Bundesliga

Spielbericht & Statistiken

Allianz Arena (München) · Zuschauer: 69.000 · Schiedsrichter: Michael Weiner

» Rückspiel: 0:6

Ein Team voller Beckenbauers

Offensiv so auffällig wie selten zuvor: Jerome Boateng
Mit der Selbstsicherheit und der Dominanz eines Franz Beckenbauer agierte die komplette Bayern-Mannschaft im Heimspiel gegen Hertha BSC. Der Aufsteiger aus Berlin spielte dagegen so, als wäre Widerstand gegen den Liga-Primus Majestätsbeleidigung gewesen.

Für den Herthaner Trainer Babbel sowie die Spieler Kraft, Lell und Ottl war das Auswärtsspiel bei Bayern München ein ganz besonderes - denn sie trafen auf ihren ehemaligen Verein. Kraft, Lell und Ottl wurden sogar vor dem Anpfiff von den Bayern nachträglich verabschiedet. Die drei Blumensträuße für die ehemaligen Münchner durften die Berliner mit in die Bundeshauptstadt nehmen, die drei Punkte mussten sie dagegen in der bayrischen Landeshauptstadt lassen. Denn von Beginn an übernahm der Rekordmeister das Kommando. Bereits nach zwei Minuten gab es die erste Torchance für die Bayern. Nach einem Fehler von Lell kam Ribery an den Ball, umkurvte BSC-Torwart Kraft, jedoch scheiterte er mit seinem Abschlussversuch an Verteidiger Hubnik. Die Herthaner zogen sich zwar weit zurück, aber kamen nicht in die Zweikämpfe. Auch nicht in der fünften Minute. Herthas Linksverteidiger Kobiashvili verlor die Kugel in der Vorwärtsbewegung. Die Münchner schalteten schnell um. Die Berliner Abwehrspieler konnten Gomez nicht am Abschluss hindern, und der Schuss des Torjägers kullerte an Kraft vorbei ins Tor. Nur zwei Zeigerumdrehungen später gelang der Platzelf sogar das 2:0. Boateng passte flach vom rechten Flügel in die Mitte, und Ribery schaltete schneller als sein Gegenspieler Lell und verlängerte den Ball ins Tor. Es war nicht einmal eine Viertelstunde gespielt, und da stand es bereits 3:0. Ribery entdeckte den nach vorne durchgestarteten Schweinsteiger, und der ließ mit seinem Flachschuss Kraft keine Abwehrmöglichkeit (13.). Damit war das Spiel schon entschieden. Die Bayern ließen nun Ball und Gegner laufen. Selbst wenn die Berliner mal im Ballbesitz waren, verloren sie die Kugel schnell wieder. Wenn die Münchner unbedingt gewollt hätten, wäre die Halbzeitführung sogar noch deutlicher ausgefallen. Nach einer kurzen Auszeit zur Mitte der ersten Halbzeit wurden die Hausherren gegen Ende des Durchgangs vor dem gegnerischen Gehäuse wieder zwingender. Müller brachte das Kunststück fertig, aus kurzer Distanz das Spielgerät übers leere Tor zu dreschen (35.). Gomez scheiterte an Kraft (40.). Und der Schuss des Rechtsverteidigers Boateng, der defensiv so wenig gefordert wurde, dass er diesmal offensiv so auffällig war wie selten zuvor, strich am linken Pfosten vorbei (43.).

In der zweiten Halbzeit wollte Hertha-Trainer Babbel den Schaden lediglich in Grenzen halten. Er wechselte nach der Pause Lustenberger ein und stellte vom 4-2-3-1 auf das defensivere 4-3-2-1-System um. Dass die Gäste im zweiten Durchgang lediglich einen Gegentreffer kassierten, hatten sie allerdings vor allem dem FC Bayern zu verdanken, der schon zufrieden war, das Spiel zu kontrollieren, und nicht nur die Schlagzahl, sondern auch die Konzentration im Abschluss zurückfuhr. Gomez lief Mijatovic davon, zielte allerdings am linken Pfosten vorbei (54.). Wenige Augenblicke später hatte Lahm sogar eine noch größere Chance. Der Kapitän tauchte alleine vor dem gegnerischen Tor auf, aber scheiterte an seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Kraft (55.). Das 4:0 für die Bayern wäre wohl nicht gefallen, wenn sich die Berliner Abwehr nicht so ungeschickt angestellt hätte. Ribery tanzte im Strafraum mit Hubnik und Lustenberger gleich zwei Gegenspieler aus. Hubnik fuhr sein Bein heraus, Ribery nahm die Einladung an und ließ sich fallen. Den fälligen Elfmeter konnte Gomez verwandeln, auch wenn Kraft noch am Ball war (69.). Danach spielten sich die Münchner bis zum Schlusspfiff die Kugel nur hin und her. Kurz vor dem Abpfiff kamen die Bundeshauptstädter sogar zu ihrer einzigen nennenswerten Torchance. Mijatovic schoss nach einer Ecke den Ball jedoch übers Tor (88.).

Senthuran Sivananda
Spieltag

9. Spieltag

Freitag, 14.10.2011 Bremen0:2Dortmund
Samstag, 15.10.2011 B. München4:0Hertha BSC
Samstag, 15.10.2011 Mainz0:1Augsburg
Samstag, 15.10.2011 Stuttgart2:0Hoffenheim
Samstag, 15.10.2011 Wolfsburg2:1Nürnberg
Samstag, 15.10.2011 M´gladbach2:2Leverkusen
Samstag, 15.10.2011 Schalke1:2K´lautern
Sonntag, 16.10.2011 Freiburg1:2Hamburg
Sonntag, 16.10.2011 FC Köln2:0Hannover

„Ein Mann wie Steffi Graf !”

— Jörg Dahlmann zum Abschied von Lothar Matthäus