Bundesliga

Spieltag

Spielbericht FC Schalke 04 - 1. FC Kaiserslautern

Verdiente Niederlage für Schalke

Sein Tor war zwei Punkte wert: Dorge KouemahaSein Tor war zwei Punkte wert: Dorge Kouemaha

In der Schalker Arena standen die Unparteiischen im Mittelpunkt. Der ehemalige Weltschiedsrichter Markus Merk war als Fernsehexperte zu Gast und wurde von den Schalker Anhängern beschimpft, weil sie ihm seinen Pfiff, der zur verlorenen Meisterschaft 2001 geführt hatte, nicht verzeihen konnten. Der aktive Schiedsrichter Peter Sippel zog mit zwei Platzverweisen und Strafstößen die Aufmerksamkeit auf sich. Dass Schalke am Ende verlor, war jedoch nicht seine Schuld.

Bereits der Start der Knappen ins Spiel verlief schleppend. Die Königsblauen brauchten eine Viertelstunde, um in die Partie zu finden. Der Abstiegskandidat aus der Pfalz war in der Anfangsphase wacher und störte das Spitzenteam aus Gelsenkirchen schon im Mittelfeld. Allerdings vergaben die Gäste, wie vor zwei Wochen im Heimspiel gegen Stuttgart (0:2), zunächst ihre Chancen. Nach einer Ecke prüfte Rodnei mit einem Kopfball S04-Goalie Fährmann (5.). Vier Minuten später legte zwar Shechter den Ball am gegnerischen Schlussmann vorbei, aber Höwedes blockte den Abschlussversuch des Israelis ab. Anschließend parierte Fährmann den Schuss von Kouemaha. Nach einer Viertelstunde kamen die Knappen besser ins Spiel und übernahmen das Kommando. Jedoch blieben sie vor dem gegnerischen Tor harmlos. Die Lauterer ließen sich zurückfallen und verloren zudem ihre Aggressivität. Ausgerechnet in der Phase, als Schalke das Spiel im Griff hatte, kamen die Pfälzer unverhofft zum Führungstreffer. Nach einem Konter passte Shechter zu seinem Sturmpartner Kouemaha, der sich der Schalker Abwehr davongestohlen hatte. Fährmann kam zu spät und konnte den gegnerischen Stürmer nur noch mit einem Foul bremsen. Neben Elfmeter für Lautern gab es auch eine umstrittene Rote Karte für den Schalker Schlussmann wegen einer Notbremse. Statt Fährmann hütete ab der 28. Minute Bundesliga-Debütant Unnerstall das Gelsenkirchener Tor. Und seine erste Tat in der Beletage war es, den Ball wieder aus dem Netz zu holen, nachdem Tiffert den Strafstoß sicher verwandelt hatte (30.). Auf den überraschenden Rückstand reagierten die Königsblauen mit wütenden Angriffen. Doch Torchancen sprangen dabei nicht heraus, der Druck ebbte nach wenigen Minuten wieder ab, und in den letzten Minuten der ersten Halbzeit war der FCK einem weiteren Treffer näher als Schalke dem Ausgleich. Die beste Chance, auf 2:0 zu erhöhen, vergab der ehemalige Duisburger Sahan, der am Tor vorbeiköpfte (43.).

Zur zweiten Halbzeit brachte S04-Trainer Stevens Jones für Holtby. Der unter Rangnick schon aussortierte US-amerikanische Nationalspieler fügte sich mit einer Tormöglichkeit gut ein. Bezeichnenderweise war es ein Distanzversuch, den FCK-Keeper Trapp über die Latte lenkte (50.). Ansonsten agierte Schalke zwar teilweise sehr druckvoll, ohne allerdings für Torgefahr zu sorgen. Denn in der Offensive fehlten den Königsblauen die Ideen gegen die tief stehenden Lauterer. Der Ausgleich war dementsprechend einer gehörigen Portion Zufall zu verdanken. Lauterns Innenverteidiger Rodnei sprang der Ball vom Fuß. Im Laufduell um den Abpraller kam Schalkes Jurado zu Fall, und Schiedsrichter Sippel gab wohl als Konzessionsentscheidung nicht nur Elfmeter, sondern schickte auch Rodnei mit glatt Rot vom Platz (61.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Huntelaar sicher (62.). Die Gäste waren lediglich kurz geschockt, nahmen dann wie die Schalker den Sieg ins Visier, aber im Gegensatz zur Platzelf erspielten sie sich auch Torchancen. Fährmann-Vertreter Unnerstall parierte gegen Kouemaha aus kurzer Distanz (71.). Allerdings holte der vom FC Brügge ausgeliehene Angreifer nur wenige Sekunden später den verpassten Torerfolg nach. De Wit ließ gleich drei Schalker Verteidiger aussteigen, flankte dann, und Kouemaha köpfte die Hereingabe gegen die Laufrichtung des gegnerischen Torhüters zur erneuten Führung ins Netz (72.). Immerhin zeigten sich die Gelsenkirchener vom Rückstand unbeeindruckt und holten in der Schlussphase die Brechstange raus. Innenverteidiger Höwedes besaß gleich drei Kopfballchancen, jedoch vergab er sie alle, die beste nach 83 Minuten. Höwedes hechtete nach einer Jurado-Flanke, doch sein Flugkopfball strich am rechten Pfosten vorbei. Nach einem Fehler von Sahan kam in der Nachspielzeit Raul noch einmal aus guter Position zum Abschluss, aber Trapp lenkte den Schuss des Spaniers über den Querbalken.

Senthuran Sivananda

Spielstatistik FC Schalke 04 - 1. FC Kaiserslautern

FC Schalke 04

-

1. FC Kaiserslautern

1:2 (0:1)

Bundesliga 2011/2012, 9. Spieltag
15.10.2011, 18:30 Uhr
Veltins-Arena (Gelsenkirchen), 61.700 Zuschauer
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Tore
0:1 Christian Tiffert 30. (Foulelfmeter, Fährmann an Kouemaha)
1:1 Klaas Jan Huntelaar 62. (Foulelfmeter, Rodnei an Jurado)
1:2 Dorge Kouemaha 72. (Kopfball, de Wit)
Wechsel Schalke
Lars Unnerstall
für Julian Draxler
(3,0)
(28.)
Jermaine Jones
für Lewis Holtby
(3,5)
(46.)
Jefferson Farfan
für Kyriakos Papadopoulos
(―)
(75.)
Wechsel K´lautern
Mathias Abel
für Itay Shechter
(3,5)
(64.)
Thanos Petsos
für Pierre de Wit
(―)
(73.)
Richard Sukuta-Pasu
für Christian Tiffert
(―)
(84.)
Karten Schalke
Rot für Ralf Fährmann (28.)
Gelb für Raúl
Gelb für Marco Höger
Gelb für Christoph Metzelder
Karten K´lautern
Gelb für Florian Dick
Gelb für Oliver Kirch
Rot für Rodnei (61.)
Gelb für Alexander Bugera