Bundesliga

Spielbericht & Statistiken

Signal Iduna Park (Dortmund) · Zuschauer: 80.700 · Schiedsrichter: Michael Weiner

» Hinspiel: 1:1

1:0 Kagawa (33.)
2:0 Blaszczykowski (49.)
3:3 Hummels (82.)
4:3 Perisic (87.)
4:4
(1:0)
2:1 Ibisevic (71.)
2:2 Schieber (77.)
2:3 Schieber (79.)
4:4 Gentner (90.)

Irres Spektakel

Schockte den BVB mit einem Doppelpack: Julian Schieber
Bereits in der ersten Halbzeit boten beide Mannschaften temporeichen Fußball mit einer Vielzahl an Tormöglichkeiten, es fiel aber nur ein Treffer für den Favoriten. Nach dem 2:0 gleich nach der Pause schien alles klar und bis 20 Minuten vor dem Schlusspfiff hielt der BVB den vermeintlichen sicheren Vorsprung. Dann überschlugen sich die Ereignisse und gipfelten in einen kaum zu übertreffenden Showdown mit noch sechs weiteren Toren.

Ungebremst legte vor allem der Gastgeber bereits in den ersten Spielminuten einen großen Gang ein und holten die ersten Chancen durch Kagawa (2. und 5.) und Blaszczykowski (4.) heraus, doch auch der VfB zeigte Präsenz vor dem gegnerischen Tor (9., Hajnal). Die Schwaben bremsten durch ihr nach vorne verlagertes Forechecking in der Folge den Angriffsschwung der Heimelf zwar etwas, doch immer wieder ergaben sich Möglichkeiten (Lewandowski, 16.; Schieber, 19.). Der variable Kombinationswirbel der Hausherren steigerte sich dann nochmals, doch im Abschluss scheiterten Lewandowski an einer Kopfballabwehr Niedermeyers (21.) und Großkreutz am Querbalken (24.). Nach genau einer halben Stunde aber brach Ibisevic plötzlich zentral durch, tickte den Ball am herausstürmenden Weidenfeller vorbei und flog spektakulär über dessen quer liegenden Körper. Schiri Weiner pfiff den möglichen Elfer nicht: Glück für den BVB. Die Führung folgte drei Minuten später nach Flanke Schmelzers von links. Kehl legte per Kopf vorm Torraum für Kagawa ab, der die Kugel ins Netz hämmerte (33.). Gündogan schloss den ersten Durchgang mit einem gefährlichen Schuss ab, der sein Ziel nur knapp verfehlte (41.).

Ähnlich wie zu Beginn legte Dortmund auch nach der Pause los, traf durch Pisczcek zuerst den Pfosten (48.), ging aber nur eine Minute später durch Blaszczykowski nach Vorlage von Hummels mit 2:0 in Front. Dortmund blieb weiter im Vorwärtsgang, die Schwaben schwammen, hielten letztlich aber in dieser Phase stand. Nach einer guten Stunde fand der VfB zudem wieder besser in die Spur, schlug weitere Warnzeichen in die BVB-Deckung: Kvist an den linken Pfosten (63.) und Ibisevic köpfte knapp vorbei (67.), während die Borussen durch Blaszczykowski die 3:0-Vorentscheidung verpassten (69.). Zwei Minuten danach war die Labaddia-Elf plötzlich dran: Gentner auf Niedermeyer, der auf Ibisevic und der Bosnier verlud Weidenfeller souverän (71.). Es folgten die wohl aufregendsten 22 Minuten dieser Spielzeit, denn innerhalb von acht Minuten drehte der VfB das Spiel und ging durch einen Doppelpack von Schieber (77. und 79.) völlig unerwartet in Führung, hatte aus dem 0:2 ein 3:2 gemacht. Zuerst hatte der Stuttgarter Angreifer Schmelzer, Hummels und Weidenfeller umspielt und ins leere Tor getroffen, dann hatte ihn Kuzmanovic über links steil geschickt und Weidenfeller wurde im kurzen Eck überrascht. Doch die Moral der Klopp-Truppe war keinesfalls gebrochen. Umgehend ging das Team wieder in die Eisen und glich durch Hummels, der vorm 16er optimal abzog und tief ins linke Eck traf, zum 3:3 aus (82.). Angetrieben von der 80.000-Leute-Kulisse drängte der BVB weiter und ging durch eine Direktabnahme von Perisic nach einer Schmelzer-Ecke erneut in Front (87.). Doch der Schlusspunkt war noch nicht erreicht. Die Borussen hielten die Kugel in den Restminuten zwar meist in der VfB-Hälfte, schienen den Vorsprung über die Zeit zu bekommen, doch beim letzten relevanten Angriff der Gäste patzten Hummels und Schmelzer nach einer langen Flanke von links, ließen den Ball vor die Füße von Gentner abprallen. Der eingewechselte Stuttgarter umkurvte geschickt Kehl und hämmerte das Spielgerät hoch in die linke Torhälfte. Es war die zweite von drei Minuten der Nachspielzeit und demzufolge blieb es bei einem 4:4, das voller Dramaturgie und tollem Angriffsfußball steckte und als ein besonderes Highlight in die Geschichte dieser Saison einging.

Ulrich Merk

Reservebank


22Sven Bender  (–)

14Ivan Perisic    (–)

18Lucas Barrios  (–)

 


(3,5) Cristian Molinaro3

(–) Mamadou Bah24

(–)  Christian Gentner20

Spieltag

28. Spieltag

Freitag, 30.03.2012 Dortmund4:4Stuttgart
Samstag, 31.03.2012 Augsburg2:1FC Köln
Samstag, 31.03.2012 Leverkusen0:2Freiburg
Samstag, 31.03.2012 Bremen0:3Mainz
Samstag, 31.03.2012 K´lautern0:1Hamburg
Samstag, 31.03.2012 Nürnberg0:1B. München
Samstag, 31.03.2012 Hertha BSC1:4Wolfsburg
Sonntag, 01.04.2012 Hannover2:1M´gladbach
Sonntag, 01.04.2012 Hoffenheim1:1Schalke

„Bevor man untern Torf kommt, macht man einiges mit im Leben.”

— Hermann Gerland