unterzahl wachte Hertha auf und rang Hoffenheim verdient eine Punkteteilung ab. "Wir haben nach dem 1:0 Angst bekommen, etwas zu verlieren, haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann", ärgerte sich 1899-Coach Holger Stanislawski über seine Elf.

Seitens der Berliner war ein Nebenkriegsschauplatz eröffnet, der das Hertha-Gastspiel in Sinsheim überlagerte: Markus Babbels unklare Zukunft als Coach der Hauptstädter. Konträre Aussagen Babbels und Manager Michael Preetz‘ heizten die Spekulationen zusätzlich an, ob, wie Babbel betonte, die Vertragsdauer bis zum Saisonende erfüllt werden würde. Auf dem Feld gab sich die Berliner Delegation zunächst ausgesprochen zurückhaltend. Fast eine halbe Stunde lang konnte Hoffenheim nach Belieben schalten und walten, ohne dass vom Gegner eine Offensivaktion ausging. Die TSG konnte aus dieser Phase der Überlegenheit allerdings nur wenig Kapital schlagen. Mit einem fast aus dem Stand abgefeuerten 23-Meter-Prachtschuss ins rechte obere Eck sorgte Salihovic zwar für die zu diesem Zeitpunkt hoch verdiente Führung (21.), doch die Kraichgauer hätten sich gemessen an den Möglichkeiten deutlicher absetzen können. Die Chance dazu schien sich zu verbessern, nachdem Hertha ab der 31. Minute dezimiert war. Nach Salihovics Klammern revanchierte sich Raffael mit einer Tätlichkeit gegen den Bosnier. Die Folge: Rote Karte für den Berliner, während Hoffenheims Mittelfeldakteur gelb sah. Komischerweise aber veränderte sich die Partie in unerwartetet Weise. In Unterzahl wurde die Hertha das agilere Team, derweil die Gastgeber zurücksteckten.

Eine kleine Gruppe Hoffenheimer konnte Torun nicht daran hindern, auf Höhe der Sechzehnerlinie den Ball zu behaupten und aufs Tor der Gastgeber abzuziehen (56.) Glück für die Gastgeber, dass der Schuss um einen Meter daneben ging. Berlins Einsatzfreude bestimmte fast die gesamte zweite Halbzeit. Erst in der Schlussphase konnte Hoffenheim sich wieder mit eigenen Torchancen zurückmelden (84., Ibisevic, Kraft pariert/87., Firmino, knapp vorbei). Die Hertha jedoch hätte zuvor längst ausgleichen können. In der 82. Minute war man noch an Kraft gescheitert, der mit viel Mühe einen Schuss von Ronny noch gegen den Pfosten lenkte. Hoffenheim schien einem glücklichen Sieg sehr nahe, die Nachspielzeit war bereits durch, als Hertha nochmals einen Freistoß erhielt. Ronny flankte das Leder in den Strafraum. Ramos erwischte die Kugel und schoss mittig aufs Tor. Kraft hätte den Schuss sicher gehalten, aber einen Meter vor ihm hielt Hubnik noch die Stiefelspitze rein und veränderte die Flugbahn entscheidend. Der zuletzt als Pechvogel (Eigentor) in Erscheinung getretene Tscheche konnte sich diesmal als Glücksbringer feiern lassen, der den verdienten Punktgewinn ermöglichte.

André Schulin

Spielstatistik 1899 Hoffenheim - Hertha BSC

1899 Hoffenheim

-

Hertha BSC

1:1 (1:0)

Bundesliga 2011/2012, 17. Spieltag
17.12.2011, 15:30 Uhr
Wirsol Rhein-Neckar-Arena (Sinsheim), 25.600 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Tore
1:0 Sejad Salihovic 21. (Linksschuss, Babel)
1:1 Roman Hubnik 90. (Rechtsschuss, Ramos)
Wechsel Hoffenheim
Boris Vukcevic
für Peniel Mlapa
(4,0)
(60.)
Knowledge Musona
für Ryan Babel
(3,5)
(60.)
Daniel Williams
für Sejad Salihovic
(―)
(66.)
Wechsel Hertha BSC
Tunay Torun
für Nikita Rukavytsya
(3,5)
(15.)
Ronny
für Christian Lell
(―)
(75.)
Pierre-Michel Lasogga
für Fabian Lustenberger
(―)
(84.)
Karten Hoffenheim
Gelb für Sejad Salihovic
Gelb für Andreas Beck
Rot für Isaac Vorsah (63.)
Gelb für Knowledge Musona
Gelb für Sebastian Rudy
Karten Hertha BSC
Rot für Raffael (32.)
Gelb für Roman Hubnik