Bundesliga

Spieltag

Spielbericht Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg

Starke Werkself gegen zahme Wölfe

Tolle Reflexe: Diego BenaglioTolle Reflexe: Diego Benaglio

Völlig verdient setzt sich Bayer Leverkusen gegen den VfL Wolfsburg durch. Die Werkself hatte insgesamt mehr vom Spiel, während die Gäste aus der VW-Stadt es ihrem Torwart zu verdanken hatten, dass die Partie lange Zeit offen blieb. Doch ein Traumtor von Derdiyok und ein später Treffer von Kießling brachten die endgültige Entscheidung.

Nach zuvor zwei Niederlagen in der Liga hatte Bayer einiges gutzumachen ­ dementsprechend schwungvoll begannen die Leverkusener. Nach nur sechs Minuten lief Sidney Sam allein auf Torhüter Benaglio zu, doch der Schweizer Nationalkeeper parierte stark. Sam war es auch, der mit seiner Flanke die nächste Chance einleitete, aber erneut war Benaglio auf dem Posten und entschärfte Kießings Kopfball (13.). In der nächsten Szene war dann allerdings auch der Keeper machtlos und Leverkusen ging in Führung. Nach einem Doppelpass mit Derdiyok schickte Kießling Castro steil, der ließ dem alleingelassenen Wolfsburger Schlussmann keine Chance ließ (14.). Mit dem 1:0 gaben die Gastgeber etwas nach und kamen nicht mehr so druckvoll nach vorne wie noch in der Anfangsphase. Die Wölfe wussten damit jedoch nicht allzuviel anzufangen, was ihren Trainer Felix Magath dazu veranlasste, nach nur einer halben Stunde die gesammelte Ersatzbank zum Aufwärmen zu schicken. Fruchten wollte dieser deutliche Fingerzeig in Richtung derer, die von Beginn an die Farben des VfL vertraten, allerdings nicht. Zehn Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit zeigte Bayer, dass es lediglich eine kleine Ruhepause eingelegt hatte und zu jeder Zeit in der Lage war, das Tempo wieder anzuziehen. Allen voran Michael Ballack, der gleich drei Möglichkeiten hatte auf 2:0 zu erhöhen. Doch erst zielte der Ex-Nationalspieler mit einer Direktabnahme am Tor vorbei (36.), dann traf er den Pfosten, wobei ein Tor wegen einer Abseitsstellung von Derdiyok nicht gezählt hatte (38.). Bei seiner dritten Chance ließ Ballack erst seinen Gegenspieler Träsch alt aussehen, scheiterte dann aber am erneut glänzend reagierenden Benaglio. Wolfsburg erspielte sich nicht eine einzige gute Tormöglichkeit und durfte sich in der Halbzeit wohl einige klare Worte von Magath anhören.

Bevor jedoch deutlich werden konnte, was sich moralisch bei den Niedersachsen geändert hatte, tat sich zunächst etwas auf dem Papier. Für die wirkungslos gebliebenen Lakic und Hasebe kamen Helmes und Jönsson; zwei Offensivkräfte, die nun für Gefahr vor dem Leverkusener Tor sorgen sollten. In Hälfte zwei spielte der VfL dann auch endlich mit, ein missglückter Distanzschuss von Ochs war jedoch zunächst alles, was in Richtung Torhüter Leno ging. Eine Viertelstunde lang passierte nicht viel, dann schlug Wolfsburg zu. Nach Flanke von Schäfer war Stürmer Mandzukic per Kopf zur Stelle und markierte mit der ersten wirklichen Gästechance den Ausgleich (59.). Vom Gegentreffer aus der Pausenlethargie geholt, schaltete Bayer nun wieder einen Gang höher. Zuerst scheiterte Kießling noch an Eigensinn und mangelnder Übersicht (63.), dann zeigte Derdiyok wie es besser geht. Mit einem sehenswerten Fallrückzieher traf der Schweizer zur erneuten Führung für Bayer, wobei die gesamte Wolfsburger Abwehr dabei nur staunend zuschaute. Die Wölfe reagierten auf den zweiten Gegentreffer ähnlich unbeeindruckt wie Leverkusen beim Ausgleich. Wolfsburg drückte auf das 2:2, Leverkusen schien vor allem bei hohen Bällen anfällig. Nach guter Flanke von Schäfer köpfte Russ jedoch am Tor vorbei (71.). Dann war wieder die Werkself am Zug, Kießling verpasste jedoch zwei gute Möglichkeiten (78., 81.). In der 85. Minute wurde sein Fleiß indes belohnt, weil ihm die Vorentscheidung gelang. Der für Bender eingewechselte Simon Rolfes schickte den Angreifer durch die Viererkette hindurch Richtung Strafraum und Kießling ließ Benaglio keine Abwehrchance. Wolfsburg sah keine Siegchance mehr und gab sich völlig auf, sodass Leverkusen zu weiteren sehr guten Möglichkeiten kam. Einzig Benaglio wehrte sich noch gegen eine höhere Niederlage und parierte stark gegen Castro (87.). Nur zwei Minuten später war der Keeper dann doch geschlagen, beim Schuss von Kießling hatte er jedoch den Pfosten auf seiner Seite. Die Wölfe konnten sich also allein bei ihrem Torwart bedanken, dass der Leverkusener Sieg nicht höher ausfiel, was trotz des kurzen Wolfsburger Aufbäumens nach dem Seitenwechsel durchaus verdient gewesen wäre.

Lisa Ramdor

Spielstatistik Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg

Bayer Leverkusen

-

VfL Wolfsburg

3:1 (1:0)

Bundesliga 2011/2012, 8. Spieltag
01.10.2011, 15:30 Uhr
BayArena (Leverkusen), 28.200 Zuschauer
Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Tore
1:0 Gonzalo Castro 14. (Rechtsschuss, Kießling)
1:1 Mario Mandzukic 59. (Kopfball, Schäfer)
2:1 Eren Derdiyok 65. (Rechtsschuss, Reinartz)
3:1 Stefan Kießling 85. (Rechtsschuss, Rolfes)
Wechsel Leverkusen
Simon Rolfes
für Lars Bender
(―)
(67.)
Daniel Schwaab
für Eren Derdiyok
(―)
(72.)
Manuel Friedrich
für Michael Ballack
(―)
(88.)
Wechsel Wolfsburg
Makoto Hasebe
für Rasmus Jönsson
(4,0)
(46.)
Patrick Helmes
für Srdjan Lakic
(4,5)
(46.)
Ja-Cheol Koo
für Josué
(―)
(69.)
Karten Leverkusen
Gelb für Eren Derdiyok
Karten Wolfsburg
Gelb für Josué
Gelb für Marco Russ