Bundesliga

Spieltag

Spielbericht 1. FC Köln - 1. FC Kaiserslautern

Noch Luft nach oben

Traf hier zum 1:1 gegen Lautern: Kölns Mato Jajalo (Foto: Imago)Traf hier zum 1:1 gegen Lautern: Kölns Mato Jajalo (Foto: Imago)

Stärker als zuletzt präsentierten sich Köln und Kaiserslautern in ihrer Partie. Das Kellerduell fand auf keinem spielerisch hochklassigen Niveau statt, beide Mannschaften waren jedoch auf Wiedergutmachung für die vorangegangenen Ergebnisse aus und bestritten das Spiel mit viel Einsatz und Herz. Am Ende fuhr Kaiserslautern beim 1:1 einen glücklichen Punkt ein, Köln hatte mehr vom Spiel, vergab jedoch beste Chancen.

Es begann denkbar schlecht für den 1. FC Köln. Zuerst musste man das Spiel gänzlich ohne die Leistungsträger Podolski (Fieber) und Torhüter Rensing (Knieprobleme) bestreiten, dann fiel während der Partie auch noch Eichner aus. Der Linksverteidiger blutete nach einem Zusammenprall mit dem Neuzugang des 1. FC Kaiserslautern, Konstantinos Fortounis, so stark über dem Auge, dass es für ihn früh nicht mehr weiterging (5.). In der ersten Viertelstunde entstand ein ausgeglichenes Spiel, das vor allem von Kampfstärke geprägt war, offensiv lief auf beiden Seiten aber nicht viel. Den ersten Ansatz zeigte dann der Gastgeber aus Köln. Nach einem klugen Pass von Riether soll Peszko jedoch im Abseits gestanden haben (14.). Wenige Minuten später dann die Führung für Kaiserslautern: Nach einem Einwurf flankte Dick von rechts präzise in die Mitte, wo Ivo Ilicevic gekonnt volley mit rechts abzog und Ball unten links versenkte. Torhüter Varvodic, der sein erstes Spiel für Köln machte, war machtlos (17.). Nach einem offensivschwachen Beginn zeigte Köln im direkten Gegenzug die eigenen Angriffsqualitäten und kam nur 120 Sekunden nach dem Rückstand zum Ausgleich. Lanig schickte Peszko auf links, der Mittelfeldmann erlief den etwas zu weit geratenen Ball und flankte in die Mitte. Dort verlängerte der Lauterer Amedick unglücklich per Kopf auf Jajalo, der flach ins linke Toreck vollendete (19.). Nach diesen Aufregern beruhigte sich die Partie schnell wieder, sowohl Köln, als auch Kaiserslautern waren allerdings bemüht, weiter nach vorne zu spielen. Auf Lauterer Seite machte vor allem Neuzugang Shechter auf sich aufmerksam, der Stürmer war an fast allen Offensivaktionen der Gäste beteiligt, herausspringen wollte dabei jedoch nichts. Trotz allen Bemühens mangelte es beiden Mannschaften weiterhin an Durchschlagskraft auf dem Weg nach vorne, die aggressiv geführte Partie war aber dennoch spannend. Nach einer halben Stunde wurde Köln stärker, doch Novakovic (36., 41.), Lanig (43.) und Chihi (45.) verpassten beste Chancen und scheiterten ein ums andere Mal am Gästekeeper Trapp. Kurz vor der Pause erzielte Novakovic dann doch noch einen Treffer, der Kroate stand bei seinem Abstauber jedoch im Abseits und es ging mit dem 1:1 in die Pause.

Ohne Wechsel ging es in die zweite Halbzeit. Die Mannschaften machten da weiter, wo sie in der ersten Hälfte aufgehört hatten: In den Zweikämpfen aggressiv versuchten beide, nach vorne zu spielen, Köln war dabei aber weiter gefährlicher. So hatten die Gastgeber nach 51 Minuten die nächste Großchance, Jajalo lief allein auf Trapp zu, setzte den Ball aber rechts neben das Tor. Kaiserslautern beschränkte sich zum Großteil auf Standards durch Tiffert, allerdings mit mäßigem Erfolg. In der 55. Minute gab es dann doch eine Gästemöglichkeit. Shechter hatte sich auf links klasse durchgesetzt und auf Höhe der Grundlinie schön auf Fortounis zurückgelegt, der Grieche aber jagte den Ball auf die Tribüne. In der Folge war Köln weiter die aktivere Mannschaft ­ nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass die Domstädter mit zwei Niederlagen und 1:8 Toren in die Saison gestartet waren und einiges gutzumachen hatten. Es haperte jedoch weiter am Abschluss oder am Zusammenspiel, entweder kamen Flanken nicht an (Chihi, 63.) oder es wurde abgespielt, wenn eigentlich ein Torschuss vonnöten gewesen wäre (Peszko, 72.). Das Kölner Unvermögen hielt den 1. FC Kaiserslautern weiter im Spiel, doch auch die Gäste vermochten es nicht, ihre wenigen Chancen in Tore umzumünzen. Zum Ende des Spiels wurde deutlich, dass Köln zwar wollte, aber aufgrund von Unstimmigkeiten und Abschlussschwäche nicht konnte. Das Fehlen von Podolski machte sich insofern bemerkbar, als dass Stürmer Novakovic praktisch in der Luft hing, er bekam deutlich zu wenig Anspiele. Kaiserslautern schien sich schon früh mit dem Remis abgefunden zu haben und setzte erst wenige Minuten vor dem Abpfiff noch einmal zu einer Art Sturmlauf an. Fast wären sie dafür auch belohnt worden, Jessens Schuss ging jedoch knapp am Tor vorbei (88.). Nach zwei Minuten Nachspielzeit pfiff der starke Schiedsrichter Kircher ab und vor allem Köln konnte und durfte mit diesem Remis nicht zufrieden sein. Beide Teams konnten jedoch in puncto Einsatz und Präsenz auf dieses Spiel aufbauen.

Lisa Ramdor

Spielstatistik 1. FC Köln - 1. FC Kaiserslautern

1. FC Köln

-

1. FC Kaiserslautern

1:1 (1:1)

Bundesliga 2011/2012, 3. Spieltag
20.08.2011, 18:30 Uhr
RheinEnergieStadion (Köln), 47.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
Tore
0:1 Ivo Ilicevic 17. (Rechtsschuss, Dick)
1:1 Mato Jajalo 19. (Rechtsschuss)
Wechsel FC Köln
Andrezinho
für Christian Eichner
(3,5)
(6.)
Christian Clemens
für Slawomir Peszko
(―)
(72.)
Adam Matuschyk
für Kevin McKenna
(―)
(85.)
Karten FC Köln
Gelb für Martin Lanig
Gelb für Miso Brecko
Gelb für Andrezinho
Karten K´lautern
Gelb für Martin Amedick
Gelb für Oliver Kirch
Gelb für Florian Dick
Gelb für Leon Jessen